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Zwar gibt es immer mal wieder Hochs und Tiefs in dieser Arbeit, doch im Großen und Ganzen, gehe ich jeden Tag mit Freude an.

Name:LisaEinsatzstelle:Hohepa Hawkes BayInhaltliche Ausrichtung:Einrichtung für Menschen mit Behinderung (Candle Workshop)


Neuseeland - Aotearoa

Hallo miteinander, mittlerweile ist schon mehr als die Hälfte meines Freiwilligendienstes vorbei und deshalb wird es so langsam Zeit, die letzten sechs Monate Revue passieren zu lassen.
Zuerst einmal muss man sagen, dass die Zeit hier rasend vergeht, ich weiß noch wie ich an meinem ersten Tag völlig planlos zur Arbeit kam und richtig aufgeregt war. Kaum eine Idee, was auf mich zukommt und noch viel weniger, wie die Menschen auf mich reagieren werden oder ob sie mich direkt nicht leiden können. Mittlerweile ist das nicht mehr so, jeden morgen komme ich um neun Uhr, meistens gut ausgeschlafen, zur Arbeit und freue mich auf den Tag. Kaum komme ich in die Tür hinein werde ich von mindestens einem Klienten mit einem überschwänglichen „Good Morning“ begrüßt.
Dann fängt unser neu eingeführter „Morning Circle“ an, ja in den letzten Monaten hat sich viel im Candle Workshop verändert. Einer der Mitarbeiter beziehungsweise der Klienten ließt den Vers für den bestimmten Wochentag und dann gibt es ein kleines Quiz. Nach dem Circle beginnt dann die richtige Arbeit. Von Kerzen ziehen, Globes dippen und sonstige Produkte herstellen, bis zum Erfüllen von „IDP Goals“, wird alles gemacht. Am meisten machen mir persönlich die „IDP Goals“ Spaß, hier arbeitet mit einem der Klienten eins zu eins zusammen und versucht ihre gesteckten Ziele zu erreichen, diese sind für jeden Resident unterschiedlich. Ich genieße diese halbe Stunden richtig, denn man kann sich auf die einzelne Person voll und ganz konzentrieren und mit der Zeit merkt man auch Erfolge, die die individuelle Förderung mit sich bringt.
Generell gefällt mir die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen gut. Zwar gibt es immer mal wieder Hochs und Tiefs in dieser Arbeit, doch im Großen und Ganzen, gehe ich jeden Tag mit Freude an.
Sollte es dann doch mal zu größeren Konflikten kommen, heißt das Zaubermittel ruhig bleiben und versuchen vom Problem abzulenken und den Fokus auf etwas anderes zu bekommen.


Derweil bin ich ziemlich gut darin geworden Geduld und Ruhe zu bewahren, denn mit Ungeduld kommt man nicht weit, denn nicht jeder erfüllt seine Aufgaben direkt oder will sie überhaupt ausführen und das gilt es zu respektieren! An diesem Punkt muss ich echt sagen, dass man viel von den Residents in Hohepa lernen kann. Sei es in der Arbeit mit ihnen aber auch, wie sie auf einen zugehen und sich gegenüber Menschen verhalten. Viele sagen einfach gerade hinaus, was sie denken, was ich mit wirklich schätze, denn ich kenne viele Menschen, die Probleme nicht direkt ansprechen, wozu ich teilweise auch dazu gehöre. Des Weiteren achten viele der Klienten viel mehr auf ihre Umwelt/ Umgebung und ihre Mitmenschen, als es vielleicht andere Menschen tun. Dies finde ich sehr bewundernswert und habe mit der Zeit auch gelernt mehr auf die Körpersprache zu achten, denn die Körpersprache verrät dir viel mehr über den Gemütszustand, als man denkt.
Mit meinen Kollegen komme ich gut klar, seien es nun meine Mitarbeiter im Workshop selber oder Kollegen aus anderen Studios. Vor allem aber mit meinen zwei Mitarbeiterinnen aus der Kerzenwerkstatt habe ich sehr viel Spaß. Mit der Co-Workerin, verstehe ich mich besonders gut, sie ist schon eine richtige Freundin geworden und mit ihr kann man sehr gut lachen. In der Vorlage für diesen Bericht wurden wir gefragt, was unsere Kollegen an uns schätzen, dabei musste ich an eine Unterhaltung mit einem Mitarbeiter denken, nachdem ich mit einem Resident aussetzen musste. Im Nachhinein hat sie mich dafür gelobt, wie ruhig ich denn sei und was für eine Geduld ich denn habe mich solange mit dem Klienten auseinandergesetzt, wobei sie schon längst aufgegeben hätte.
Deshalb denke ich mal, dass meine Kollegen meine sehr geduldige, ruhige und ausdauernde Art und meine immer positive Sicht auf die Dinge an mir schätzen.

Für meine verbleibende Zeit hoffe ich einfach, dass es weiterhin alles so positiv und voll von schönen Erinnerungen verläuft und dass das Zwischenseminar genauso viel Spaß macht, wie das Vorbereitungsseminar, auch wenn wir nicht die komplette „Crew“ sind. Ansonsten erhoffe ich mir noch, dass sich weiterhin Chancen ergeben mein Gastland zu bereisen und weiterhin im Projekt alles so verläuft wie es bisher war. Meine Mitfreiwilligen sind mittlerweile meine zweite Familie und ohne sie wäre die Zeit hier auf Neuseeland auch nur halb so spannend und amüsant. Deshalb werde ich meine letzten Monate hier weiterhin in den vollsten Zügen genießen, damit auch keine einzige Sekunde verschenkt bleibt und ich meinen gesamten Freiwilligendienst in Neuseeland mein ganzes Leben lang in Erinnerung behalten werde!

Ansonsten war es das jetzt von meiner Seite aus, denn man soll ja nicht den ganzen Tag vor dem Laptop hängen, wenn man die Option hat in Neuseeland, bei unglaublichen Wetter die Natur zu genießen und Abenteuer mit seinen Freunden zu erleben.
 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.