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Mein IJFD in den USA

Viele Vorstellungen haben sich schon in den ersten Tagen bestätigt. Dinge wie die großen Autos, USA-Fahnen und Polizei überall und viele, in meinen Augen unnötige Dinge.

Name:LukasEinsatzstelle:Project Hospitality, Staten Island, USAInhaltliche Ausrichtung:Einrichtung für Menschen in sozialen Notlagen in Staten Island / New York City

Mein gemeinsames Jahr mit S. hat damit angefangen, dass wir gemeinsam von Frankfurt zum John-F.-Kennedy-Flughafen geflogen sind. Es ist der größte Flughafen New Yorks. Dort angekommen ist bei S. alles gut gelaufen, nur ich wurde in ein Nebenzimmer geführt, da es für die Beamten merkwürdig war das ich ein Freiwilliges Jahr mache und trotzdem Geld verdiene. Nach langem Warten und einem kurzen Gespräch, durfte ich auch endlich einreisen. Wir haben beide ein Visum für 12 Monate bekommen. Nachdem ich meine Koffer hatte, haben S. und ich, L. und M. kennengelernt. Diese waren die Freiwilligen vor uns und waren am Ende ihres Freiwilligen Jahres.

Auf dem Parkplatz, hat uns Paul aufgesammelt. Er ist unsere Ansprechpartner vor Ort und ist verantwortlich für die Freiwilligen in der Organisation. Auf dem Weg nach Staten Island haben wir erste Bekanntschaft mit seiner Begeisterung für das Reden gemacht. Wir haben, bevor wir zu unseren Appartements gefahren sind, vom Fort Wadsworth aus einen ersten Blick auf die Skyline von Manhattan bekommen dürfen. Danach sind wir noch zu wichtigen Punkten unseres Aufenthaltes gefahren, wie der Tankstelle, der Suppenküche in 514 Bay Street oder dem Fährenterminal. Am gleichen Abend haben wir alle gemeinsam in Staten Islands „Bay House Bistro“ gegessen. Für die einen das Abschiedsessen, für die anderen das Willkommensessen.

Da wir Mittwochs ankamen und L. und M. erst am Samstag geflogen sind, haben uns die beiden in den darauffolgenden Tagen viele Orte auf der Insel gezeigt, die mehr oder weniger etwas mit der Arbeit zu tun hatten. Das Office in dem Paul arbeitet, den Pier von Staten Island, an dem am gleichen Tag noch ein Feuerwerk war oder auch gute Restaurants. Ich habe am ersten Tag auch A. kennengelernt. Er kommt aus Alabama und hat im gleichen Jahr wie L. und M. angefangen. Es gab auch viel Organisatorisches zu erledigen, wie einen Bank-Account anlegen, die Versicherung fürs Auto abschließen oder unsere Arbeitsausweise besorgen. Bevor L. und M. geflogen sind, haben wir noch gemeinsam ein Fußballspiel angeschaut, was sehr unterhaltsam war. Es war ein Stadtderby, ein Spiel der beiden Mannschaften aus New York. Gespielt wurde jedoch in New Jersey, da sie beide kein Stadium in New York haben. Nachdem L. und M. geflogen sind, hieß es: Wohnung putzen, auspacken und nachschauen was man noch an Küchenutensilien braucht ( Suppenlöffel, Salatschüssel etc.). Glücklicherweise hatten wir eine Woche frei, bevor wir arbeiten mussten, wodurch S. und ich die Möglichkeit hatten, die Wohnung nach unseren Wünschen einzurichten und die Stadt unsicher zu machen.

Unser erster Arbeitstag war ein Dienstag, da montags unser „Day off“ ist, also der freie Tag. Dienstags treffen wir uns immer mit S. G. in 514 Bay Street. Wir begleiten ihn auf seiner Tour im Südosten der Insel. Die Aktion heißt „Mobile Food Pantry“ und besteht darin, bereits gepackte Tüten mit Lebensmitteln zusammen mit frischem Gemüse an bedürftige Menschen auszugeben. Die gepackten Tüten bestehen zumeist aus Nudel, Müsli, Säften und Dosen. Wir haben auf der Route vier Stopps. Diese werden unterschiedlich besucht, da ein Stopp zum Beispiel direkt an einem Mehrfamilienhaus liegt, ein anderer jedoch an einer wenig befahrenen Straße an einer Kirche.

