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Meine ersten Erfahrungen in Project Hospitality

Nach knapp zwei Monaten in New York ist es an der Zeit euch einen kleinen Einblick in meinen bisherigen Amerikaaufenthalt zu ermöglichen.

Name:MatthiasEinsatzstelle:Project Hospitality, New York

Am 1. September traf ich mich mit, dem anderen Deutschen vom IJGD Hildesheim der mit mir arbeitet, am Flughafen Hamburg, um zuerst nach München und anschließend von dort aus nach Newark, welches nahe Staten Island NY liegt, zu fliegen. Die von vielen gefürchtete Einwanderungsbehörde verlief ohne weitere Einschränkungen und wir bekamen beide ein Einjahres-Visum. Das ist, wie wir von einigen anderen IJGD Mitgliedern, die sich schon vor uns auf den Weg gemacht hatten, nicht selbstverständlich. Einige bekamen nur ein Halbjahres-Visum, welches dann verlängert werden muss, was wiederum mit Kosten und Mühen verbunden ist. Somit hatten wir auch etwas Glück, da der Officer in der Einwanderungsbehörde nach unseren Erkenntnissen in den meisten Fällen aus dem Bauch heraus entscheidet, welches Visum man bekommt. Als wir aus dem Flughafen kamen empfing uns sogleich unser Anleiter der Einsatzstelle, welcher für unsere Betreuung im Project Hospitality zuständig ist. Er spendierte uns erst einmal `Subway` Sandwiches und zeigte uns unsere Wohnungen. Jeder von uns hat ein kleines aber voll eingerichtetes Souterrain-Apartment. Am Tag darauf holte er uns mit seinem Auto von zuhause ab, zeigte uns unsere Arbeitsstellen, angefangen mit der 100 Park Avenue, wo sich die Zentrale von Project Hospitality befindet. Dort stellte er uns sämtlichen Kollegen vor und wir bekamen die Schlüssel für unseren Van, mit dem wir den Großteil unserer Aufgaben erledigen, sei es Essens- oder Kleiderspenden die von A nach B zu bringen sind oder um zur Suppenküche 514 Baystreet zu kommen.

Die verschiedenen Arbeitsstellen zeigte er uns im Schnellverfahren, wir bekamen Zettel, auf denen unsere Aufgaben aufgelistet waren und nach 2 Einweisungstagen mussten wir selbstständig zu den Einsatzgebieten finden. Das war durchaus eine Herausforderung, da es den Straßen, gerade hier bei uns, in der ärmeren North Shore der Insel nicht an Schlaglöchern, dafür jedoch an Straßenmarkierungen mangelt und auch die Beschilderung ( wenn vorhanden) für mich gewöhnungsbedürftig war. Man muss jedoch sagen, das nach einer Woche so etwas wie Routine aufkam. Am Montag und Mittwoch helfen wir einem 34 jährigen Freiwilligen der Organisation, dessen Aufgabe es ist, Spenden wie z.B. Schränke, Fernseher oder Waschmaschinen, die meistens in der wohlhabenden Southshore abgeholt werden, in die Northshore zu bedürftigen Menschen zu bringen. Dies macht sehr viel Spaß, da man einen guten Eindruck über die verschiedenen sozialen Situationen der Menschen und auch einen guten Überblick über die Insel an sich bekommt. Man erhält Einblick in den Alltag von verschiedensten Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. An allen Dienstagen und Donnerstagen helfen wir in der 514 Baystreet, eine Einrichtung von Project Hospitality, in der sich eine Suppenküche für jedermann und eine Art Supermarkt befindet, in welchem man mit vorher zugewiesenen Lebensmittelmarken einkaufen kann. Unsere Aufgabe besteht darin, den bedürftigen Menschen, die die Lebensmittelspenden wie beispielsweise Konserven, Brot und frisches Obst und Gemüse im ersten Stockwerk des Gebäudes erhalten haben, ins Erdgeschoss zu tragen, wo sie dann sortiert und verpackt werden.

Außerdem treffen an den Donnerstagen mehrere Lieferungen ein, die gerade wenn es sich um Tiefgefrorenes handelt, schnellstmöglich in die Kühlung gebracht werden müssen. Die Arbeit im 514 Baystreet würde ich durchaus als die körperlich anstrengendste Arbeitsstelle bezeichnen, allerdings können wir als Gegenleistung immer auf gutes Essen aus der Suppenküche zählen und uns aus den Regalen des ´Supermarktes´ frei bedienen. Freitag gilt allgemein als unser freier Tag, an den Wochenenden arbeiten wir jeweils zwei Stunden, zum einen am Samstag im ´El Centró´ und am Sonntag in der St. Pauls Church. Auf diese beiden Arbeitsstellen werde ich im nächsten Bericht genauer eingehen. Nun möchte ich noch auf die Freizeit, die wir zu Glück auch haben, eingehen. Direkt an der nächsten großen Kreuzung, die nur ca. 20 Meter von meinem Apartment entfernt ist, befindet sich ein Fitnessstudio, in dem wir für umgerechnet 16 Euro monatlich alle Geräte plus Massagesessel etc. benutzen dürfen. Diese waren gerade in den Anfangswochen, beim heißen Wetter und der körperlichen Arbeit Luxus pur. Außer der Arbeit und den Skateparks, welche ich in den ersten Wochen noch nicht besuchen konnte, da ich noch auf Zubehör für mein Skateboard warten musste, war das Fitnessstudio für mich unter der Woche eine willkommene Abwechslung, da die Insel, was Freizeitaktivitäten anging, sonst für mich eher langweilig war. An den Wochenenden waren wir schon des Öfteren in Manhattan, welches ein wirklich spannendes Nachtleben aber auch tagsüber beeindruckende Gebäude und Orte zu bieten hat. Inzwischen bin ich fast täglich in einem der beiden Skateparks auf der Insel unterwegs, natürlich nur wenn es die Arbeit und das Wetter zulässt. Allgemein bin ich mit dem Projekt sehr zufrieden, auch wenn die Tage zum Teil sehr lang und anstrengend sind. Bis bald!

Euer Matthias
Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.