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Meine ersten Erfahrungen in der Einsatzstelle La Strada

Ich bin am 12. September gegen 16 Uhr in Bozen angekommen, ich wusste zwar, dass mich jemand abholt, aber nicht genau wer und nicht genau wo. Das ist mir allerdings erst eingefallen, als ich in Bozen ausgestiegen bin ...

Name:Sonja R.Alter:18Einsatzstelle:La Strada - Der Weg (Bolzano)Inhaltliche Ausrichtung:Kinder- und Jugendarbeit

Deshalb bin ich erstmal mit dem ganzen Gepäck runter vom Gleis und hab versucht zum Ausgang zu kommen. Da hat mich dann auch zum Glück direkt Manuel, einer der Leiter der Jugendzentren entdeckt und mitgenommen. Dann ging es auch sofort ab in die neue Wohnung. Ich war natürlich mega aufgeregt, aber hab mich riesig gefreut, als ich die Lage der Wohnung gesehen hab und war positiv überrascht, als ich ankam. Die Wohnung ist grade mal 15 Minuten vom Zentrum entfernt, liegt im 7. Stock und ist total schön. Jeder von uns hat sogar ein eigenes Zimmer! Damit haben wir gar nicht gerechnet uns wurde nämlich gesagt, dass wir uns zu zweit ein Zimmer teilen werden.

Die nächste Überraschung war, dass noch 2 weitere Freiwillige, die auch für La Strada arbeiten, mit uns in der Wohnung wohnen: Linda aus Guatemala und Vladimir aus Polen. Auf Grund der verschiedenen Herkunft war es am Anfang ziemlich lustig mit der Verständigung, aber inzwischen klappt auch das.

Nach dem aufregendem ersten Ankunftstag und dem Kennenlernen der andern Freiwilligen ging es am nächsten Tag direkt weiter mit dem ersten Treffen mit unserer Tutorin Erika bei La Strada. Dort wurden dann Laura und mir unsere genauen Einsatzorte/ -stellen und unsere Arbeitszeiten mitgeteilt. Da hatte ich dann erstmal einen Schock, als mir meine Arbeitszeiten mitgeteilt wurden. Immer unter der Woche von 14.00-18-00. Dann ging es auch direkt am selben Tag los mit der neuen Arbeit.

Ich hatte zuerst totale Bedenken wegen der Sprache, da ich Angst hatte, dass in Bozen zum großen Teil auch Deutsch gesprochen wird. Diese Bedenken konnte ich aber direkt bei meiner Ankunft loswerden. Es sprechen wirklich die meisten Italienisch, grade auf der Arbeit und unsere Organisation ist durch die teilweise ungeplanten Aktionen, durch die Freiheiten, die vielen Verzögerungen und leider auch mangelnden Absprachen, sehr italienisch.

Unsere Organisation ist auch sehr chaotisch. Das hat aber auch gute Seiten, weil sie uns im Hinblick auf die Arbeit sehr viele Freiheiten lassen und generell sind alle total lieb, herzlich und offen und es sagt niemand was, wenn man mal zu spät kommt. Wir wurden direkt mit offenen Armen willkommen geheißen, was uns die Ankunft und den Einstieg sehr erleichtert hat. In unserer zweiten Woche gab es auch einen sogenannten „Vereinstag“ bei dem alle Mitglieder von La Strada (circa 80) zusammenkamen und über Neuerungen und Verbesserungen des Vereins diskutiert haben und hinterher gemeinsam gegessen haben.

Es war total interessant einen Eindruck zu bekommen wer noch so in der Organisation arbeitet und wie viele Bereiche es eigentlich gibt. Am Anfang war meine Einsatzstelle nur das Jugendzentrum „Europa“, aber inzwischen arbeite ich in noch zwei weiteren Jugendzentren: Im „Charlie Brown“ und im „Polo Ovest“.

Das „Europa“ ist ein sehr kleines Jugendzentrum, eigentlich eher ein Raum, in dem wir hauptsächlich „dopo scuola“ (Hausaufgabenbetreuung) mit den Kindern machen. Dort arbeite ich immer donnerstags und freitags von 14-18 Uhr. Ich helfe den Kindern dann so gut ich kann bei ihren Hausaufgaben. Am meisten bei Deutsch, Mathe oder Englisch, manchmal schaffe ich es sogar bei Italienisch weiterzuhelfen :D.