Unsere Aufgabe ist es außerdem, diese Aktion bekannt zu machen. Das heißt, Flyer verteilen und die Leute zu informieren wann und wo wir sind. Wir sind die erste Generation Freiwilliger, die diese Aktion begleiten. Der Tag geht von 9 Uhr morgens bis 15:15 Uhr mittags. Nach der Tour fahren wir zurück zu 514 Bay Street und laden die Tüten und das Gemüse, welches nicht benötigt wurde, wieder aus. Es ist ganz praktisch, dass wir bei 514 sind, weil wir dort einkaufen können. Dazu aber später mehr. In der Regel ist unser Tag dann zu Ende, jedoch müssen wir manchmal noch Extraarbeit machen, wie zum Beispiel, Essensspenden abholen oder Sachspenden. Wir müssen außerdem noch die Zahlen der Bedürftigen (Erwachsene, Kinder und Senior_innen) in eine Tabelle eintragen, damit die Verantwortlichen sehen, dass die Aktion bekannter wird und, um zu sehen welche Stopps sich lohen, beziehungsweise welche sich nicht lohnen. Die Leute, die man bei dieser Arbeit trifft, sind alle sehr nett und vor allem dankbar, dass ihnen geholfen wird. Das ist ein gutes Gefühl, wenn man den Menschen direkt helfen kann, und ich auch sehe, wie sie sich freuen.

Mittwochs fängt unser Tag auch um 9 Uhr an. Wir müssen jeden dritten Mittwoch im Monat Brötchen abholen und diese an eine nahegelegene Schule fahren. An den anderen drei Mittwochen im Monat können wir selbst organisieren. Unsere Aufgaben mittwochs sind folgende: Wir müssen selbstständig Möbelabholungen und Lieferungen organisieren. Das heißt, wir bekommen von Paul Zettel, bei denen es sich entweder um „Recipients“ also Empfänger_innen oder um „Donor“ (Spender_innen) handelt. Unsere Aufgabe besteht darin, die „Donor“ anzurufen, um einen Termin zu vereinbaren, an welchem wir die Möbel, welche sie spenden möchten, abholen. Dazu kommt, dass wir die „Recipients“ anrufen und einen Termin vereinbaren, wann wir die Möbel liefern können. Der Clou ist, dass wir die Abholung und Lieferung so legen, dass wir die Möbel direkt liefern, da wir keine Lagermöglichkeit haben.

Die andere Aufgabe mittwochs ist das „Warehouse“. Dieses müssen wir regelmäßig sortieren und aufräumen. Diese Aufgabe haben wir aber bisher noch nicht machen müssen, da es L. und M. in einem sehr guten Zustand hinterlassen haben und sich bisher noch nichts geändert hat. Wenn wir die Möbel abholen und liefern, müssen wir einen Zettel ausfüllen lassen, welcher generelle Informationen enthält. Teilweise ist es schwierig, die richtigen Möbel zu liefern. Denn zum Beispiel ein „Twin Bed“ ist kein Doppelbett, was man möglicherweise annimmt, sondern ein Einzelbett. Ein „Full Bed“ dagegen ist ein Doppelbett und kein vollständiges Bett (Matratze, Boxspring und Rahmen). Teilweise kompliziert.

Jeden Donnerstag fangen wir normalerweise morgens um 11:00 in der Bay Str. 514, einer Art Supermarkt sowie Suppenküche, an. Hier können alle Leute, die entweder eine Einkaufskarte besitzen oder im System registriert sind, von 9:00 Uhr bis 12:00Uhr „shoppen“ kommen. Da der Vorrat an Waren im Supermarkt begrenzt ist und von Spenden, beziehungsweise Lieferungen der Food Bank of New York oder City Harvest abhängt, bekommt jede_r Kund_in eine_n “Einkäufer_in“ zur Seite. Ich zeige den Kund_innen dann die Auswahl an Produkten und die von Kund_in zu Kund_in variierende Anzahl an Waren, die er bzw. sie nehmen darf. Die Anzahl der Waren ist jeweils abhängig von der Anzahl der Familienmitglieder. Wie bereits angesprochen, treffen wöchentlich, meistens am Donnerstag, Lebensmittellieferungen ein. Sowohl gefrorene Fleischwaren und Fisch, der häufig in Gefriertruhen im Erdgeschoss gelagert wird, aber auch frisches Obst und Konserven, die über eine Nebentreppe in den ersten Stock transportiert werden müssen. Immer wieder ein nettes „Workout“, wenn sieben Paletten mit jeweils 100 Boxen eintreffen. Das ist S. und meine Hauptaufgabe donnerstags. Paletten entladen. Mal schauen wie viel Spaß das im Winter machen wird.



