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Die Arbeit mit den Kindern macht mir viel Spaß, und ich lerne selbst jeden Tag etwas dazu.

Name:ImkeAlter:18 JahreEinsatzstelle:DS ValenciaInhaltliche Ausrichtung:Deutsche Schule für Kinder vom Kindergarten bis zum Abiturjahrgang

1. Die ersten Tage nach der Ankunft:

Voller Erwartungen und Vorfreude waren wir in den ersten Tagen nach der Ankunft hauptsächlich damit beschäftigt, alles zu erkunden und die Stadt ein wenig auf uns wirken zu lassen. Unsere ersten Versuche, uns zu orientieren und konkrete Treffpunkte zu finden, waren natürlich nicht so einfach. Von unserer Wohnung aus checkten wir den Weg zum Strand, in die Innenstadt, zur Schule etc. und verliefen uns grundsätzlich so sehr, dass wir für Wege, die in 10 Minuten geschafft werden könnten, ca. 1,5 Stunden brauchten. Ich habe die ersten Tage als absolut überwältigend in Erinnerung, weil man jeden Tag irgendetwas Neues entdeckt hat. Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, an dem wir herausgefunden haben, wie das System mit den Valenbisis funktioniert. Ein Moment des Stolzes. Auch, wenn Valencia an sich eine sehr übersichtliche und überschaubare Stadt ist, die nebenbei sehr grün und wunderschön ist, brauchten wir in den ersten Tagen wirklich sehr lange, um dort an zu kommen, wo wir hin wollten. Und in einigen Situationen war ich auch ein bisschen überfordert. Gut war, dass man niemals alleine war. Man wusste, dass es den anderen Freiwilligen ganz genau so geht, wie einem selbst und einige Herausforderungen wurden dann eben gemeinschaftlich gemeistert.

2. Neue Wohn- und Lebenssituation:


Ich wohne in einer Vierer-WG mit einer anderen Freiwilligen, einer deutschen und einer französischen Erasmusstudentin. Die ersten paar Tage waren wir nur zu zweit und nach etwa einem Monat waren wir komplett. In den ersten Nächten kam ich mir vor wie in einem Hotelzimmer und ich fühlte mich total fremd in der neuen Umgebung. Doch mit der Zeit fühlte ich mich immer mehr „zu Hause“. Alleine die Tatsache, dass man abends in einer Bar sitzt und sagt: „Ich geh jetzt mal nach Hause“ macht schon sehr viel aus.
Die ehemaligen Freiwilligen  haben uns zwar davon abgeraten, mit anderen Freiwilligen zusammen zu ziehen aber für mich war das die optimale Lösung. Ich habe so eine sehr gute Freundin gefunden, die direkt im Zimmer nebenan wohnt, wie eine Schwester. Sie ist meine absolute Lieblingsmitbewohnerin und wir verstehen uns blind. Vor allem in den ersten Tagen und Wochen war es sehr hilfreich, zu zweit zu sein. Da wir in der Schule in komplett unterschiedlichen Bereichen arbeiten, ist es überhaupt kein Problem, zusammen zu leben UND zu arbeiten, weil wir uns bei der Arbeit so gut wie gar nicht sehen.

Meiner Meinung nach hat unsere Wohnung die perfekte Lage, eine super Größe und ich bin sehr zufrieden. Manchmal steht zwar die Küche komplett unter Wasser, weil das Abflussrohr kaputt ist(war), die Waschmaschine auf dem Balkon funktioniert nur, wenn man genau die Schritte befolgt, die mit Edding dran geschrieben sind, der Hebel, um die Jalousien herunter zu kurbeln, fällt hin und wieder ab und ab und an fällt auch mal der Strom aus, aber solche Kleinigkeiten sind auszuhalten und meistens sogar ziemlich lustig. Bei uns wird es nie langweilig.

