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Liebe Leserinnen und Leser,

alle Jahre wieder heißt es bei uns im August in vielen Programmen: Die neuen Freiwilligen kommen, die „alten“ gehen! So wurde diese Woche in Berlin der aktuelle Jahrgang unserer weltwärts-Süd-Nord-Freiwilligen mit einem großen Gartenfest verabschiedet! Und Ende des Monats werden schon die neuen Teilnehmer_innen begrüßt.

In diesem Newletter erfahrt ihr, wie unterschiedlich das Engagement und die Arbeitseinsätze in den Freiwilligendiensten aussehen können. In den letzten Wochen haben unsere Freiwilligen in allen Programmen noch einiges in und auch außerhalb ihrer Einsatzstellen auf die Beine gestellt. Die Jugendbauhüttler_innen in NRW und Hessen haben bei Denkmalrallys mit Schüler_innen in Nideggen und bei der Sanierung des Höchster Schlosses vollen Einsatz gezeigt. Und die Freiwilligen im FSJ im politischen Leben in Sachsen-Anhalt haben während einer Straßenaktion in Halle ein Zeichen gesetzt zu einem Thema, das ihnen am Herzen liegt: Gentrifizierung. Einen ganz persönlichen Einblick in ihren ökologischen Freiwilligendienst gibt dieses Mal unsere Freiwillige Sue-Ann, die auf einem FÖJ-Seminar „jungen Bäumen einen Platz zum Leben“ gegeben hat.

Viel Spaß beim Lesen!

Klara Bitzer
Bundesöffentlichkeitsarbeit

AKTUELLES

In Europa und vor der Haustür: Politisches Engagement der Freiwilligen im FSJ-P in Sachsen-Anhalt

Die Reise unserer Freiwilligen, die sich im FSJ im politischen Leben (FSJ-P) in Sachsen-Anhalt engagieren, hat im Sommer 2018 ihren Höhepunkt erreicht. Zehn neugierige und reiselustige FSJler_innen haben das Angebot von Go Europe und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt angenommen und sind zusammen mit Lydia Probst, der FSJ-P Bildungsreferentin im ijgd-Regionalbüro Magdeburg, nach Straßburg gefahren.

Anfang Juni fand rund um das Europäische Parlamentsgebäude das European Youth Event (EYE) 2018 statt. Alle zwei Jahre treffen ca. 8000 junge Europäer_innen in Workshops, Podiumsdiskussionen und auf dem Festival-Gelände aufeinander, um sich über Entwicklungen auf dem Kontinent und dem Globus auszutauschen und Ideen für die Zukunft Europas zu diskutieren. Die Großveranstaltungen im Plenarsaal waren für die Freiwilligen ein Highlight! Im Anschluss an die Veranstaltung wurden auf dem Event entstandene Ideen von den Organisator_innen in einem Bericht zuammengefasst und im Juli allen Mitgliedern des Europäischen Parlaments vorgelegt.

Mit dem EYE endete jedoch nicht das Engagement des aktuellen FSJ-P-Jahrgangs in Sachsen-Anhalt. Am Donnerstag, den 16. August, zeigte die Gruppe ihr Gesicht auf dem Marktplatz von Halle (Saale) und setzte ein Statement zu „Sozialer Gerechtigkeit“, insbesondere zum Thema „Gentrifizierung“. In einem Straßentheater wurden exemplarisch Papphäuser saniert, die Mitpreise stiegen und der Wohnraum wurde für einen Teil der Bürger_innen nicht mehr finanzierbar. Fotos von der lebendigen Aktion gibt es unter www.instagram.com/ijgd_sachsen_anhalt und www.facebook.com/ijgd.lsa.

Denkmalrallys durch Nideggen: Aktionstage der Jugendbauhütte NRW-Rheinland

Das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland ist seit Beginn der Jugendbauhütte NRW-Rheinland Einsatzstelle für das Freiwillige Soziale Jahr in der Denkmalpflege. In diesem Jahr konnte die Jugendbauhütte zwei Seminare gemeinsam mit dem LVR im Rahmen seiner Aktivitäten rund um das Europäische Kulturerbejahr 2018 durchführen.

