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Bei meiner Ankunft im Gastland haben mich nicht sehr viele Dinge überrascht. Viel mehr waren sie eher ungewohnt wie z.B. die Höflichkeit der Japaner und das ständige Verbeugen. Durch die Vorkenntnisse, die ich durch mein Studium der Japanologie über Land und Kultur der Japans habe, bin ich vermutlich mit anderen Erwartungen in den Freiwilligendienst gegangen als meine Mitfreiwilligen.

Name:JonasAlter:21Einsatzstelle:Puchi TomatoInhaltliche Ausrichtung:Inklusive Kindertagesstätte

Die Einreise am Flughafen Haneda in Tôkyô hat eine ganze Weile gedauert, weshalb Anschlussflüge mit ausreichend Zeit bis zum Abflug gebucht werden sollten. Was mich gefreut hat war die Tatsache, dass ich die Sprachkenntnisse, die ich in meinem Studium erworben habe, endlich in der Natur anwenden konnte. Ich habe mich intensiv darauf vorbereitet und war jedoch überrascht, dass ich trotz alledem Schwierigkeiten hatte, mit Japanern zu reden. Das hat sich mittlerweile geändert, da ich jeden Tag viel Japanisch spreche und lerne. Dazu merke ich an, dass ich keinen Sprachkurs besuche. Mein Selbststudium beträgt neben den täglichen Unterhaltungen 3-4 Stunden intensives Lernen von Vokabeln und Kanji. Am Flughafen in Hiroshima, der etwa 30-40 Minuten außerhalb liegt, wurden mein Mitfreiwilligen und ich von unseren Tutoren abgeholt. Dort traf ich auch zum ersten Mal meine Chefin. Sie war sehr überrascht, da ich äußerlich ganz anders aussah als auf meinem Bewerbungsfoto. Wir verstehen uns sehr gut und sind immer zusammen unterwegs. Ich denke, wir sind ein gutes Team.

Ich wohne zusammen mit der Familie meiner Chefin in deren Haus in Hiroshima. Es liegt sehr Zentral und hat direkte Anbindung an Busverkehr, Straßenbahn und Züge. Alles befindet sich innerhalb von 10 Minuten Fußweg vom Haus entfernt. Die Familie ist sehr freundlich und aufgeschlossen. Die Familie besteht aus 5 Personen. Eltern, Kindern und Großvater. Ich habe alle Mitglieder der Familie bereits ins Herz geschlossen und komme gut mit allen zurecht. Ich unternehme sehr viel zusammen mit der Familie im privaten Rahmen abseits der Arbeit. Dazu zählen Sportfeste, Einschulungstest (im Anzug) und Festlichkeiten. Abendliche Spaziergänge mit dem Großvater und dem Hund der Familie sind keine Seltenheit. Meine Chefin hat mir in der ersten Woche beim Beantragen der Resident Card geholfen. Auch sonst hilft sie mir bei allem wenn ich fragen habe in Sachen Vokabeln und dergleichen. Da ich der einzige Freiwillige in meiner Einsatzstelle bin, kann ich kaum Aussagen über die anderen Mitfreiwilligen treffen.

Meine Einsatzstelle liegt etwa 10 Minuten zu Fuß von meinem Haus. Man muss nur die Hauptstraße hinunterlaufen. Ich fahre fast immer zusammen mit meiner Chefin zur Arbeit. Vorher bringen wir die Tochter in die Vorschule. In der Regel sind wir so gegen 10 Uhr in der Einsatzstelle. Ich habe einen eigenen Schlüssel bekommen. Die Einsatzstelle ist ein großer Raum mit Trennwänden für zwei kleine Räume und ein Büro. Nach meiner Ankunft putze ich zunächst einmal. Das dauert etwa 10 Minuten, wenn ich mir Zeit lasse. Dann sitze ich zusammen mit meiner Chefin trinke Kaffee, bespreche den Tag und unterhalte mich. Mittags essen wir zusammen. Mal essen wir Bentô, das meine Chefin gemacht hat, mal gehen wir zum Kombini, der nur über die Straße ist und kaufen etwas. Ich versuche meine Chefin immer einzuladen, da sie immer so großzügig ist, hatte dabei aber noch keinen Erfolg. Morgens ist kaum was los, da die meisten Kinder erst nach der Schule, also gegen 3 Uhr kommen. Ich bin der einzige Mann in meiner Einsatzstelle. Meine Aufgaben sind oft die gleichen wie die der anderen Angestellten, die ich alle sehr schätze und mag. Wir holen die Kinder von der Schule ab und bringen sie zur Einsatzstelle. Wir spielen mit ihnen Spiele, gehen in den nahegelegenen Park und machen samstags Ausflüge (Miyajima, Insekten-Haus). Auch wird gebastelt und zusammen gekocht. Wir machen Kleinigkeiten zu Essen wie Toast, Ramen oder Onigiri. Die Alterspanne reicht von 6 bis 16. Die Oberschüler beschäftigen sich meistens mit Hausaufgaben und spielen in einem abgetrennten Raum an ihren Konsolen oder auf dem Handy. Ich habe zu allen Kindern einen guten Draht und bin mit den Oberschülern schon richtig befreundet. Am Abend gegen 18 Uhr fahren wir dann die Kinder nach Hause. Die Oberschüler sind oft mit dem Rad da.

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