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Mein zweiter Bericht

Von meinen „Klienten“ habe ich viel gelernt. Sie zeigen mir täglich, dass man auch in schweren Situationen das Gute sehen kann, dass man täglich neue Dinge lernen kann und vor allem, dass man nie Angst haben sollte, nach Hilfe zu fragen.

Name:SarahEinsatzstelle:Casa de los AmigosInhaltliche Ausrichtung:Einrichtung für Menschen mit Behinderung; Wohngruppe für Kinder und Jugendliche und Wohngruppe für Erwachsene

Seit meinem letzten Bericht hat sich einiges verändert. Nicht nur bei der Arbeit, sondern auch im Alltag hat sich einiges bei mir getan.
Ich habe mehr Aufgaben in meiner Einrichtung übernommen, d.h. auch, ich habe mehr Verantwortung. Ich übernehme mehr und mehr die Aufgaben einer richtigen Mitarbeiterin, wie  zum Beispiel Medikamente geben und die Kinder zu Arztterminen begleiten. Daneben bin ich nach wie vor für die "kleinen" Aufgaben zuständig, wie das  Abendessen zu kochen, aufzuräumen und mit den Bewohnern zu spielen.

Leider muss  ich aus meinen Haus, über das ich im letzten Bericht geschrieben habe, ausziehen, da dieses von der Besitzerin aus finanziellen Gründen verkauft wurde. Ich würde gerne meine gesamte Zeit des  Freiwilligendienstes  hier verbringen, da es mir hier so gut gefallen hat und ich mich mit meinen Mitbewohnern so gut verstehe. Aber das ist leider nicht möglich. Nach dem Zwischenseminar werde ich also ausziehen und erst mal bei einer Kollegin und ihren Eltern einziehen.

Ein besonderes Ereignis seit meinem ersten Bericht war auf jeden Fall ein kleiner Wochenendtrip in die Berge Kaliforniens  vor Weihnachten. Der Kontrast zwischen dem warmen San Diego und dem verschneiten Dorf Idyllwild in den Bergen war schön anzusehen und wir hatten viel Spaß beim Rodeln. Meine Chefin  hatte mich netterweise als ihren Gast mitgenommen und ein anderer Freiwillige war auch dabei.

Außerdem waren wir mit einigen Bewohnern meiner Einrichtung im Disneyland, was ein sehr schönes Erlebnis  war und mir immer in Erinnerung  bleiben wird. Nachdem wir den ganzen Tag im Disneyland verbracht hatten, haben wir die Nacht in einem guten Hotel gleich gegenüber dem Park verbracht und sind am nächsten Morgen wieder nach San Diego gefahren.

Ein weiteres Highlight war mein erster richtiger Urlaub, den ich mir genommen habe, denn mein Vater hat mich über Neujahr aus Berlin besucht. Wir haben eine Woche in San Diego verbracht und ich konnte ihm meine Einrichtung und die Menschen mit denen ich täglich arbeite vorstellen. Danach sind wir zwei Wochen lang die Küste Kaliforniens hochgefahren bis nach San Francisco und wieder zurück. Meinem Vater meine Arbeit und mein Umfeld, die Stadt San Diego und mein Zuhause näher zu bringen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Deswegen war ich sehr traurig  als er wieder nach Deutschland  fliegen musste. Dennoch habe ich nach wie vor kein Heimweh, denn ich genieße meine Zeit in Kalifornien sehr.
Eine Tätigkeit, die mir am meisten Spaß macht, sind die Kinder auf Ausflüge zu begleiten und mit ihnen die Sonne und die frische Luft zu genießen. Selbst wenn wir nur in den Park gehen, finde ich es immer schön, die Kinder an die  frische Luft zu bringen und ihren Alltag besonders zu gestalten. Es ist gut, wenn man sieht, wie die Kinder angeregt werden und den Ausflug genießen.

Eine Schwierigkeit die auftrat war, dass mein Auto, das mir meine Chefin zur Verfügung gestellt hat, in die Werkstatt musste und ich nun seit einem Monat kein Auto habe.
Dazu muss  man wissen: In San Diego ist man auf ein Auto angewiesen, da nicht nur der öffentliche Personennahverkehr sehr unzuverlässig ist, sondern auch alles weit entfernt und teilweise nur über den Highway zu erreichen ist. Also bin ich momentan auf Mitfahrgelegenheiten und hilfsbereite Menschen angewiesen. Zur Arbeit bin ich bis jetzt immer pünktlich gekommen, aber mein Auto fehlt mir sehr, da ich nun von anderen Menschen abhängig bin und nicht mehr jederzeit hinfahren kann wohin ich will, z.B. ins Fitnessstudio oder zum Supermarkt. Voraussichtlich bekomme ich ein neues Auto nach dem Seminar gestellt.

Ich habe meine Mitarbeiter gefragt, wofür sie mich schätzen und die Antworten haben mich sehr gefreut. So meinen sie z.B.l, dass ich immer lustig und gut drauf bin bei der Arbeit und herumalbern kann, dennoch hart arbeite und immer Neues lernen will und niemals nein sage.

Von meinen „Klienten“ habe ich viel gelernt. Sie zeigen mir täglich, dass man auch in schweren Situationen das Gute sehen kann, dass man täglich neue Dinge lernen kann und vor allem, dass man nie Angst haben sollte, nach Hilfe zu fragen. Von mir konnten sie lernen, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, manchmal die Musik einfach laut aufzudrehen und wild durchs Wohnzimmer zu tanzen.
Auf das Zwischenseminar freue ich mich sehr. Endlich kann ich meine Freunde wieder sehen, die ich auf dem ersten Seminar kennengelernt habe. Von dem Seminar erwarte ich mir eine Woche mit viel Spaß, Geschichten über die anderen Einsatzstellen und sich gegenseitig austauschen, denn ich denke nur ein anderer Freiwilliger kann meine Situation am besten verstehen.

Von meinen kommenden sechs Monaten in meiner Einsatzstelle erwarte ich weiterhin ein freundliches  Arbeitsklima, viele Ausflüge und Sportveranstaltungen und weiterhin neue Dinge dazuzulernen.
Außerdem will ich das gute Wetter San Diegos ausnutzten und oft an den Strand gehen, bevor ich wieder ins kalte Deutschland muss.

An IJGD kann ich mich wenden, wenn ich Fragen habe, jedoch beantworten diese sich meistens selber, wenn wir eine Mail mit allen Infos bezüglich unseres FSJs bekommen.

Die meisten sozialen Kontakte mit denen ich meine Freizeit verbringe sind Angestellte in meiner Einrichtung. Jedoch unternehme ich auch viel mit meinen Mitbewohnern und ihrer Familie. Zum Beispiel werde ich zu Geburtstagsfeiern und Partys eingeladen.
 

Viele Grüße, Sarah
Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.