Nach der Erprobung unterschiedlicher Denkmalrallys im ersten Seminar im April ging es im Mai dann an die praktische Umsetzung der geplanten Aktionen. Gemeinsam mit den jeweiligen Teams des LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland wurden bei Aktionstagen im Rahmen des ECHY-Projekts "Stadt – Land – Burg. Die Mauern von Nideggen" diverse Detektivrallys mit Schüler_innen der 3. und 4. Klassen aus Nideggen, Schmidt und Embken, Forscherrallys für die Schüler_innen aus den 6. Klassen und die Bauhütte für die 9. Klassen durchgeführt. Es fand außerdem eine Veranstaltung mit dem Titel „Tatort Mauer – Tatort Archiv“ statt, die sich aktiv mit Bauforschung beschäftigte und gemeinsam mit dem Heimat- und Geschichtsverein in Nideggen umgesetzt wurde. Insgesamt haben über 400 Schüler_innen an den Aktionen teilgenommen.

Einige der Teilnehmer_innen besuchten für einen Tag die Schulen, um die Schüler_innen bei der Gestaltung von Plakaten für eine Ausstellung über die Aktionswoche zu unterstützen. Die Ausstellung wurde zum ersten Mal im Rahmen des Festaktes zum Abschluss der Aktionswoche gezeigt und wird weiterhin an unterschiedlichen Orten zu sehen sein, u.a. auf der Denkmalmesse in Leipzig. Auf der Abschlussveranstaltung, die von der Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke moderiert wurde, überreichte das Team der Aktionstage "Forschertaschen" mit den Teilnahmeurkunden und Dankeschön-Präsenten wie Kugelschreibern und kleinen Zollstöcken für den Schlüsselbund von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz an die Schüler_innen.

Mit Kletterseil und Schleifmaschine: Einsatz der Jugendbauhütte Hessen-Marburg am Schloss Höchst

Sechs Freiwillige der Jugendbauhütte Hessen-Marburg der ijgd waren im Juni im Einsatz am Schloss Höchst in Frankfurt am Main. Unter Anleitung der Schreinerei Lohr aus Frankfurt wurden dort die Fensterläden vom Turm abgeseilt, geschliffen und neu gestrichen.

Eine der Freiwilligen durfte mit proffessioneller Unterstützung das Schloss erklimmen und ein Plakat der Jugendbauhütte installieren. Das neue und das alte Schloss Höchst sind Eigentum der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Jugendbauhütte Hessen-Marburg plant dort in Zukunft weitere Arbeiten durchzuführen.

EINBLICKE – Freiwillige der ijgd berichten

"Der Muskelkater zeigte mir, dass ich noch an meiner Grabtechnik arbeiten musste."

Begleitende Bildungsseminare sind ein fester Bestandteil aller Freiwilligendienste bei den ijgd. Unsere Freiwillige Sue-Ann hat einen Bericht über ein solches Seminar im Bergwaldprojekt im Harz geschrieben. Im folgenden Auszug beschreibt sie zwei Tage dieser Seminarwoche im Freiwilligen Ökologischen Jahr:

"Montag: Jon weckte uns pünktlich um sechs Uhr mit seiner Gitarre, woraufhin wir uns fertig machten und ein leckeres Frühstück aßen. Um 07:30 Uhr fuhren wir, auf mehrere Busse aufgeteilt, zu unserem Arbeitsort. Wir sollten Buchensetzlinge auf einer gerodeten Fläche einpflanzen. Nachdem das Lager errichtet war und wir die Setzlinge einsortiert und in Wasser gelegt hatten, bekamen wir unsere Einweisung im Regen.

Wir lernten, wie man die Löcher sicher und rückenschonend mit der Wiedehopfhaue in den Boden gräbt und worauf man beim Einpflanzen achten muss. Zum Beispiel muss die Wurzelnarbe komplett mit Mineralboden bedeckt sein, damit die Pflanze optimal versorgt wird und nicht zu leicht austrocknet. Anfangs wollte es bei mir und einigen anderen nicht so recht mit den Löchern klappen, aber ein Standortwechsel schaffte Abhilfe. Es war ein schönes Gefühl den noch jungen Bäumen einen neuen Platz zum Leben zu geben, obwohl es nicht viele von ihnen schaffen werden zu großen Buchen heranzuwachsen.

Wir pflanzten, mit einer kleinen Frühstückspause, bis 14 Uhr und aßen zum Mittag das Risotto vom Vorabend. Jon erklärte uns dabei den eigentlichen Sinn unserer Arbeit. Im Großen und Ganzen sollen wieder mehr Buchen im Nationalpark wachsen, da er sonst seinen Status verlieren könnte, sie eine der ursprünglichen Baumarten des Harzes sind, die Artenvielfalt erhöhen und resistenter gegen die Borkenkäfer sind. In unserer Talking-Stick-Runde erzählten wir von unseren Tageshighlights und spielten mehrere Runden Werwolf.

