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Ich denke, jeder Einzelne von uns ist in dieser Zeit etwas selbstständiger und aufmerksamer geworden. Auf jeden Fall haben wir alle etwas Einzigartiges erlebt.

Name:Franziska P.Alter:16Einsatzstelle:RostrenenInhaltliche Ausrichtung:Kultur & Medien

Der Weg nach Frankreich

Mit dem Zug fuhr ich über Paris durch die Bretagne in das kleine Örtchen, an dem mein Camp stattfinden sollte. Ich war irgendwo im nirgendwo und schon gespannt, was wohl auf mich zukommen würde. Ich wusste ja noch nicht, dass mir die drei besten Wochen meiner Ferien bevorstanden.

Aufeinandertreffen

Insgesamt kamen die Leute aus Frankreich, Belgien, Polen, Serbien und Deutschland. Die meisten kannten sich schon von der gemeinsamen Anfahrt, aber in den ersten Tagen mischte es sich nochmal komplett. Wir wuchsen schnell zu einer großen, glücklichen Gruppe zusammen. Aufgaben wie Kochen oder Einkaufen übernahmen wir selbst. Wir bewohnten eine Schule und hatten uns einen gemütlichen Ess- und Wohnraum eingerichtet. Im kleinen Dorf konnten wir uns frei bewegen. Manchmal gab es Livemusik, einen Markt oder auch eine kleine Kirmes. Unsere verschiedenen Sprachen störten uns nicht besonders, alle gingen offen und rücksichtsvoll miteinander um. Auch die Teamer bemühten sich ganz herzlich, alles gut zu organisieren und für jeden da zu sein.

Das Projekt

Mein Projekt „Villages in transformation“ behandelte das Problem kleiner Dörfer, dass viele junge Menschen lieber in größere Städte ziehen und so ihre Heimatorte verlassen. Wir bearbeiteten diese Thematik täglich in verschiedenen Workshops, die von Schauspielern, Künstlern und einer Radiojournalistin vor Ort geleitet wurden. Am Ende wurde alles zusammengetragen und auf den Straßen von Rostrenen groß vorgeführt. Wir produzierten auch einen Beitrag für das örtliche Radio, besuchten das Dorf und lernten den Ort durch die dort lebenden Menschen kennen. Und natürlich hatten wir mit 18 Jugendlichen und vielen jungen Leuten, die am Camp mitarbeiteten, jede Menge Spaß. Die Artisten, die auch in der Schule wohnten, machten abends mit uns Musik, Interviews und sprachen mit uns über unsere Erfahrungen und Erinnerungen in unserem Umfeld.

Bis zum Meer

Uns blieb zwischendurch auch viel freie Zeit, um mit den anderen etwas zu unternehmen. Mit einem kleinen Schulbus besuchten wir Orte in der Umgebung, das Radio, einen Tanzworkshop, wanderten und picknickten in der Natur. Ein Highlight war unser Tagesausflug ans bretonische Meer. Abends besuchten wir Festivals, lernten die traditionellen Tänze und trafen auf viele verschiedene, interessante Menschen. In der Schule gab es Gruppenaktivitäten, wir organisierten auch nach Lust und Laune Filmabende, Wettbewerbe oder Yogastunden dazu. Außerdem feierten wir drei Geburtstage und machten dazu selbst Kuchen. Am Ende des Camps verwandelten die Teamer die Schule in ein Horror- Haus, schauspielten und ließen uns Aufgaben lösen.

Nach drei Wochen

Drei Wochen später hatten sich alle im Camp liebgewonnen. Wir hatten uns an diesem etwas verlassenen Ort gut kennengelernt und uns immer wieder auf Neues eingelassen. Das Ergebnis unserer kreativen Arbeit war wirklich gut, die Teamer hatten daraus einen kleinen Film erstellt. Ich denke, jeder Einzelne von uns ist in dieser Zeit etwas selbstständiger und aufmerksamer geworden. Auf jeden Fall haben wir alle etwas Einzigartiges erlebt.

 

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