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Mein IJFD in den USA

Ich habe viele neue Freunde aus allen Teilen der Welt gewonnen, da Camphills ein sehr internationales Flair haben und somit auch mehr über verschiedene Kulturen lernen können. Am meisten natürlich über die amerikanische, welche sich schon ziemlich von der deutschen Kultur unterscheidet.

Name:LorenzEinsatzstelle:Camphill Special School Beaver Farm, USAInhaltliche Ausrichtung:Anthroposophische Einrichtung für Menschen mit Behinderung

Obwohl es sicherlich Tage gab, die sehr anstrengend waren und sich ganz schön gezogen haben, ging die Zeit alles in allem doch extrem schnell um. Und diese Zeit möchte ich auf gar keinen Fall missen. Ich habe viele neue Freunde aus allen Teilen der Welt gewonnen, da Camphills ein sehr internationales Flair haben, und somit auch mehr über verschiedene Kulturen lernen können. Am meisten natürlich über die amerikanische, welche sich schon ziemlich von der deutschen Kultur unterscheidet. Noch dazu konnte ich Washington D.C., Philly, New York, die Niagara-Fälle und Miami erkunden und so Weihnachten auch erstmals in der Sonne verbringen.

Ich konnte viel über mich selber lernen – unter hoher Arbeitsbelastung verbunden mit regelmäßigen Stress-Situationen –, da das Leben mit und die Pflege von Menschen mit Behinderungen rund um die Uhr sicher kein Zuckerschlecken ist! Doch ich bin dankbar für diese Erfahrungen und kann nun mit einem ganz anderen Blick auf Menschen mit Behinderungen schauen. Denn ehrlich gesagt, sah ich vor dem Freiwilligendienst tatsächlich eher nur die Behinderung des Menschen, nicht aber die Person dahinter, die abgesehen von den besonderen Bedürfnissen ganz normal ist, Sachen mag und Sachen nicht mag, Talente in bestimmten Dingen hat und andere Dinger weniger gut kann, mal gute Tage hat und auch mal schlechte erwischt. Das wichtigste ist jedoch, dass man lernt, kein Mitleid haben zu müssen, da sie glücklich sind. Sie haben immer mit ihren „Einschränkungen“ gelebt, kennen es nicht anders und leben damit ihr „ganz normales“ Leben.

In der Zukunft möchte ich meine Einsatzstelle auf jeden Fall nochmal besuchen, da es definitiv sehr schön sein wird, zurückzukommen und all die Menschen wiederzusehen, auch wenn manche meiner „Students“ dann schon in anderen Einrichtungen sein könnten. Natürlich bleibt man über die sozialen Medien einfacher in Kontakt, dennoch ist es immer etwas anderes, die Menschen auch persönlich wieder zu treffen. Anbieten würde sich dafür die sogenannte „Holy Week“ vor Ostern, zum einen da ich dort vermutlich Semesterferien habe, zum anderen, da diese Woche mit die spaßigste im halben Jahr war. Denn in der „Holy Week“ wird nicht im normalen Plan gearbeitet, sondern die gesamte Farm hat die Woche über an einem größeren Projekt gearbeitet. In diesem Jahr war es der Garten vom neuen „Lucas House“, welcher schön hergerichtet wurde mit hunderten von Pflanzen und Bäumen und dementsprechend viel Rindenmolch. Da nächstes Jahr eventuell noch ein neues Haus zur Farm hinzukommt, könnte dann der Pfad vom „Lucas House“ zum neuen Haus das Projekt sein, da alle Häuser natürlich miteinander verbunden sein sollen.

Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die mich unterstützt und mir dieses tolle halbe Jahr ermöglicht haben, also meiner Familie, Freund_innen, den ijgd, aber natürlich auch der „Beaver Farm“ und allen die dazu gehören.

Viele Grüße, Lorenz
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