Dienstag: Zum Aufstehen spielte Jon uns die Löwenzahnmelodie, welche für mich der Ohrwurm der nächsten drei Tage werden sollte. Der Muskelkater machte sich bei vielen von uns bemerkbar und er zeigte mir, dass ich noch etwas an meiner Grabtechnik arbeiten musste.

Heute wurden wir in das Pflanz- und das Zaun-Team aufgeteilt. Während des Pflanzens redeten wir über einiges und hörten auch etwas Musik. Die Zaunleute hatten die Aufgabe bekommen einen alten und kaputten Zaun abzureißen und einige Bäume mit Hilfe eines Schäleisens zu schälen, d.h. sie von ihrer Rinde zu befreien. Sie erzählten, dass es sehr schwierig gewesen sein soll, da die Rinde trocken war und man sie dadurch nicht gut entfernen konnte.

Wieder bei der Hütte angekommen, fanden wir einige Teller mit selbstgebackenen Keksen vor, welche direkt geleert wurden. Das hatten wir uns bei unserer Pflanzleistung von 1.100 Setzlingen auch redlich verdient. Vor dem Abendessen ging ich noch etwas spazieren und genoss die schöne Aussicht. Abends saßen wir dann am Feuer und redeten über unsere Zukunft sowie ökologische Themen."

Der Inhalt des Berichts liegt in der Verantwortung der Autorin.

KURZ INFORMIERT

Meldungen aus den Programmbereichen/Geschäftsstellen

Geschäftsstelle Bonn: Neuer Landesgeschäftsführer
Die ijgd-Landesvereine Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz/Saarland und Süddeutschland haben seit dem 1. Juli einen neuen Geschäftsführer. Hartwig Euler hat die geschäftsführenden Aufgaben von Jürgen Wittmer übernommen, der Ende August in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wird.

Jugendbauhütten: Sprecher_innen-Treffen im Zyklus 2017/18
Die gewählten Sprecher_innen aller Jugendbauhütten der ijgd trafen sich im Zyklus 2017/18 an drei Wochenenden – in Quedlinburg, Marburg und Göhrde. Viele neue Bekanntschaften wurden geknüpft! Gearbeitet wurde an Themen wie Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Verbesserung des Bewerbungsverfahrens auf den Internetseiten der ijgd und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD)), Möglichkeiten der Verlinkung und Anti-Extremismus. Die Sprecher_innen lernten außerdem die Arbeit der AG Partyzipation kennen, die Ehrenamtliche der ijgd vernetzt, und sammelten Ideen für die Neuausrichtung des Jugendbauhüttenvereins. Alle Sprecher_innen sind sich einig: Diese Treffen sind eine tolle Möglichkeit, sich auszutauschen. Und sie wünschen sich mehr und längere Treffen, ggf. mit Praxiseinheiten, sowie ein bundesweites Treffen aller Jugendbauhütten.

Internationale Workcamps
Unser Workcamp im Harz hatte Besuch von Fernsehkameras. Der im Sat1 ausgestrahlten Bericht kann hier angesehen werden: „Workcamp“: Freiwillige aus aller Welt verrichten Arbeiten im Harz

Kolleg_innen gesucht: Aktuelle Stellenausschreibungen
Die ijgd suchen aktuell einige neue Mitarbeiter_innen:

SEMINARVORSCHAU

Aktuelle Workshops und Seminare

Ausbildungsseminare für Workcamp-Teamer_innen
Bis Ende des Jahres finden noch folgende Ausbildungsseminare für Workcamp-Teamer_innen statt:


Langzeit-Ausbildung
Im Rahmen der Langzeit-Ausbildung bieten wir im Herbst Seminare zu folgenden Themen an:

TERMINE

04. bis 07. OktoberNetzwerktreffen der AG Partyzipation in Halle: Vernetzung ehrenamtlicher Mitarbeiter_innen der ijgd
ag.partyzipation@ijgd.de
05. bis 07. OktoberArbeitskreis-Treffen (AKT): Treffen aller Arbeitskreise der ijgd (Budgetplanung, Erfahrungsaustausch, Ideensammlung...)
ak.klimabildung@ijgd.de
30. November bis 02. DezemberWintertreffen der LZA-AG: Progammplanung und Seminarvergabe für 2019
lr.nord@ijgd.de