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Mein MTV in Batuloceng

Meine Motivation dafür, nach dem Abitur für eine Zeit lang aus dem deutschen Alltag auszubrechen, war mir schon seit einigen Jahren gegeben. Auch wusste ich, dass ich meine Auslandserfahrung in diesem Rahmen nicht nur auf das Touristendasein beschränken wollte. Ich entschied mich also für einen viermonatigen Aufenthalt in Indonesien, ...

Name:David K.Einsatzstelle:Batulonceng, West BandungInhaltliche Ausrichtung:Umwelt/Ökologie

... einem für mich bislang komplett unbekannten Land (deshalb auch mit einem hohen Potenzial neue Erfahrungen sammeln zu können), wobei ich die ersten drei Monate in einem ökologischen Projekt verbringen wollte.

Die ijgd boten mir die Möglichkeit mich relativ spontan an einem Vorbereitungsseminar zu beteiligen, welches Voraussetzung für die Mitarbeit in einem solchen Projekt ist. Auf diesem Seminar wurden mir durch Workshops grundlegende Informationen zu verschiedenen gesellschaftlichen, in der Entwicklungszusammenarbeit relevanten Themen (politisch, sozial, teilweise auch ökologisch) näher gebracht, sowie organisatorische Fragen geklärt.
Nach dem Vorbereitungsseminar der ijgd bewarb ich mich bei der indonesischen Partnerorganisation GREAT. Die Zusage für das Projekt, das ich mir im Vorhinein ausgesucht hatte, bekam ich schon kurz darauf, sodass mir noch genügend Zeit blieb mich ausreichend auf meinen Auslandsaufenthalt vorzubereiten. Dazu gehörten zum einen natürlich organisatorische Dinge (Flug, Visum, Versicherung etc.), zum anderen war es mir wichtig mich grundlegend über mein zukünftiges Projektland zu informieren.

Obwohl auch durch die indonesische Partnerorganisation ein dreitägiger Vorbereitungskurs vor Ort ausgerichtet wurde, empfand ich es als Vorteil mich im Vorhinein schon einmal mit den lokalen Gegebenheiten auseinandergesetzt zu haben. So konnte ich schon bei meiner Ankunft einige Brocken der indonesischen Landessprache benutzen und wusste im Gröbsten über „Does and Don'ts“ bescheid, was bei den Leuten vor Ort sehr gut ankam und mir von Beginn an deutlich mehr Selbstvertrauen gab.

Nach diesen ersten drei Tagen brach ich dann auf zu meiner tatsächlichen Einsatzstelle in Batuloceng, einem kleinen, sehr landwirtschaftlich geprägten, Dorf im Norden der Großstadt Bandung. Dort sollte ich für die nächsten zwölf Wochen bei einer fünfköpfigen indonesischen Familie leben. Ich bekam ein eigenes kleines Zimmer zum Rückzugsort, doch aufgrund des großen sozialen Engagements meines Gastvaters und den damit oftmals einhergehenden Treffen in „meinem“ neuen Wohnzimmer, war ich die meiste Zeit mitten drin statt nur dabei.

Nachdem ich mich in den ersten Tagen vollends einleben konnte und die meisten meiner lokalen Ansprechpartner kennengelernt hatte, konnte meine Arbeit endlich richtig losgehen. Da ich mich wie bereits erwähnt für ein ökologisches Projekt entschieden hatte, bestand meine Arbeit hauptsächlich aus Aufgaben wie Bäume pflanzen, den lokalen Fluss zu reinigen, Müllmanagement und dem Betreiben eines ökologisch geführten Gartens. Die Arbeit war für mich (als „Stadtmensch“) größtenteils ungewohnt, doch durch die ständige Betreuung, die ich von der mich umgebenden Gemeinschaft erfuhr, wusste ich nach kurzer Zeit stets was zu tun war.

Meine Projektarbeitszeit wurde mit circa sieben Stunden pro Tag und fünf Arbeitstagen die Woche angesetzt, doch war ich während des gesamten Zeitraums selbst dafür verantwortlich meine Arbeits- und Freizeiten zu planen. So arbeitete ich meist vormittags und nachmittags, an Projekten, die ich mir nach eigenen Interessen und Fähigkeiten aussuchen konnte und mit Menschen, mit denen ich eine Zusammenarbeit für sinnvoll erachtete.
Durch diese enge Zusammenarbeit und durch das gemeinsame Verbringen von Freizeiten, bspw. beim Kaffeetrinken, Sport treiben oder Essen kochen, fühlte ich mich sehr schnell in die lokale Gemeinschaft integriert.

Die Menschen, die ich während dieser Aktivitäten antraf und von denen einige bis zum Abschluss meines Projekts zu guten Freundinnen und Freunden wurden, waren stets offen dafür mir Dinge über ihren Alltag zu zeigen und / oder zu erklären und fragten mich im Gegenzug auch gerne über Erfahrungen in meiner Heimat aus. Gemeinsame Gespräche wurden normalerweise bilingual, also auf Englisch und Indonesisch, geführt. Indonesisch war für mich eine leicht zu erlernende Sprache und vereinfachte mir das Zurechtfinden im Alltag enorm.

Es hat mir Freude gemacht mit Menschen aus vielen verschiedenen Ländern zusammenzuarbeiten, und somit eine Menge an vielversprechenden Projekten mit aufzubauen oder weiterzuführen. Meine Arbeit hat mich darin bestärkt handwerklich aktiver zu werden, hat mein Wissen in vielen Bereichen erweitert und zeigte mir, dass es am besten ist, in jeder Situation offen auf Menschen zuzugehen. Ich hoffe meine erworbenen Erfahrungen auch in vielen Jahren noch nutzen zu können und auch andere durch das gemeinsame Gespräch an ihnen Teil haben zu lassen.

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.