Das „Charlie Brown“ ist dagegen viel größer. Dort machen wir weniger Hausaufgaben mit den Kindern und es werden mehr Aktivitäten veranstaltet oder Spiele für alle Kindern angeleitet, weshalb wir bei schönem Wetter auch mehr draußen sind. Dort arbeite ich immer von Montag bis Mittwoch auch von 14-18 Uhr. Das coole am „Charlie Brown“ ist das es immer verschiedene Veranstaltungen gibt, die wir meistens zusammen mit den beiden anderen großen Jugendzentren von La Strada veranstalten. Einen Nachmittag waren wir alle zusammen im Kino in „Pets“, das war total cool und ich hab sogar recht viel verstanden :D. Außerdem gehen wir immer dienstags mit allen Kindern vom „Charlie Brown“ zu einer Musikschule, in der wir zusammen Spiele zum musikalischen Verständnis machen, singen und auch Instrumente spielen. Das ist total interessant und lustig, vor allem, wenn wir auf Italienisch singen. Das coolste, was ich bisher zusammen mit den anderen Jugendzentren gemacht haben, waren die Ausflüge von „Autunissima“. Das ist eine jährliche Veranstaltung von „La Strada“, die immer im Herbst stattfindet. Es werden dann an jeweils drei Tagen, andenen alle Schulkinder frei haben, drei verschiedene Ausflüge organisiert.

Das dritte Jugendzentrum, in dem ich arbeite ist das Polo Ovest. Dort arbeite ich von Dienstag bis Donnerstag immer von 9-12 Uhr mit 0-3 Jährigen. Die Arbeit macht mir super viel Spaß, da es auch eine gute Abwechslung zu den etwas älteren Kindern ist, mit denen es oft echt anstrengend sein kann, da die kleinen Kinder so zuckersüß sind und noch nicht so viel reden. Das jüngste Kind was im Moment da ist, ist grade mal 5 Monate alt. Außerdem sind meine Kollegen dort auch super nett, helfen mir direkt, trauen mir viel zu und machen keinen Unterschied zwischen Freiwilligen und festangestellten Mitarbeitern. Dort habe ich mich auch auf Anhieb total gut mit meiner Mitfreiwilligen, die hier in Bozen wohnt, verstanden. Außerdem leite ich im Polo Ovest einmal pro Woche einen Deutschkurs für Migrantinnen. Die meisten von ihnen kommen aus Marokko oder Pakistan. Ich bekomme zum Glück Unterstützung bei der Übersetzung von einer Marokkanerin, die seit 15 Jahren hier, in Bozen, lebt. Auch wenn es trotzdem manchmal mit der Übersetzung, oder den verschiedenen Sprachniveaus etwas anstrengend ist, haben wir jedes Mal total viel Spaß und es mega interessant die Frauen und ihre Kultur näher kennen zu lernen.

Durch die drei verschiedenen Zentren und die verschiedenen Bereiche wird es nie langweilig und es gefällt mir total, ein bisschen was von allem zu machen und nicht die ganze Zeit im selben Zentrum zu sein.

Wir bekommen pro Monat 150 Euro Taschengeld plus 115 Euro Essensgled, was leider ein bisschen wenig für das teure Bozen ist. Zum Glück bekommen wir aber jede Woche von La Strada ein Essenpaket mit, kurz vor dem Ablaufdatum stehenden Lebensmitteln aus dem Supermarkt, für unsere WG zusammengestellt. Außerdem bekommen wir von La Strada den Südtirolpass finanziert, sodass wir immer kostenlos vom Brenner bis Trento fahren können.

Um den Sprachkurs hat La Strada sich direkt in der zweiten Woche gekümmert, in der wir auch mit einem anderen Freiwilligen problemlos alle Behördengänge erledigt haben, sodass Laura und ich direkt in der folgenden Woche mit dem Sprachkurs beginnen konnten.

Allerdings haben wir bisher noch kein Fahrrad (obwohl Bozen eine totale Fahrradstadt ist, hier haben Fahrräder immer Vorfahrt), was jedoch nichtso schlimm ist, weil wir ja den Südtirolpass haben und Bozen nicht so groß ist, sodass man eigentlich alles gut zu Fuß erreichen kann.

Unsere WG ist in der Nähe vom Zentrum und nur 10 Minuten vom nächsten Supermarkt entfernt. Ich teile mir die Wohnung mit 3 anderen Freiwilligen, jeder hat sein eigenes Zimmer, jedoch haben wir bisher leider noch kein WLAN. In Bozen gibt es aber einige Plätze, wie die Uni, n denen es öffentliches WLAN gibt und wir können auch das WLAN bei La Strada oder in den anderen Jugendzentren benutzen

Ciao Sonja
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