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Von den Klienten wurden Rosi und ich sehr herzlich aufgenommen. Von Beginn an sind viele Klienten auf uns zu kommen und haben uns selbstgebastelte oder –gemalte Sachen gezeigt, uns was erzählt und uns umarmt.

Name:ChristinaEinsatzstelle:Djerela in KiewInhaltliche Ausrichtung:Betreuung von Menschen mit Behinderung

Den Wunsch ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu machen hatte ich schon nach meinem Abitur. Damals hatte ich aber direkt einen passenden Studienplatz gefunden. Es bot sich aber nun an dies nach meinem Bachelorabschluss nachzuholen. Von dem Weltwärts-Programm hatte ich durch Freunde erfahren, welche nach dem Abitur mit Weltwärts nach Südamerika gegangen sind und sehr zufrieden waren. Aber mehr und mehr freundete ich mich mit dem Gedanken an, ein FSJ in Osteuropa zu machen, was ich bis dorthin außer Prag noch nicht bereist hatte und womit ich mich auch sonst noch nicht viel beschäftigt hatte. Aber insbesondere Kiew interessierte mich nun sehr wegen der politisch angespannten Lage. Ich war neugierig mit Ukrainern über die politische Situation zu reden und ihre Meinungen und persönlichen Geschichten zu hören.

Beim Vorbereitungsseminar war es sehr hilfreich sich mit den anderen Freiwilligen, welche sich auch entschieden haben ein Jahr lang in Osteuropa zu leben, auszutauschen. Es war beruhigend zu hören, dass auch sie Ängste und noch lange „To do- Listen“ hatten, die vor der Abreise abgearbeitet werden mussten. Aber es war auch schön die Vorfreude zu teilen. Außerdem fand ich es gut schon mal Rosi kennenzulernen, welche mit mir nun bei Djerela arbeitet.
Während des Vorbereitungsseminars haben wir über gewisse Anfangsprobleme, die im Projekt oder auch einfach in der neuen Umgebung, auf uns zu kommen können, gesprochen. Auch ich habe einiges davon erlebt und es war sehr hilfreich schon im Vorhinein zu wissen, was auf einen zukommen kann.

Leider konnte ich zu Beginn kein bisschen Russisch, sodass ich nur mit Oksana, der Leiterin von Djerela, und Olga, eine weitere Mitarbeiterin, mich auf Englisch unterhalten konnte. Die anderen Betreuer können nur Ukrainisch und Russisch. Durch die Kommunikationsprobleme war der Start im Projekt zu den anderen Betreuern eher distanziert. Von den Klienten wurden Rosi und ich allerdings sehr herzlich aufgenommen. Von Beginn an sind viele Klienten auf uns zu kommen und haben uns selbstgebastelte oder –gemalte Sachen gezeigt, uns was erzählt und uns umarmt. Die richtige Integration ging von einzelnen Klienten aus, welche uns immer wieder aufforderten mit Ihnen zur nächten Bastel- oder Lernstunde mit zugehen und ihnen zu helfen.

Eine richtige Hauptaufgabe haben Rosi und ich nicht. Meistens setzen wir uns mit zu einer Bastelstunde und helfen einzelnen Klienten. Desweiteren helfen wir oft beim Austeilen des Mittagsessen oder gehen mit ein paar Klienten nach draußen und spielen Basketball oder Fußball oder machen einen Spaziergang. Zwischen den Bastel- und Unterrichtsstunden haben die Klienten Pausen. Dann sitzen wir meistens mit ihnen im Aufenthaltsraum und reden oder machen quatsch. Es gibt aber auch Zeiten, wo Rosi und ich nichts zu tun haben und es etwas langweilig ist. Um diese Zeiten sinnvoll zu füllen, könnten wir uns eigene Projekte ausdenken.

Die anderen Mitarbeiter und die Leiterin von Djerela sind alle nett. Allerdings sprechen die meisten nur Russisch oder Ukrainisch. Manche auch noch ein klein wenig Englisch.


Eine richtig schwierige Situation habe ich zum Glück hier noch nicht erlebt. Allerdings wurde mir zwei Wochen nach meiner Ankunft mein Portemonnaie geklaut. Zum Glück hatte ich dort nur wenige Hryvnia, eine Kopie meines Reisepasses und meine Kreditkarte drin. Die Kreditkarte musste ich dann natürlich sperren lassen. Jetzt warte ich immer noch darauf, dass meine neue Kreditkarte ihren Weg nach Kiew findet. Postsendungen aus Deutschland dauern nämlich meiner Erfahrung nach immer sehr lange, so musste ich meistens einen Monat warten.

Ich freue mich auf die nächsten Monate und bin gespannt, wie der Winter und Weihnachten hier in Kiew wird. Ich bin zuversichtlich, dass mein Russisch immer besser wird und ich die Klienten besser verstehe und mich auch mit den anderen Betreuern besser austauschen kann und man sich besser kennenlernt. Des Weiteren freue ich mich darauf auch mal eigene Projekte mit den Klienten in Djerela zu machen und eigene Ideen umzusetzen.

Liebe Grüße, Christina
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