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Der Start in das Projekt war sehr schön. Wir wurden herzlich aufgenommen,uns wurde alles genau gezeigt und erklärt. Die Familien sind sehr gastfreundlich und zuvorkommend und auch Sprachprobleme wurden gelassen genommen.

Name:MariaEinsatzstelle:Children's Hospice MinskInhaltliche Ausrichtung:Betreuung von schwer kranken Kindern und deren Familien

Ich habe mich für einen Freiwilligendienst nach der Schule entschieden, da ich gerne etwas nützliches tun und anderen helfen wollte, denen es vielleicht nicht so gut geht wie mir. Ich wollte ein anderes Land kennenlernen und mich neuen Herausforderungen stellen. Der Wunsch Russisch zu lernen und mit Kindern zu arbeiten prägte meine Suche nach einer passenden Einsatzstelle. Diese fand ich nach einiger Recherche im Internet bei ijgd und ich bewarb mich. Meine Entscheidung den Freiwilligendienst im Kinderhospiz in Minsk, Belarus, zu absolvieren, traf auf viel Interesse und auch Bewunderung, da sich viele nicht vorstellen können mit kranken Kindern zu arbeiten. Viele machten sich Sorgen über das Einsatzland und die dortige Politik, doch es wurde nie versucht mich von dieser Idee abzubringen.
Ich habe diesem Freiwilligendienst mit voller Erwartung und Spannung entgegengesehen. Mir war von Anfang an bewusst, dass ich mit vielen harten Schicksalen konfrontiert sein werde, doch ich freute mich auf diese Herausforderung und darauf, diesen Familien zu helfen. Bei der Unterbringung hatte ich meine Erwartungen so niedrig wie möglich gehalten, da ich mit dem schlimmsten rechnete. Das stellte sich jedoch schnell als unnötig heraus.

Die Seminare waren für mich sehr wichtig und auch sehr hilfreich. Ich habe zwar vorher schon mit Kindern, Behinderten und auch schwerkranken Kindern gearbeitet, doch die Seminare halfen mir meine Angst und Unsicherheit zu überwinden. Außerdem war es schön die Leute kennenzulernen, mit denen man ein Jahr im Ausland verbringt und Menschen, die sich mit den gleichen Dingen beschäftigen und die gleichen Sorgen und auch Freuden teilen. In der Gruppe mit den anderen Freiwilligen habe ich mich schnell wohl gefühlt und alles Wichtige und Dinge, an die ich gar nicht gedacht habe, wurden besprochen. Sowohl das behandeln eventueller Krisensituationen, als auch das ganze Formelle zu Papierkram und Versicherung, gaben mir eine Grundsicherheit. Die Seminare steigerten meine Vorfreude und meine anfänglichen Sorgen wurden mir genommen.

Der Start in das Projekt war sehr schön. Wir wurden herzlich aufgenommen,uns wurde alles genau gezeigt und erklärt. Die Familien sind sehr gastfreundlich und zuvorkommend und auch Sprachprobleme wurden gelassen genommen, denn Englisch können hier wirklich nur sehr wenige Menschen und ohne ein paar Sätze Russisch kommt man nicht sehr weit. Aleksiej hat uns das Hospiz gezeigt und auch am Anfang zu den Familien begleitet, übersetzt und uns vieles erklärt. Ich hatte kein mal das Gefühl, nicht genug Informationen zu erhalten oder unfreundlich behandelt worden zu sein. Nur an die belarussiche Arbeitsweise musste ich mich etwas gewöhnen, da Pünktlichkeit und Organisiertheit doch etwas anders definiert wird als in Deutschland.
Auch wenn ich Russisch in der Schule gelernt habe, war ich am Anfang etwas mit der Sprache überfordert, was sich aber schnell besserte. Somit war ich auch froh, dass Aleksiej viel für uns übersetzen konnte. Und auch bei Fragen konnten und können wir uns immer an ihn wenden.

Meine Hauptaufgaben bestehen darin, Familien mit kranken und schwerbehinderten Kindern zuhause zu besuchen. Manchmal besuchen wir sie zu dritt, zu zweit oder alleine, je nachdem wie viele benötigt werden. Dort helfe ich dann wo ich kann. Mal helfe ich im Haushalt, wasche ab, bügle oder helfe beim kochen. Die meiste Zeit kümmere ich mich jedoch um das kranke Kind. Ich lese vor oder bin einfach in der Nähe und spreche dem Kind gut zu, gehe mit ihm spazieren, massiere, füttere es und spiele mit ihm. Auch mit den Geschwisterkindern, die häufig wegen dem kranken Kind ein wenig in den Hintergrund rücken, verbringe ich Zeit und spiele mit ihnen oder bringe sie zu Terminen. Dadurch, dass ich immer dort helfe, wo ich grade gebraucht werde und es in solchen Familien immer etwas zu tun gibt, habe ich das Gefühl etwas sinnvolles zu tun und den Eltern viele Momente zu erleichtern. Jetzt habe ich auch gelernt wie man Kinder durch eine Magensonde füttert und beim ersten Moment war ich etwas unsicher, doch ich werde immer sicherer und man kann auch hier die Eltern jederzeit fragen.
Nur selten sind wir im Hospiz, da dort immer Krankenschwestern sind, die sich um die Kinder kümmern. Wenn jedoch keine Familie unsere Hilfe benötigt, fahren wir in das Hospiz, spielen mit den Kindern, lesen oder singen ein paar Lieder vor.

Leider hatten wir noch nicht die Möglichkeit andere Freiwillige kennenzulernen, da wir die meiste Zeit in den Familien verbringen. An Besprechungen haben wir bisher noch nicht teilgenommen, was aber nicht weiter schlimm ist, da wir uns mehr mit den einzelnen Familien beschäftigen als mit den Geschehnissen im Hospiz. Unser Verhältnis zu Aleksiej ist sehr gut und er sagt uns immer wann wir in welche Familie gehen sollen und manche Termine planen wir schon selber.

Was die nächsten Monate angeht bin ich voller Vorfreude. Inzwischen habe ich mich an unsere Arbeit gewöhnt und nun geht es daran, selbstständiger alles zu planen, die Familien besser kennenzulernen und auch neue Familien zu besuchen. Besonders doll freue ich mich auf den Winter und ich hoffe es wird schön kalt und es gibt viel Schnee!
 

Liebe Grüße, Maria
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