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MTV in Ecuador

Raus aus dem Nest, mal was anderes sehen! Das war meine Motivation nach 12 Jahren Schule Deutschland zu verlassen und die andere Seite der Welt kennenzulernen. Da ich mir anfangs sehr unsicher war, ob ein Freiwilligendienst wirklich das Richtige für ich mich ist, entschied ich mich für ein halbjähriges MTV-Programm ...

Name:FredEinsatzstelle:Fundacion „El Arenal“, CuencaInhaltliche Ausrichtung:Soziale Arbeit mit Kindern

... und gegen ein ganzes Jahr weltwärts. Der Kontakt auf dem Vorbereitungsseminar mit den angehenden und ehemaligen Freiwilligen war sehr hilfreich und motivierte mich für den Freiwilligendienst. Nach den ganzen neuen Eindrücken und Erfahrungen vom Seminar entschied ich mich, in einem Marktkinder-Projekt in Cuenca/Ecuador für 6 Monate zu arbeiten.

Am 1. September ging es dann für mich gemeinsam mit anderen Weltwärts-Freiwilligen los nach Quito. Zum Glück hatte ich die Möglichkeit als MTVler gleichzeitig mit anderen Weltwärts-Freiwilligen nach Ecuador zu fliegen und dann das Einführungsseminar-Seminar der Partnerorganisation mitzumachen. Normalerweise ist dies nicht für MTVler vorgesehen, aber da ich zeitgleich mit den einjährigen Freiwilligen in Ecuador startete, bot ijgd mir diese Möglichkeit an.

Das Seminar war super hilfreich, da wir sehr viel über die Kultur im Gastland lernten, wie zum Beispiel viel über Verhaltensegeln, Politik, Geschichte, Sicherheit, Gesundheit, Geographie und Unsicherheiten wurden auch geklärt. Außerdem war es schön, gleich gute Freunde unter den Freiwilligen zu finden, für die genau wie für mich alles neu und aufregend war.

Nach dem 4-tägigen Seminar trennten sich dann wieder unsere Wege und wir fuhren alle in unsere Gastfamilien. Ich war sehr zufrieden mit meiner Gastfamilie. Gleich von Anfang an waren alle herzlich und nett. Ich wohnte zusammen mit meiner Gastmutter, ihrer Tochter, meiner Gastoma, meiner Gasttante mit ihrem Sohn und einem kleinen Hund Mafi in einem Haus im Zentrum Cuencas. Dadurch war immer etwas los im Haus, und es herrschte eine angenehme familiäre Stimmung. Mit meiner Gastmutter verstand ich mich besonders gut und wir saßen oft noch bis spät in die Nacht einen Kaffee trinkend am Tisch und sie erzählte mir alle möglichen Dinge über Ecuador und Geschichten aus ihrem Leben.

Mit der Verständigung hatte ich persönlich wenig Probleme, da ich bereits vor meinem Aufenthalt schon gut Spanisch in der Schule gelernt hatte. Aber bei anderen Freiwilligen habe ich beobachtet wie sie anfangs noch gar kein Spanisch konnten, aber sich nach ein paar Monaten schon flüssig über alle möglichen Dinge mit Einheimischen unterhalten konnten.

Auch in meiner Einsatzstelle fühlte ich mich wohl. Ich arbeitete in einem Hort für Kinder von 5-16 Jahren, deren Mütter den ganzen Tag auf einem danebenliegenden Markt arbeiteten und somit wenig Zeit hatten, sich nach der Schule um Ihre Kinder zu kümmern. Mein Projekt war somit ein Ort für die Kinder, wo sie in Ruhe ihre Hausaufgaben machen, essen und spielen konnten, anstatt in dem jungen Alter auf dem Markt arbeiten zu müssen oder in den Straßen rumzuhängen und und zum Beispiel mit Drogen in Kontakt zu kommen. Mir machte die Arbeit super viel Spaß mit den Kindern, die fast alle aus sehr armen Verhältnissen stammten.

Meine Aufgabe war es den Kindern mit Ihren Hausaufgaben zu helfen, mit ihnen zu spielen, auf sie aufzupassen und Projekte wie zum Beispiel Basteln, Malen oder Fußballturniere für sie zu organisieren. Freitags haben wir immer Ausflüge ins Schwimmbad, Museen und Parks oder auch viele Recycling Projekte gemacht in denen wir mit den Kindern ganze Parks aufgeräumt und aus dem gefundenen Müll Flugzeuge, Puppenhäuser, Tiere gebastelt haben. Einer meiner Lieblingsausflüge war das Wandern und danach Campen mit den größeren Kindern in den Anden auf 4000 Metern Höhe. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass die Kinder sich sehr über meine Anwesenheit gefreut haben, und ich eine gute Unterstützung der Erzieher war.

Die Wochenenden verbrachte ich mit Freunden aus meiner Stadt, aber meistens besuchte ich andere Freiwillige, die ich auf dem Seminar kennengelernt habe oder wir reisten gemeinsam durch ganz Ecuador. Jetzt habe ich sogar das Gefühl, dass ich Ecuador besser kenne als Deutschland, da ich wirklich fast jede freie Möglichkeit zum Reisen genutzt habe.

Der Höhepunkt meiner Zeit in Ecuador war die Reise übers Neujahr auf die Galapagosinseln. Ein Paradies, das man einmal im Leben gesehen haben muss, wenn es auch nicht ganz günstig war, im Vergleich zu allen anderen Ausflügen.

Das persönlich Wichtigste, dass ich aus dem Freiwilligendienst mitgenommen habe, war das Mich-Selbst-Kennenlernen. Dadurch, dass ich mir mal einfach eine „Auszeit“ von meinem "alten" Leben genommen habe und komplett auf mich alleine gestellt war, habe ich viel über mich und meine Persönlichkeit gelernt. Ich weiß nun genau wie ich mich in verschieden Situationen verhalte, was mir gefällt und was nicht. Ich habe gelernt, dass es oft Spaß macht und aufregend sein kann zu Dingen "Ja" zu sagen und selbstbewusst diese fremden Umstände zu meistern. Denn egal, ob es eine gute oder schlechte Erfahrung ist, es ist eine Erfahrung zum Weiterkommen.

Ich habe angefangen unseren Lebensstil hier in Deutschland zu hinterfragen und gelernt, dass man auch ohne viele Dinge, glücklich sein kann. Mich hat mein Aufenthalt im Ausland sehr geprägt und die Eindrücke und Erfahrungen werden mich wahrscheinlich noch mein ganzes Leben begleiten.

Viele Grüße,
Euer Fred

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.