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Liebe Leserinnen und Leser,

wir freuen uns jedes Mal, wenn das, was unsere Freiwilligen so alles leisten und auf die Beine stellen, auch politische Aufmerksamkeit erfährt. Hohen Besuch hatte zuletzt die Jugendbauhütte Lübeck bei einem ganz besonderen Projekt, das aktuell im Rahmen der Ausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ im Berliner Gropius Bau zu sehen ist: Der Nachbau eines historischen Holzkellers aus der Lübecker Stadtgründungszeit. Das 10-jährige Jubiläum der Internationalen Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege war außerdem Anlass für eine brandenburgische Ministerin, sich einen Eindruck vom bisherigen Wirken der aktuellen und ehemaligen Freiwilligen im Schlosspark Altdöbern zu verschaffen.

Damit die neuen Freiwilligen im FSJ im politischen Leben in NRW und Hessen eine Vorstellung davon bekommen, was sie im nächsten Jahr erwartet, haben sie auf einer gemeinsamen Abschluss- und Willkommensveranstaltung den alten Freiwilligenjahrgang kennengelernt und den ein oder anderen Ratschlag mit auf den Weg genommen. Aus einer etwas anderen Perspektive berichtet in diesem Newsletter unsere Freiwillige Katharina von einem Medien-Workcamp. Sie war zum ersten Mal als Workcamp-Leiterin dabei und hat neue Seiten an sich entdeckt.

Viel Spaß beim Lesen!

Klara Bitzer
Bundesöffentlichkeitsarbeit

AKTUELLES

"Lebendige Baustelle" in Berliner Ausstellung: Steinmeier besucht Projekt der Jugendbauhütte Lübeck

Ein ganz besonderes Projekt beschäftigt die aktuellen Freiwilligen der Jugendbauhütte Lübeck in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege. Sie sind seit dem 21. September 2018 im Rahmen einer archäologischen Ausstellung im Berliner Gropius Bau auf einer "Lebendigen Baustelle" eingesetzt. Anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 ist dort bis zum 6. Januar 2019 die Ausstellung "Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland" zu sehen.

Die Jugendlichen bauen während der Öffnungszeiten unter Anleitung einen Holzkeller aus der Lübecker Stadtgründungszeit (12. Jahrhundert) maßstabsgetreu mit authentischen Werkzeugen und historischen Handwerkstechniken nach. Für die Ausstellung hatte der letzte Jahrgang der Jugendbauhütte bereits einen Teil des Kellers vorgefertigt, der nun nach Berlin transportiert wurde und in der Ausstellung fertiggestellt wird.

Im Rahmen der Eröffnungsfeier am 20. September 2018 schaute Schirmherr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier persönlich auf der Baustelle vorbei und sprach mit den Freiwilligen. Besucher_innen der Ausstellung können die Jugendlichen im Einsatz auf der Baustelle erleben und sogar mitmachen. In einem zweiten Raum werden die angefertigten Teile Stück für Stück zu einem Holzkeller nach historischen Vorbild mit einem Stecksystem ohne zusätzliche Verbindungselemente zusammengesetzt. Vorbeischauen lohnt sich!  

Im Vorfeld der Ausstellung ist auch ein Film über das Keller-Projekt entstanden.

Weitere Infos zur Ausstellung: www.smb.museum/ausstellungen/detail/bewegte-zeiten

"Hand in Hand": 10 Jahre Internationale Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege

Auf das zehnjährige Jubiläum der Internationalen Jugendbauhütte (JBH) Gartendenkmalpflege wurde am 17. Oktober 2018 im Schlosspark Altdöbern angestoßen. Die brandenburgische Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, Kathrin Schneider, gratulierte den Partnern, die gemeinschaftlich das Projekt JBH Gartendenkmalpflege initiiert, betreut und erfolgreich begleitet haben und begleiten. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und ihre Tochter, die Brandenburgische Schlösser GmbH (BSG), die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd), die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), der Landkreis Oberspreewald-Lausitz, aber auch die Gemeinde und das Amt Altdöbern sowie die hier lebenden Menschen arbeiten dabei Hand in Hand.

