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Nach kurzer Zeit habe ich aber auch gemerkt, dass die Kinder beginnen, ein Vertrauensverhältnis zu mir aufzubauen, das hat mich sehr gefreut.

Name:AnnaEinsatzstelle:Deutsche Kinderstube MadridInhaltliche Ausrichtung:Deutscher Kindergarten

.… Am Tag meiner Ankunft war ich schon so neugierig auf Madrid, sodass ich meine Sachen in der Wohnung abgestellt habe  und direkt in das Zentrum gefahren bin, um mir Madrid anzuschauen. Dort habe ich den Reisestress im Retiro auskuriert …
Ich war in meiner ersten Nacht in der WG leider alleine… So konnte ich jedoch ungestört ausschlafen und noch die Ruhe vor dem Sturm genießen.  Am nächsten Morgen …(war) … ich begeistert von Madrid. Ich finde diese Stadt hat einen sehr lebendigen und aufregenden Charme.
Ich wohne momentan mit S. und N., meiner Mitfreiwilligen zusammen. Wir leben in der Ciudad Lineal, in Osten von Madrid. Neben unserem Haus ist das Fidelhaus, in dem viele Studenten wohnen. Unter uns wohnen ein Spanier, ein Franzose und ein Italiener. Die Wohnung unter uns hat eine Terrasse, auf der ich schon des Öfteren einen Abend verbracht habe.  Unser Vermieter, Fidel, veranstaltet auch des Öfteren Grillabende auf der Dachterrasse des Nachbarhauses, wir waren schon zu einer Willkommensparty eingeladen. Wir wohnen direkt an der Calle de Alcalá, eine große Straße mit vielen Läden und Supermärkten. Durch N. habe ich noch Kontakt zu ihren Mitbewohnern und Kollegen.


Meine ersten Tage in  der Einrichtung

An meinem ersten Tag  im Kindergarten habe ich Kerria und Inge kennengelernt, sie sind sozusagen die Senior und Junior Chefinnen. Wir hatten eine Teambesprechung und ich habe die Räumlichkeiten sowie meine Kolleginnen kennengelernt. Wir haben zusammen die Räume aufgeräumt und geputzt.
Insgesamt arbeiten fünf Erzieherinnen und zwei Freiwillige in der deutschen Kinderstube, es gibt vier Gruppen. Die jüngsten 16 Kinder zwischen eineinhalb und zwei Jahren, dann kommen 16 Kinder zwischen zwei und zweieinhalb Jahren,  16 Dreijährige  und sieben Vierjährige, die alle  im Februar  die Aufnahmeprüfungen vom deutschen Kindergarten haben. Ich selbst bin in der Gruppe mit den Jüngsten eingeteilt und betreue diese mit meiner Kollegin N.. Dieses Jahr wurden die zwei  Gruppen mit den Jüngsten neu eingewöhnt. Deshalb waren am zweiten Tag alle Kinder mit ihren Eltern eine Stunde zum Anschauen da. Bei meiner Gruppe sind jeweils 8 Kinder morgens und 8 Kinder nachmittags gekommen. Sie hatten eine Stunde Zeit sich mit uns zu unterhalten und die Räumlichkeiten sowie den Garten kennenzulernen. Ich habe die meiste Zeit die Kinder  beobachtet, um einen ersten Eindruck zu bekommen.  Ich habe mich im Großen und Ganzen wohlgefühlt, doch manchmal wusste ich nicht so recht was ich zu tun habe und stand nur untätig herum. Generell habe ich keine Hemmungen, mich mit den Eltern zu unterhalten, sie haben mich auch direkt so behandelt, als wäre ich eine Erzieherin und keine Freiwillige. Dennoch fällt es mir schwer, mich mit spanischen Eltern zu unterhalten, da mein Spanisch noch nicht so gut ist.
Die nächsten drei Tage liefen wie der erste Eingewöhnungstag ab,  die Kinder lernten uns und die Eirichtung besser kennen. Dann haben wir mit den Eltern ausgemacht, dass sie für 15 Minuten den Kindergarten verlassen. Bei den meisten Kindern hat das ganz gut geklappt, so haben wir die Zeitspanne immer weiter vergrößert, bis die ersten Kinder dann mehrere Stunden im Kindergarten geblieben sind. Die erste Woche war dementsprechend sehr anstrengend, denn fast jedes Kind hat am Anfang sehr viel geweint. Kerria (die Leitung) musste uns dann auch die ersten Tage zu Hilfe kommen, da das für uns zwei fast unmöglich war. Diese Tage waren also eine neue und sehr herausfordernde Erfahrung für mich. Ich habe  gelernt, dass jedes Kind anders auf den Abschied von den Eltern reagiert und man daher auch verschiedene Herangehensweisen braucht, um das Kind zu beruhigen. Manche Kinder wollen einfach in Ruhe gelassen werden, während andere  den Körperkontakt suchen und beruhigt werden müssen. Nach kurzer Zeit habe ich aber auch gemerkt,  dass die Kinder beginnen, ein Vertrauensverhältnis zu mir aufzubauen, das hat mich sehr gefreut.
Beim  Einarbeiten hat mir vor allem der Kontakt zu meiner Kollegin N. geholfen, da sie sehr erfahren ist und mir alle Fragen gut beantwortet hat.  Außerdem habe ich versucht, einen ruhigen Kopf zu behalten, mit dieser Einstellung ist es mir leichter gefallen,  Konflikte mit den Kindern zu lösen.
Highlights und Stolpersteine
Bis jetzt war meine gesamte Zeit in Madrid ein Highlight, ich habe noch keinen richtigen Stolperstein erlebt. Besonders haben mir die  vielen Erkundungstouren in der Stadt  und der ein oder andere Abend in Madrid, aber auch die Ausflüge nach Segovia, Pedraza, Toledo und Aranjuez.
Was für mich bis jetzt noch sehr anstrengend ist, ist das lange Arbeiten, ich habe ja fast eine 40-Stunden Woche. Die Arbeit im Kindergarten macht zwar viel Spaß, ist aber auch körperlich und geistlich anstrengend. Fast jeden Tag komme ich nach Hause und kann nichts mehr unternehmen, weil ich einfach zu müde bin. So hat man nur noch das Wochenende zur Freizeit. Mir war zwar schon klar, dass ich viel arbeiten werde, aber ich habe den Freiwilligendienst etwas unterschätzt.

Erwartungen an das nächste Jahr

Ich möchte dieses Jahr vor allem nutzen, um mehr Selbständigkeit in allen Lebensbereichen zu erlangen. Ich merke jetzt schon, dass ich nach einigen Wochen viel selbständiger und reifer geworden bin.  Ich habe mich auch sehr schnell an meine neue Lebenssituation gewöhnt. Mir ist es auch sehr wichtig, mein Spanisch wirklich zu verbessern. Das ist mir bis jetzt noch nicht so gut gelungen, da ich in einem deutschen Umfeld lebe und arbeite. Nach dem Freiwilligenjahr möchte ich mir auch klarer darüber sein, was ich später einmal beruflich machen will. Im Allgemeinen ist es mir auch wichtig, an Schwierigkeiten und Herausforderungen zu wachsen, gerade auch im Bezug auf die Arbeit mit Kindern. In vielen Situationen ist viel Geduld oder Durchsetzungsvermögen gefragt. Ich möchte lernen diese Eigenschaften besser zu  trainieren.
 

Liebste Grüße, Anna
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