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Das war nicht geplant

Ich habe zwei Wochen zusammen mit 10 anderen Freiwiligen aus Armenien, der Schweiz, Spanien und Deutschland in einem SOS-Kinderdorf in Armenien verbracht. Allein die Hin- und Rückreise waren schon abenteuerlich…

Name:Gesa S.Alter:19 JahreEinsatzstelle:SOS-Kinderdorf in AbovyanInhaltliche Ausrichtung:Umwelt- und Renovierunsarbeit, Arbeit mit Kindern

Die Hinfahrt

Da ich ziemlich spontan, etwa erst 6 Wochen vor dem Camp, beschlossen habe daran teil zu nehmen, war es günstiger, einen Flug nach Tiflis, die Hauptstadt von Georgien, zu buchen. Das hat mir ein Mitbewohner, der aus Armenien kommt, geraten…. und es hat sich gelohnt. Am Dienstag, 27.07.,  sind wir morgens um 3 am Flughafen angekommen. Tiflis ist eine schöne Stadt mit sehenswertem Wasserfall im Botanischen Garten. Auch die Thermen haben mir gut gefallen. Mittags haben mein Papa und ich Chatschapuri gegessen. Anders als in meinem Reiseführer, der Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, fährt der Zug von Tiflis nach Jerevan, Hauptstadt von Armenien, doch jeden und nicht jeden zweiten Tag.

Abends um halb 11 sind wir dann in den Zug gestiegen. Wir sind in der ersten Klasse gefahren und hatten ein Zweierabteil mit Bild an der Wand. Wir haben Süßigkeiten und Wasser von der Schaffnerin bekommen. In der zweiten Klasse schläft man in Kabinen mit 4 Betten und in der 3. Klasse in einem Großraumabteil. Unsere Pässe wurden eingesammelt und zwischendurch wurden wir vom Zoll geweckt.

Um 7 sind wir dann in Jerevan angekommen...

...und erstmal am Bahnhof über einen Obst- und Gemüsemarkt geschlendert. Ich war fasziniert von den riesigen Tomaten. Dann sind wir mit der Ubahn in die Innenstadt gefahren und haben uns ein Hostel gesucht. In Jerevan haben wir uns die blaue Moschee angesehen, Maulbeeren probiert, abends von der Cascade aus einen Blick von oben auf die Stadt geworfen und uns die zersiedelte Stadt angeguckt. Durch die Küche oder das Bad eines alten verfallenen Hauses wurde nun eine Straße gebaut. Verfallene Häuser stehen neben Hochhäusern aus Marmor von russischen Investoren.
Postkarten zu finden, war relativ schwer und es gibt keine Briefkästen, sondern man muss sie bei der Post abgeben.

Ankunft im Camp

Am Donnerstag bin ich zu meiner armenischen Organisation gelaufen und wurde dann von dort aus mit ins Camp genommen. Wir waren 6 Freiwillige aus Armenien, eine Spanierin, ein Schweizer und drei Deutsche. Wir haben alle zusammen in einem Haus auf dem Kinderdorfgelände gewohnt.

Unser Arbeitseinsatz und die Ausflüge

Vormittags haben wir ein Haus gestrichen oder Bäume geschnitten und nachmittags mit den Kindern gespielt. Oft haben wir Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten mitten in der Natur, zur Kathedrale von Etschmiadsin, einen Ausflug zum Sevansee mit armenischem Grillen als Mittagessen und Ausflüge nach Jerevan, unternommen. Beeindruckt hat mich das Kloster Geghard. Es ist teilweis ein einen Felsen gebaut und durch das Kloster fließt ein Bach. Im Paradschanowmuseum in Jerevan sind viele aus Resten, die der Künstler geschenkt bekommen hat, zusammengestellte Kunstwerke zu sehen. Auf der Vernissage, einem Markt in Jerevan, kann man gut armenische Taschen, Federtaschen, Tagebücher, Geschirr, Handpuppen… erstehen.


Jedes Land unserer Teilnehmer hatte einen Tag lang die Möglichkeit sich vorzustellen. So habe ich durch Quize viele neue und lustige Informationen über die anderen Länder erhalten - Armenien hat z.B. die Form eines Frauenkopfes- und neues Essen kennen gelernt. Ich habe sogar gelernt selbst Dolma zu rollen, einen armenischen Folkstanz zu tanzen und ich kann ein par armenische Wörter sagen und kenne lustige armenische Sprichwörter.

An einem Tag gab es eine große Wasserschlacht mit Freiwilligen und Kindern, wir haben Töpfe und Tiefkühltruhen mit Wasser gefüllt und waren hinterher alle triefend nass, eine gute Erfrischung bei fast 40 Grad Celsius.

Kurzum, ich hatte jede Menge Spaß im Camp.

Die Rolle der Frau in unserem Camp hat mir nicht gefallen. Wir mussten die Jungs und Männer lange dazu überreden zu kochen…

Die Rückfahrt

Nach dem Camp habe ich noch eine Nacht bei einer deutschen Campteilnehmerin, die ihr FSJ in Armenien absolviert, verbracht. In ihrer WG habe ich Menschen aus den verschiedensten Ländern getroffen und sie hat mir Orte in Jerean gezeigt, die man nur kennt, wenn man länger dort wohnt. Wir waren in der Markthalle und am Fluss bei der Kindereisenbahn.
Dann bin ich alleine mit dem Zug zurück nach Georgien gefahren und nach Hause geflogen. Eigentlich wollte ich ein Ticket für die 3. Klasse kaufen, aber diese Tickets waren leider ausverkauft. Weil ich erst noch Geld hätte wechseln müssen, hat ein Mann ein Teil meines Tickets bezahlt und er wollte das Geld auf keinen Fall wiederhaben. Mit der Familie in meinem Abteil hatte ich eine interessante Unterhaltung und auch die Menschen im Zug und in Georgien waren sehr gastfreundlich. Im Zug habe ich mich sogar mit einem Deutschen unterhalten, der gerade auf Weltreise ist.

So, ich hoffe, ich habe Euch nicht zu viel verraten und euch neugierig gemacht…

 

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