Damit die Jugendlichen auch weiterhin mobil bleiben können, übergab Ministerin Schneider der Jugendbauhütte einen Zuwendungsbescheid für acht neue Fahrräder samt Zubehör, mit denen die Jugendlichen zwischen ihrer Wohnstätte und dem Schlosspark pendeln können.

Auch für Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), ist dies zweifellos ein Erfolgsprojekt: "Junge Menschen aus mehreren Nationen haben wiederhergestellt, was denkmalgeschützt und bewahrenswert ist." In der zehnten Staffel, die Anfang September ihre Arbeit aufgenommen hat, sind es Jugendliche aus fünf Nationen (Spanien, Italien, Frankreich, Weißrussland und England) sowie drei Deutsche, die nun in Altdöbern leben und arbeiten. Hinzu kommen weitere 14 junge Menschen, die in historischen Gärten und anderen Parkanlagen ihren Freiwilligendienst absolvieren.

Im Festzelt neben dem Schloss zeigte eine kleine Ausstellung die Entwicklung der Internationalen Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege. Bei einer Talkrunde wurden die einzelnen Bauabschnitte vorgestellt, wozu eigens Teilnehmer_innen aus den zehn Jahrgängen an den alten Einsatzort gereist waren. Neben den Ehemaligen kamen aber auch die Fachanleiter_innen, ehemalige Verantwortliche der Förderer und Fachbehörden, ehemalige Leiter_innen der JBH Gartendenkmalpflege und die Gemeinde zu Wort, die die Freiwilligen immer herzlich aufgenommen hat.

Sylvain Grosjean (Freiwilliger aus dem Jahrgang 2012/2013), der extra aus Belgien für das Jubiläum angereist ist, betonte, dass neben dem Bau von Holzbrücken für den Park auch Brücken zwischen verschiedenen Ländern und Teilnehmer_innen gebaut wurden: "Altdöbern habe ich inzwischen mehrmals besucht, aber seit heute und meinem Treffen mit anderen Freiwilligen fühle ich mich wie ein Teil von etwas...und das freut mich!"

"Staffelstab" übergeben: Begrüßung und Abschied im FSJ im politischen Leben in NRW und Hessen

Es ist mittlerweile Tradition, dass die Freiwilligen des vergangenen Jahrgangs im FSJ im politischen Leben (FSJ-P) in Nordrhein-Westfalen und Hessen eine Veranstaltung für die kommende Generation Freiwilliger auf die Beine stellen. Einerseits, um auf ihr eigenes FSJ-P zurückzublicken. Andererseits, um die neuen Freiwilligen zu begrüßen und ihnen zu zeigen "wo der Hase hinläuft".

So auch am 13. Oktober 2018 in Köln: 50 Freiwillige, die ihr FSJ-P bei den ijgd in NRW oder Hessen gerade begonnen haben, kamen auf Einladung der ijgd nach Köln ins Bürgerzentrum Ehrenfeld. Im ersten Teil der Veranstaltung berichteten die Freiwilligen des letzten Jahrgangs von ihren Erfahrungen im Freiwilligendienst und auf den Begleitseminaren. Mit Gruppenarbeiten, Vorträgen und Diskussionen wurden die neuen Freiwilligen auf ihr FSJ-P eingestimmt und bekamen von vielen Seiten wertvolle Infos. Neben inhaltlichen und organisatorischen Infos konnten sich die „Neuen“ so auch schon vor Beginn des ersten Seminares kennenlernen und Kontakte knüpfen.

Anschließend kamen Vertreter_innen der Einsatzstellen und der ijgd zu Wort. Die stellvertretende Geschäftsführerin von den ijgd Bonn, Elly Bijloos, nahm die im Sommer auftretende Diskussion um Pflicht- und Freiwilligendienst zum Anlass, die Position der ijgd zu verdeutlichen und erklärte: „Wirkungsvolles Engagement ist eine Selbstverpflichtung auf freiwilliger Basis.“

Frau Dr. Hopmann (Karl-Arnold-Stiftung Köln, Einsatzstelle im FSJ-P in NRW) erwähnte die Relevanz der jungen Freiwilligen in den Einsatzstellen. Sie unterstützten in vielen Bereichen, geben Hinweise mit einem unvoreingenommenen Blick und lernten darüber hinaus viel über Strukturen und Arbeitsweisen in Organisationen im politischen Leben.