Ab zwölf Uhr beginnt dann die warme Essensausgabe im Erdgeschoss, bei der normalerweise so viele Freiwillige zur Seite stehen, dass unsere Hilfe nicht benötigt wird. Während die Leute unten essen, nutzen wir die Zeit, um selbst eine kleine Mittagspause zu machen. Ab ein Uhr wird die Essensausgabe geschlossen und alles wird aufgeräumt bzw. abgewaschen und so präpariert, dass es am Dienstag der nächsten Woche direkt wieder weiter gehen kann. Bevor wir 514 verlassen, müssen wir aber noch 10 gepackte Tüten einpacken. Damit ist dann unsere Arbeit an der Bay Str. 514 für den Donnerstag getan. Danach geht es aber um zwei Uhr auf den Weg zum El Centro.

Das El Centro ist eine Art Speisekammer und ein Migrationszentrum für spanisch sprechende Einwander_innen (überwiegend Südamerika), an der Lebensmittel herausgegeben werden. Hier arbeiten wir jeweils zwei Stunden, jeden Samstagmorgen sowie an Donnerstagen nach der Bay Str. 514. Diese Einrichtung steht in Kooperation mit Project Hospitality und empfängt regelmäßig frische Lebensmittellieferungen von der Bay Str. 514. Dennoch ist die Auswahl an Produkten hier deutlich kleiner als in der Bay Street. Ein Großteil der Produkte sind Konserven oder Bohnen. Meine Hauptaufgabe besteht darin, die Lebensmittel, welche mit einer Lieferung gekommen sind, in den Keller zu bringen und das, was ausgegeben wird, hochzubringen. Neben uns beiden helfen auch noch viele andere Freiwillige bei der Essensausgabe aus und es kommt immer wieder zu netten Gesprächen. Danach muss ich zu den Leuten gehen und alle nach ihrer Handynummer fragen. Diese wird dann in einer App gespeichert, um eine Übersicht zu haben, wer wann kommt und wie oft. Nachdem alle Produkte herausgegeben wurden, ist es noch unsere Aufgabe, den entstanden Müll zum zwei Straßen entfernt gelegenen Office zu bringen.

Mit El Centro sind wir dann um 6:00 Uhr fertig. Damit aber nicht genug. Dann geht es weiter zu der Reform Church of Prince Bay. Dort geben wir nun die gepackten Taschen an bedürftige Menschen aus. Zwar sind dort viel mehr als zehn Menschen, jedoch sind viele, die diese Kirche besuchen, nicht in der Lage, die Lebensmittel aus den Tüten zu verwenden. Denn manche haben keine eigene Küche oder Leben in ihrem Auto. Die für mich bisher schlimmste Geschichte hat mir ein Mann dort erzählt. Er lebt auf der Straße mit nichts als zwei Koffern und einem Regenschirm. Als ich mit ihm geredet hab, hab ich ihn gefragt, was er im anrückenden Winter macht. Er sagte mir, dass er in der Bahn, welche vom Norden der Bronx bis in den Osten Brooklyns fährt, schläft. Diese Fahrt dauert zwei Stunden. Das macht er vier Mal dann hat er acht Stunden Schlaf, was ihm reicht. So etwas ist für mich krass. Zurück zum Tag. Der Tag endet dann endlich um 20 Uhr im Apartment.

Freitags fangen wir um 9:30 Uhr in 514 Bay Street an. Wir machen das gleiche wie am Dienstag nur mit J. Er ist eher in unserem Alter und es ist immer witzig, mit ihm zu arbeiten. Der Unterschied zu Dienstag besteht darin, dass die Stopps anders sind und der Tag auch nicht so lang ist. Er endet meistens um 14:30 Uhr. Samstags fing unser Tag um 8:00 Uhr bei El Centro an. Er „fing“ an, da wir die ersten vier Wochen zusammen dort gearbeitet haben und seit zwei Wochen arbeite nur noch ich da. Unsere Aufgaben sind die gleichen wie am Donnerstag, glücklicherweise sind nur die Kund_innen weniger, was die Arbeite ein wenig erleichtert. Die Verantwortliche dort, B., ist eine sehr nette ältere Frau. Um 10:30 Uhr sind wir dann fertig und haben meistens den restlichen Tag frei.

