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weltwärts in Ghana

Akwaaba,

angekommen in einer Neuen Welt, betrat ich diese nun, die ich manchmal verzerrt betrachtete, manchmal verurteilend anschaute und die mich öfters faszinierte... Ein komplett ganzes Jahr stand zur Verfügung um die Bilder im Kopf zu verwirklichen oder abzulegen.

Name:Zehra E.Einsatzstelle:Medical and Health Assistance, Koforidua, Asikuma or Agona Swedru, GhanaInhaltliche Ausrichtung:Gesundheit

Nach einigen Seminartagen wurden wir an unsere Projektorte gefahren, wo man uns an unsere Gastfamilien weiterleitete und anschließend nach einigen Tagen Schnupperkurs mit der Gastfamilie konnte ich dann meine Arbeit im Regional Hospital Agona Swedru auf der Operationsstation beginnen.

Zunächst eine sehr gewohnheitsmäßige Verrichtung, wie Wundenbehandlung, OP, Vor- und Nachbereitungen, Patientenverpflegung etc. Dazu muss man betonen, dass es seine Zeit benötigt bevor man sich an die gesamte Struktur, System und Mitarbeiter auf einer Station gewöhnt, daher sollte man versuchen, gerade zu Anfang nicht allzu hohe Erwartungen zu haben. Mit der Zeit nimmt man die Aufgaben und den alltäglichen Ablauf in gelassener Position auf, bis dahin ist es jedoch meißt ein harter Kampf zwischen Verstand und Gefühl. Ich persönlich schaffte es nicht ganz über die Abrtreibungsvorrichtungen hinweg zukommen. Umfasst erlebt hatte ich nach einer Woche alle medizinischen Schwerpunkte, mental sowie auch psychisch. Kaiserschnitt, Tumorentfernungen, Abtreibungen, Unfallopfer, Abzesse, Amputationen und und und... Die Arbeit war durch und durch abwechslungsreich, verstärkt wurde dies, indem ich verschiedene Schichten arbeitete, inbegriffen Nachtschicht, die sehr erfahrungsreich abliefen. Nebenbei suchte ich mir noch Beschäftigung in einem anderen nahegelegen Hospital, um mehr zu lernen und zu sehen. Als körperliche Beschäftigung, arbeitete ich mit einer recht jungen Freiwilligengruppe an einem Schulprojekt, welches komplett von uns restauriert wurde, so dass die Schüler dieser recht ärmlichen Vorstadt Bobikuma, ihren Schulbesuch auch genießen konnten.
Damit möchte ich nur verdeutlichen, dass man nebenbei viel Zeit hat auch anderweitig zu arbeiten und beschäftigt zu sein. Dazu ist natürlich die Absprache mit der Entsende- und Partnerorganisation sehr wichtig. Ich bin sehr zufrieden mit der Betreuung von ijgd und ARA, die einen kommunikativen Austausch bei gegebenen Problemen zwischen allen drei Komponenten geleistet hat.
Um nach einem anstrengenden Arbeitstag etwas zu entspannen, traf ich mich zu Beginn öfters mit den anderen Freiwilligen, doch nachdem man sich auch einheimische Freunde gemacht hatte, suchte ich den Kontakt oft zu dieser Gruppe, da durch ihnen a.) mir die kulturellen Unterschiedene bewusster wurden und sie reflektieren konnte, b.) Meine sprachlichen Kompetenzen in English gesteigert wurden und c.) „Freunde fürs Leben“ geknüpft wurden. Zudem sah ich kein Sinn darin meinen Alltag allein mit Menschen zu verbringen, die aus demselben Background kamen, ich wollte Neues sehen und Erleben und dies ging allein nur indem ich mich auf die Einheimischen einließ. Natürlich fügte die Gastfamilie ihren Anteil dazu, doch mit Gleichaltrigen lernt und chillt man nunmal lieber.
Im Rückblick kann ich sagen, das Jahr war es wert gelebt und erlebt zu werden. Neustart im freundschaftlichen Bereich, Erkenntnisse die immer Deins bleiben werden, Hinterfragungen politischer Aspekte, Sensibilisierung im Bereich des Konsums, die Fähigkeit hinter Kulissen zu schauen, eine eigene Meinung in Bezug auf Entwicklungsländer zu haben, die natürlich sehr variiert aufgrund von Gastland, Dauer und Bezugspersonen, eine komplette Horizontveränderung sowie Erneuerung.
Ich danke dem „weltwärts“- Programm und allen die dieses Jahr verwirklicht haben.

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.