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MTV in Indonesien

Um erst einmal etwas Abstand von Schule, Lernen und der Entscheidung über meinen Studienwunsch zu bekommen, fasste ich relativ schnell den Entschluss für einige Zeit ins Ausland zu gehen. Nach der Teilnahme am MTV-Vorbereitungsseminar von ijgd, entschied ich mich letztlich für ein MTV in Indonesien...

Name:Laura W.Einsatzstelle:Street Children Project Pekalongan – PoncolInhaltliche Ausrichtung:Soziale Arbeit, Bildung

...da mich gerade dieses Land auf Grund der Erzählungen der RückkehrerInnen fasziniert hat. Also ging es dann für mich zu Beginn des Oktobers  auf in ein fremdes Land, um dort als Freiwillige mit zu arbeiten.
Ich habe vier Monate in der 300 tausend Einwohner Stadt  Pekalongan (Indonesien, Jawa) verbracht. Ich war mit noch 4 Weltswaerts-Freiwilligen und unserem Ansprechpartner der Indonesischen Organisation IIWC  in einem Volunteerhouse untergebracht, in welchem es neben einer kleinen Küche und einem Innenhof natürlich auch eine typische indonesische Eimerdusche gab.
Mein Einsatzstelle fand in Poncol statt, ein Stadtgebiet, in welchem zwar kaum Straßenkinder zu finden sind, allerdings viele Kinder aus einkommensschwachen Familien. Die Einsatzstelle, welche ich zusammen mit noch einer Weltwaerts-Freiwilligen umgesetzt habe, war unter der Woche jeden Nachmittag für circa 2-3 Stunden. Dabei ging es hauptsächlich darum den Kindern die Möglichkeit zu bieten nach der Schule an einem Nachmittagsprogramm teilzunehmen. Unsere Aktivitäten mit den Kindern reichten von Gruppenspiele bis Mal-/Bastelarbeiten und Englisch- /Matheunterricht.  Spiele wie Uno, Mensch-Ärger-dich-nicht und Memory waren immer heiß begehrt und auch über Mandalas freuten sich die Kinder rießig. Für mich eine kleine Überraschung waren auch die von uns selbstgestalteten Arbeitsblätter für Mathe, die von den Kindern immer begierig ausgefüllt wurden. Natürlich war es nicht immer ganz einfach bei 20 ungeduldigen Kindern selbst die Geduld zu behalten, aber der Spaß, den mir die Arbeit mit den Kindern bereitete, machte so manchen nervenaufreibenden Nachmittag wieder wett. Da die Kinder nur sehr wenig bis gar kein Englisch sprachen, sondern nur Bahasa Indonesia und Javanisch, welche ich wiederum nicht sprach, war es gerade zum Anfang hin schwierig sich zu verständigen. Aber man lernt sehr schnell das Alltagsvokabular, da man jeden Tag sowohl im Projekt als auch beim Einkaufen und Essen gehen damit konfrontiert wird. Spannend war für mich immer auch der Englischunterricht für die älteren Jugendlichen aus Poncol ( Zwischen 18 und 22 Jahre), der immer donnerstagsabends stattfand. Neben der eigentlichen Aktivität des Englischlernens mit den Jugendlichen, boten diese 2 Stunden auch für uns einerseits die Möglichkeit unser Bahasa Indonesia aufzubessern und andererseits einen Einblick in das Leben Gleichaltriger in einem fremden Land zu bekommen. So waren diese Abende immer interessant, witzig und ziemlich gut besucht. Die freien Stunden des Tages verbrachte ich meist mit Sport machen, Wäsche waschen, mit meinen Mitbewohnern zusammen sitzen und natürlich auch Planen für das Projekt. Durch die relativ zentrale Lage des Freiwilligenhauses war es einfach, schnell mit dem Fahrrad einkaufen zu gehen oder in der Mall zu bummeln. Auch das berühmte Batikmuseum und der Batikmarkt waren schnell erreichbar. Am Wochenende unternahmen wir des öfteren kleinere Ausflüge. Beispielweise besuchten wir die Einsatzstelle von anderen Freiwilligen in Tegal und Karaganya oder fuhren zu den heißen Quellen nach Guci. Aber auch größere Aktionen waren möglich. So waren wir ein verlängertes Wochenende über auf der Paradiesinsel Karimunjawa, welche vor der Küste Semarangs liegt, oder fuhren für vier Tage nach Yogjakarta um die Stadt und den Königspalast zu besichtigen. Kräftige Unterstützung beim Planen bekamen wir unter anderem von unserem IIWC-Ansprechpartner Eric und der IIWC-Community von Pekalongan. Diese war auch eine große Hilfe für die Projektplanung, da sie immer bereit waren uns tatkräftig bei geplanten Aktionen mit den Kindern zu unterstützen.
Während der Zeit in Indonesien habe ich nicht nur einen tieferen Einblick in die dortigen Kulturen und Religionen bekommen, sondern auch durch die mir völlig fremde Umgebung mehr über mich, meine Stärken und meine Schwächen gelernt. Meine jetzige Studiumswahl hat zwar nur sehr wenig mit meiner Arbeit dort zu tun, allerdings werde ich die Erfahrungen und Erlebnisse von dort immer in Erinnerung behalten. Ich kann für mich sagen, dass es sich gelohnt hat an einem MTV teilzunehmen und empfehle es jedem weiter.

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