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Für mich ist die Zeit mit den Kindern keine Arbeit, es ist ein Zusammenleben.

Name:JohannesEinsatzstelle:Hohepa, Poraiti, NeuseelandInhaltliche Ausrichtung:Anthroposophische Einrichtung für Menschen mit Behinderung; Wohngruppen von Kindern und Jugendlichen

Auf dem Flug nach Neuseeland habe ich nicht viel über das bevorstehende Jahr nachgedacht und habe es genossen in den verschiedenen Flughäfen rumzulaufen und leckeres Essen zu genießen. Als ich dann endlich ankam, wurde ich sofort von meinem Hausmanager mit einer Umarmung begrüßt und habe auch gleich eine Einladung zu einem Geburtstag von einem der Kinder bekommen.
Kurz darauf bin ich dann in mein neues Zuhause, Wharerangi, gekommen. Viel Zeit zum Einrichten habe ich mir nicht genommen, weil ich so schnell wie möglich zum Geburtstag wollte. So wie am Flughafen wurde ich auch dort, im Tobias House, herzlich begrüßt! Man fühlte sich direkt wohl.
Mit einem Jet Lag und viel Input habe ich versucht auf dem Geburtstag möglichst viel mit den Kindern zu machen und im Haushalt zu helfen. Als ich dann abends in meinem Bett lag, bin ich sofort eingeschlafen.
Am nächsten Morgen konnte ich es kaum glauben in Neuseeland zu sein!
Mein neues Zuhause teile ich mit ca. 20 anderen Mitarbeitern von Hohepa. Diese kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus: Costa Rica, Frankreich, Amerika, Spanien, Süd Korea usw.. Jeder hier ist sehr offen und man braucht nie alleine sein. Ich persönlich habe nicht lange gebraucht, um mich hier wie zu Hause zu fühlen. Es ist zwar ein Hostel-ähnliches Wohnen hier in Wharerangi, aber mir gefällt es sehr rund um die Uhr Leute um mich zu haben. Und wenn man seine Ruhe haben will, kann man diese auch an vielen schönen Orten in Hohepa bekommen!
Und egal wo man sich hier befindet, man hat immer einen wunderschönen Ausblick. Sogar vom Balkon der Küche: Meine ersten Tage bei der Arbeit waren sehr anstrengend für mich. Ich wollte helfen mit den Kindern zu arbeiten, konnte jedoch zuerst nur beobachten und im Haushalt helfen. Aber diese Zeit verging auch sehr schnell! Nach ein paar Tagen habe ich schon angefangen mit einem Kind alleine den Alltag zu verbringen. Dabei hat das Vertrauen von den Mitarbeitern zu mir sehr geholfen. Ich hab mich sicher mit der Arbeit gefühlt.
An dieser Stelle muss ich mich korrigieren: Für mich ist die Zeit mit den Kindern keine Arbeit, es ist ein Zusammenleben mit den Kindern, mit ihnen den Alltag zu genießen und ihnen zu helfen diesen einfacher zu bewältigen.
Ich habe ziemlich schnell ein Kind gefunden, mit dem ich sehr gut zu Recht komme und habe die meiste Zeit auch mit diesem verbracht. Nach zwei Monaten habe ich schon ein sehr gutes Verhältnis zu ihm und ich könnte sehr viele Highlights dank ihm aufzählen. Eins davon ist, dass er mich schon mit einem Lächeln und einer Umarmung begrüßt sobald er mich sieht. Und wenn so der Tag beginnt kann man nur mit guter Laune den Tag genießen!!!
Natürlich gab es aber auch Situationen in denen ich mich hilflos gefühlt habe und nicht wusste wie ich handeln sollte. Auf einem Spaziergang mit meinem "key child", wurde er sehr emotional und hat angefangen sich selbst mit dem Knie im Sitzen gegen den Kopf zu hauen. Zuerst stand ich ganz perplex neben ihm. Nach meiner kurzen Schockstarre habe ich ihn ganz feste in den Arm genommen, bis er sich entspannt hat. 2 Minuten darauf ist er dann wieder mit einem breiten Grinsen durch die Gegend gehüpft.
Mittlerweile weiß ich nun, wie ich auf bestimmte Situationen reagieren muss und wie diese aber auch vermeiden kann.
Was mir besonders an Hohepa gefällt, ist das Zusammenleben in einer Community! Schon gleich zu Beginn wurde hier das Spring Festival gefeiert. Ganz Hohepa hat sich auf einer großen Wiese zusammengefunden, jeder hat sich mit Blumen geschmückt und es wurde getanzt, gegessen und ganz viel gelacht!
Aber mein Leben hier in Neuseeland besteht nicht nur aus Hohepa. Fast jedes Wochenende machen wir eine Wanderung oder besuchen eine Stadt. Und wenn man nicht wegfährt, kann man auch sehr gut seine Zeit in Wharerangi in dem Wohnzimmer verbringen. An Halloween beispielsweise haben wir eine Party organisiert, bei der jeder etwas zu Essen vorbereitet und sich verkleidet hat. Auch ein paar andere Leute von Hohepa, die nicht in Wharerangi wohnen sind vorbeigekommen. Und besonders bei dieser Party ist mir aufgefallen, dass sich jeder darüber freut wenn man sich mit ihnen unterhält und Spaß hat.
Das ist alles was ich von meiner Zeit in Neuseeland berichten kann. Zusammengefasst kann ich auf jeden Fall sagen, dass ich mich sehr wohl fühle und ich wunschlos glücklich bin!
 

Liebe Grüße, Johannes
Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.