Sonntags beginnt die Arbeit frühestens erst wieder gegen 16:30 Uhr damit, dass wir uns auf dem Weg zum Old Bermuda Inn, machen. Auch das haben wir die ersten vier Wochen gemeinsam gemacht, jetzt macht es nur noch Steffen. Es ist eine schöne Gaststätte im Süden von Staten Island, die jeden Sonntag Abendessen bereitstellt, welches wir abholen und zur Assumption St. Paul bringen. Meist stehen wir auf dem Weg zur Assumption Saint Paul im Stau, da gefühlt ab 17:00 Uhr jede_r Autofahrer_in auf Staten Island gleichzeitig mit der Arbeit fertig ist und über die Interstate zum NFL-Spiel nach Hause fahren muss. Wenn wir dann an der Kirche ankommen, findet meist noch der Gottesdienst statt. In der Zwischenzeit fangen wir dann an, die Speise anzurichten. Das Essen, dass wir hier servieren, könnte man abgesehen davon, dass es in Aluminiumbehältern aufgeheizt wird, nicht von Sterne-Speisen unterscheiden. Neben dem Besorgen des Essens sind wir auch dafür zuständig, dass der Vorrat an Tellern, Besteck, Küchenpapier usw. aufgefüllt wird. Den Nachschub besorgen wir aus der Bay Str. 514. Nachdem sich jede_r etwas von den Speisen genommen hat, werden die Reste in kleine Behälter verpackt und den Leuten mit nach Hause gegeben. Hier in der   Assumption St. Paul trifft man oft auch dieselben Freiwilligen, die in der Bay Street oder im El Centro aushelfen. Nachdem alle Leute dann gegangen sind, hilft hier jede_r beim Saubermachen und Aufräumen, damit man ab 20:00 Uhr auch pünktlich nach Hause kommt.

Damit ist auch schon eine reguläre Woche um.

Nach dem beschriebenen Wochenplan möchte ich noch etwas zu meiner Freizeit sagen. Durch die Arbeitszeiten und die Aufteilung mit S. habe ich relativ viel Freizeit. Diese verbringe ich damit, mich um die Wohnung zu kümmern, da es doch mehr Arbeit gibt, als man denkt. Es fallen Aufgaben an wie Spülen, Putzen oder auch Glühbirnen wechseln. In der Anfangszeit waren S. und ich außerdem sehr viel in Manhattan. Inzwischen ist es ungefähr ein Tag in der Woche. In der Stadt haben wir anfangs viele bekannte Orte besucht, wie den Times Square oder Coney Island. Inzwischen treffe ich mich manchmal auch mit Au-pairs, welche im Norden von New York arbeiten. Mit diesen mache ich eher etwas Gemütliches, wie ein Picknick im Central Park.

In meiner restlichen Freizeit gehe ich in das Nahe gelegene Fitnessstudio. Dort habe ich einen Mann kennengelernt, der mich sozusagen „trainiert“. Er zeigt mir die Übungen und sagt mir, auf was ich achten muss. Ich habe ihn einfach angesprochen, da er so aussah, als ob er Ahnung hat und es war/ist überhaupt kein Problem für ihn, mir zu helfen. Ich hab auch das Gefühl, dass es ihm Spaß macht. Ich war auch schon öfters im National Park der Insel joggen. Das ist eine ganz schöne Abwechslung zum Stadtleben. Ich bin auch manchmal mit dem Longboard von M. unterwegs, welches ich ihm abgekauft habe. Sei es einfach nur in meiner Gegend oder mit S. auf Coney Island. Dort gibt es einen sehr schönen Pier, welcher perfekt geeignet ist, um mit den Boards zu fahren.