In einer Podiumsdiskussion mit drei Alumni aus den Jahren 2012, 2013 und 2016 wurde darüber diskutiert, was das FSJ-P im Rückblick für den weiteren Werdegang gebracht hat: In der Begegnung mit Menschen haben die ehemaligen Teilnehmer_innen festgestellt, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. Einer der Alumi sagte rückblickend, es gäbe "1000 Situationen", an die er sich immer wieder gerne erinnere. Positive Erfahrungen haben die Freiwilligen bei Projekten und Aufgaben gemacht, die durch Eigeninitiative ins Leben gerufen wurden. Der daraus resultierende Appell an die neuen Freiwilligen: "Gestaltet euer FSJ-P und die Seminare auch nach euren Vorstellungen!" In den Einsatzstellen konnten die Freiwilligen unterschiedliche Berufsbiographien kennenlernen. Die Erkenntnis, dass verschiedene Berufswege zu einem Berufsziel führen können, half ihnen sehr bei der beruflichen Orientierung. "Trauen Sie ihren Freiwilligen viel zu!" lautete das Plädoyer der Ehemaligen an die Einsatzstellen. 

„Bei den Seminaren sind wir mitten im politischen Leben, wo Menschen miteinander agieren, Interessen aushandeln, Kompromisse eingehen“, sagte Dominik Franzen, Bildungsreferent im FSJ-P in NRW. Zusammen mit Marta Rupprecht Mößle, Bildungsreferentin im FSJ-P in Hessen, erinnerte er sich an die letzte Seminargruppe und begrüßte die neuen Freiwilligen, die den "Staffelstab" im FSJ-P somit übernahmen.

EINBLICKE – Freiwillige der ijgd berichten

"Ein einzigartiges Erlebnis": Workcamp-Bericht aus einer etwas anderen Perspektive

Katharina hat zum ersten Mal ein Workcamp geleitet. Über diese für sie neue Erfahrung als Teamerin hat sie einen Bericht geschrieben. Gemeinsam mit der Medienwerkstatt in Bonn wurde auf dem Workcamp eine eigene Radiosendung gestaltet.

"Je näher der Beginn des Camps rückte, desto größer wurde die Nervosität, aber auch die Spannung und Neugier darauf, neue Aufgaben und Personen kennenzulernen. Was für Teilnehmende werden wir bekommen? Aus welchen Ländern werden sie sein? Wie wird das Camp verlaufen? Werden wir als Leitung Fehler machen? Wird eines der Worst-Case-Szenarien eintreten? Wie werden wir damit umgehen? Neben diesen Fragen beschäftigte mich vor allem die Hoffnung, dass sich keiner der Teilnehmenden verläuft oder verloren geht, bevor er oder sie überhaupt im Camp angekommen ist!

Wie sich herausstellte, waren das alles ganz unbegründete Sorgen. Es kamen alle heil an, wenn auch einige mit einer Verspätungen von knapp neun Stunden. Nun waren die ersten Tage zu meistern und anfangs schien die Gruppe sehr schüchtern, nicht nur uns gegenüber. Bewährte Kennenlernspiele in lockerer Atmosphäre wirkten jedoch Wunder!

Durch das Thema des Workcamps hatten alle bereits ein ähnliches Interesse und in der Freizeit wurden weitere Gemeinsamkeiten gefunden. Städte erkunden und kultureller sowie kulinarischer Austausch waren an der Tagesordnung und wir konnten alle nicht genug bekommen vom Insider-Wissen der jeweiligen internationalen Teilnehmenden und deren Kulturen.