Im Nachhineinkann ich sagen, dass es gut war, sich schon von Deutschland aus um die Wohnung gekümmert zu haben. In den ersten Tagen gab es ohnehin schon so viel zu tun, da hätte es für mich nur zusätzlichen Stress bedeutet, mir vor Ort noch eine Wohnung suchen zu müssen. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.
Unser erster richtiger Kontakt zu einer spanischen Person und deren Kultur war, als wir in die Wohnung einzogen. Unser Flieger war überpünktlich angekommen und wir waren 2 Stunden vor der verabredeten Zeit an der Wohnung. Als ich die Frau von der Studentenvermittlung anrief, um ihr Bescheid zu sagen, dass wir schon da waren, hatte ich schon den ersten großen Fehler begangen. Eine Spanierin während der Siesta anzurufen war wohl nicht die beste Idee.
Ich war zunächst generell kein wirklicher Fan von Siesta, weil sie einem ständig einen Strich durch die Rechnung macht, wenn man etwas wichtiges besorgen oder erledigen will, weil man einfach nicht jedes Mal daran denkt, dass von drei bis fünf Uhr nachmittags alles geschlossen hat.

3. Die ersten Tage in der Einrichtung:

Die ersten Tage in der Einrichtung waren noch recht locker und entspannt und waren gut als Eingewöhnungsphase, weil man von den letzten Monaten zu Hause ja keinen 100% geregelten Tagesablauf mehr gewohnt war. Wir hatten kurze Arbeitszeiten, in denen wir hauptsächlich typische Praktikantenarbeiten übernahmen und die Gelegenheit hatten, die Schule ein bisschen kennen zu lernen, bevor für die Schüler und Schülerinnen der offizielle Unterricht begann.
Zum Teil wurden wir ein bisschen ins kalte Wasser geschmissen und wussten nicht immer sofort, was es z.B. mit der Frühaufsicht auf sich hatte (wo muss ich hin? Welche Kinder sollen eigentlich genau beaufsichtigt werden? Welche Regeln gelten? etc..), allerdings kann man wirklich immer jeden fragen, wenn man mal etwas nicht weiß.

Alles in einem wurden wir gut in die Arbeit eingewiesen und haben vor allem von unseren beiden Anleiterinnen viel Unterstützung bekommen.
Die Schulleiterin der Grundschule  hatte mit uns gemeinsam ihren ersten Arbeitstag an der Schule und musste selbst alles neu kennenlernen.
Frau xxxxx ist die Person, mit der ich am meisten zusammen arbeite, weil sie sehr viel in der vierten Klasse unterrichtet. In dieser Klasse werde ich auch vorrangig eingesetzt.
Weil wir von Anfang an zusammengearbeitet haben, darf ich schon ziemlich viele Aufgaben übernehmen, die von typischen Praktikantenjobs abweichen, z.B. teilen wir manchmal die Klasse auf und ich beaufsichtige eine Teilgruppe alleine.
Die Arbeit mit den Kindern macht mir viel Spaß, und ich lerne selbst jeden Tag etwas dazu.


4. Highlights  
 
Eigentlich besteht hier fast jeder Tag aus kleinen Highlights. Ich freue mich jeden Morgen wieder, dass ich tatsächlich gerade in Spanien bin und dass ich hier fast ein ganzes Jahr lang bleiben darf. Ich genieße die Zeit hier sehr. Auch wenn mittlerweile schon ein bisschen Routine eingekehrt ist, die Arbeit teilweise sehr anstrengend ist und ich manchmal völlig fertig nach Hause komme, freue ich mich jedes Mal, wenn ich mir überlegen kann, was ich heute Schönes in dieser tollen Stadt unternehmen möchte. Oder wenn ich den Wetterbericht sehe und 33 Grad gemeldet sind und ich tatsächlich Mitte Oktober noch einen Sonnenbrand bekomme.
Persönliche Highlights waren auch Gitarre spielen und Lagerfeuerlieder singen am Strand bei schönen Sonnenuntergängen, Kochabende mit Freunden, ein Tagestrips, unser Wochenende in Barcelona, um eine andere IJGD-Freiwillige an ihrem Geburtstag zu besuchen und ein Besuch im Kino, bei dem ich tatsächlich fast alles verstanden habe.
Gelungene Konversationen auf Spanisch sind auch immer ein Grund zur Freude. Seit der Spanisch-Kurs begonnen hat und ich auch häufiger Spanisch spreche, gibt es immer öfter Situationen, in denen Spanier mir sagen: „Du kannst aber schon gut Spanisch dafür, dass du es erst so kurz lernst“, was jedes Mal ein absolutes Highlight für mich ist. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das einfach nur höflich und nett ist, oder ob die Menschen das wirklich ernst meinen. Wie auch immer, ich freue mich trotzdem…
 

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