Bei gutem Wetter besteht außerdem die Möglichkeit einfach an den Strand zu gehen und die Sonne zu genießen. Das hab ich in den letzten zwei Wochen jedoch nicht mehr gemacht, da es ziemlich kalt geworden ist. Sollte es mal schlechtes Wetter sein, ist es auch schön, sich einfach mal einen Film anzuschauen. Auch haben wir mit A. öfters zusammen Football in meinem Apartment geschaut, was auch immer gut war. Ich war bisher außerdem einmal bei den anderen Freiwilligen in Philadelphia, was sich durch die freien Tage von Samstag bis Montag ideal anbietet. Die Lage des Apartments ist sehr geschickt. Wenn man einkaufen möchte, hat meine einen Supermarkt direkt (100m) vor der Haustür oder man fährt zwei Minuten zum nächsten Supermarkt. Direkt vor der Wohnung ist ein Fast-Food-Laden, den ich schon öfters besucht habe, da es sich einfach anbietet. In der nahe gelegen Hauptstraße sind außerdem noch eine Vielzahl an Restaurants und viele bekannte Fast-Food-Ketten angesiedelt. In der gleichen Straße ist außerdem ein großes Kino von Staten Island. Dieses ist von meinem Apartment ca. 15 Minuten zu Fuß entfernt. Auch ist die Polizeiwache nicht weit entfernt, wodurch man sich sicher fühlt. Sie ist aber so weit entfernt, dass die Sirenen der Autos einen nicht stören.

Was ich zu meinen Bericht noch zu ergänzen hab, sind ein paar Antworten auf die Fragen. Viele Vorstellungen haben sich schon in den ersten Tagen bestätigt. Dinge wie die großen Autos, USA-Fahnen und Polizei überall und viele, in meinen Augen unnötige Dinge, wie nahezu jeden Artikel im Supermarkt in zwei Plastiktüten einzupacken oder auch „Crossing Guards“, also Leute, die den Verkehr an einem Zebrastreifen oder Ampeln regeln, damit Leute über die Straße gehen können. Jedoch hat es mich überrascht, dass die Amerikaner sehr freundlich sind. Sie fragen immer, wie es einem geht, und wünschen immer einen schönen Tag. Auch bedanken sie sich sehr ausführlich für Kleinigkeiten. Anfangs fand ich das sehr höflich und habe immer geantwortet. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass es nur Redensarten sind und es sie nicht wirklich interessiert. Wie bereits erwähnt kennt man ein paar Leute. Jedoch ist es meiner Ansicht schwerer als in Deutschland, da man nicht einfach einem Verein beitreten kann, da die Amerikaner die meisten Sportarten in der Schule haben. Es gibt dementsprechend wenig öffentliche Sportvereine, wodurch es schwerer wird Gleichaltrige kennenzulernen. Auch der Fakt, dass wir keine Schule besuchen, sondern arbeiten, macht es schwerer, Freunde zu finden. Jedoch ist es nicht unmöglich, wie man sieht.

Meine Lebenssituation war anfangs eine Herausforderung, da ich keine fast Ahnung von Kochen und Waschen hatte. Ich habe mir daheim von meiner Mutter einen Crash-Kurs dafür geben lassen. Dieser hilft. Bisher habe ich sehr viele einfache Gerichte gekocht, ich möchte mich aber in Zukunft auch an schwere Gerichte herantasten. Wäsche waschen ist zum Glück auch nicht schwer, da die Waschmaschine sozusagen alles vorgibt und man nur zwischen Bunt, Weiß oder Strick-Klamotten unterscheidet. Das Einarbeiten hat aus zwei Gründen sehr gut geklappt. Zum einen sind die Leute sehr freundlich und hilfsbereit, zum anderen ist die Arbeit „idiotensicher“ was so viel heißt, dass Kistentragen oder Essenausgeben nicht die anspruchsvollsten Aufgaben sind, welche man haben kann. Ein Highlight gab es noch nicht direkt. Es sind eher die kleinen Freuden der Menschen wenn man ihnen hilft.

An die restlichen zehn Monate hab ich keine direkten Erwartungen, da die Arbeit vermutlich bis auf Kleinigkeiten die gleiche ist. Ich habe nur die Befürchtung, dass wir in den Monaten vor Weihnachten die Übersicht im Warehouse verlieren, da bereits alle Regale voll sind und sehr viele Spenden reinkommen werden bzw. da sind. Mein Ziel in diesem Jahr ist es, die meisten größeren Städte der Ostküsten zu sehen und sie dadurch sozusagen komplett gesehen zu haben.

Viele Grüße, Lukas
Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.