Langsam aber sicher wurde aus unseren neun Teilnehmenden eine harmonische Gruppe, eine Art zweite Familie. Gegen Ende des Camps waren sie eine eingeschworene Gemeinschaft, die nicht fassen konnte, wie schnell die zwei Wochen vorbeigegangen waren und es an der Zeit war, Abschied zu nehmen. Zusammen haben wir zwei wundervolle Wochen erlebt und eine gemeinsame Erinnerung erschaffen, die nur uns gehört.

Natürlich gehört zur Gruppenleitung auch die Aufgabe des Kalkulierens, der Planung und Vorbereitung, aber die gemeinsame Zeit mit den Teilnehmenden überwiegt – und das war wirklich ein einzigartiges Erlebnis. Ich kann allen nur empfehlen, selbst einmal ein Workcamp zu leiten. Denn es ist nicht nur eine willkommene Abwechslung zum Alltag, sondern zeigt einem auch neue Seiten an sich selbst. So habe ich beispielsweise eine Seite der Spontanität, Flexibilität und Verantwortungsbereitschaft an mir entdecken dürfen, die ich in dieser Art und Weise noch nicht von mir kannte – also: "Man wächst mit seinen Aufgaben!""

KURZ INFORMIERT

Meldungen aus den Programmbereichen/Geschäftsstellen

„Junge Hände an alten Wänden“: Ausstellung der Jugendbauhütte NRW-Rheinland in Bonn
Vom Mittwoch, 08.08.2018, bis Samstag, 21.09.2018, zeigte die Jugendbauhütte NRW-Rheinland die Ausstellung „Junge Hände an alten Wänden“ im Bonner Stadthaus. Eine Besonderheit bei der Präsentation der Ausstellung bildeten fünf Tafeln, die die bisherigen Seminararbeiten der Freiwilligen an den Wolske-Stühlen aus der Bonner Beethovenhalle zeigen. Daneben war auch ein Stuhl aus dem aktuellen Restaurierungsprozess zu sehen. Bei der Eröffnungsveranstaltung am 08.08.2018 sprachen Marion Duisberg (Leiterin des Projektteams Beethovenhalle), Dr. Steffen Skudelny (Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz), Elly Bijloos (stellv. Geschäftsführerin der ijgd Bonn) sowie aktuelle Freiwillige und eine Teamerin der Jugendbauhütte NRW-Rheinland. Im Rahmen der Finissage am 21.09.2018 stellten die Freiwilligen dann ihre Seminarergebnisse aus der Schadenskartierung an den Wolske-Stühlen vor. Grußworte sprachen die Stadtkonservatorin der Stadt Bonn, Katrin Bisping, Silke Strauch (Leitung Referat Jugendbauhütten der DSD) sowie Hartwig Euler, Geschäftsführer der ijgd Bonn.

ijgd-Beteiligung an #unteilbar-Großdemonstration in Berlin
Die ijgd setzen sich für eine tolerante, solidarische und bunte Gesellschaft ein. Deshalb haben wir den Aufruf #unteilbar „Für Solidarität statt Ausgrenzung – Für eine offene und freie Gesellschaft“ unterzeichnet und uns an der Großdemonstration am 13.10. in Berlin beteiligt. Zusammen mit laut Veranstaltern rund 240 000 Teilnehmer_innen, zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen und Bündnissen, sind ijgd-Mitarbeiter_innen, -Freiwillige und -Partner auf die Straße gegangen. Dabei ist auch das Titelfoto des Newsletters entstanden.

Kolleg_innen gesucht: Aktuelle Stellenausschreibung
Die ijgd suchen aktuell zwei Praktikant_innen im Workcamp-Referat.
Hier geht es zu den Stellenausschreibungen!

SEMINARVORSCHAU

Aktuelle Workshops und Seminare

Ausbildungsseminare für Workcamp-Teamer_innen
Bis Ende des Jahres finden noch folgende Ausbildungsseminare für Workcamp-Teamer_innen statt:


Ausbildungsseminare für Teamer_innen in Langzeitdiensten
Für Teamer_innen der Langzeitfreiwilligendienste bieten wir 2019 wieder Ausbildungsseminare an:
Seminarprogramm 2019.