Zum Inhalt springen

Workcamp in Tansania

Ich empfand die Teilnahme an einem Workcamp als super Möglichkeit, ein für mich neues Land und eine komplett neue Kultur anders als durch bloßes Reisen zu erleben und zu erfahren. Ich wollte nicht einfach durch ein fremdes Land reisen und abgeschottet vom wirklichen Kern des Ganzen in Hostels leben und über Märkte schlendern.

Name:Lars M.Einsatzstelle:Dar es Salaam - Cultural ExchangeInhaltliche Ausrichtung:Cultural Exchange

Ich erhoffte mir von der Teilnahme an dem Workcamp die tansanische Kultur intensiver kennzulernen und mit vielen anderen Teilnehmern aus unterschiedlichen Kulturkreisen in Kontakt zu kommen.

So reiste ich also nach einiger Vorbereitung von Frankfurt/Main über Äthiopien nach Dar es Salaam und wurde obwohl ich einen Tag vor Camp-Beginn ankam, von einem Taxifahrer der Organisation abgeholt und zum ländlich gelegenenen Campgelände gefahren. Tatsächlich ist es die beste Idee, anfangs mit einem "echten" Taxi zu fahren, da es für Unwissende extrem schwierig ist, sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von einem zum anderen Punkt in dieser riesigen Stadt zu bewegen.

Bei Uvikiuta, der Organisation in Daresalaam, angekommen – ein herrliches riesiges Gelände, bestehend aus mehreren kleinen Häuschen für die Volunteers, einem großen Speisesaal, Vortragsgebäuden und so weiter – wurde ich von meinem Campleiter Frank begrüßt und meiner einzigen Partnerin im Projekt, der Südkoreanerin Hajung vorgestellt. Wir wurden in je ein Zimmer in den kleinen Häusern einquartiert. Leider waren wir in diesem vier-wöchigen “Cultural-Exchange”-Projekt tatsächlich nur zu zweit, was anfangs bei mir und Hajung für einigen Galgenhumor sorgte.

Unser Campleiter tat aber alles dafür, um das Projekt für uns so abwechslungsreich und spannend wie möglich zu gestalten. Trotz der Tatsache, dass wir nur zu zweit waren, wurde es selten langweilig und wir hatten wenige Leerlaufphasen. Am Orientation-Day wurden wir dazu nach unseren Interessen bezüglich des Projektes gefragt, woraufhin ein extrem abwechslungsreicher Projektplan für die vier Wochen für uns erstellt wurde.

Wie der Projektname schon andeutet, hatten wir keine expliziten Aufgaben wie das Helfen in einem Waisenhaus oder Sonstiges, sondern konnten uns durch diverse Programmpunkte viel eher auf die neue Situation in diesem für uns neuen Land einlassen.

Jeder Tag war für uns in einen Programmpunkt morgens und einen Programmpunkt nachmittags gegliedert. Morgens standen die unterschiedlichsten Dinge auf dem Programm: über das Mithelfen auf der organisationseigenen Baumschule, den Besuch einer nahen Grundschule, Teilnahme an Tanz- und Trommelworkshops (ich hätte niemals gedacht, dass das so viel Spaß machen kann!) bishin zum Einkaufen auf dem Markt und anschließendem Kochen für alle Leute in der Organisation, war für jeden etwas Spannendes dabei.

Nach dem ersten Programmpunkt, dem Mittagessen und einer kurzen Pause, hatten wir nachmittags meistens Swahili-Unterricht.
Eine Sache, die sich vor allem bei meiner anschließenden Reise als von unermesslichem Wert heraustellen sollte!

Da auf dem Gelände Uvikiutas zahlreiche andere Volunteers (sowohl Europäer als auch Afrikaner) und Teilnehmer an Exchanges lebten, hatte ich immer die Möglichkeit mit neuen Menschen in Kontakt zu kommen. Die Verständigung mit Menschen anderer Nationen lief für mich selbst erstaunlich gut, obwohl ich mein eigenes Englisch für extrem ausbaufähig halte.

Nach dem vier-wöchigen Workcamp, das ich alles in allem sehr genossen habe, reiste ich mit einem Freund noch drei Wochen durch das Land. Gerade in dieser Zeit hat sich herausgestellt, dass es für mich sehr sinnvoll war, an dem Workcamp teilzunehmen, da ich einen viel intensiveren Draht zu den Locals aufbauen konnte, was zum Beispiel an dem Swahili-Unterricht lag, den ich in den Wochen zuvor hatte.

Ob diese Erfahrung mich nachhaltig wirklich verändert habe, kann ich noch nicht wirklich bewerten, ich bin aber soweit ich das beurteilen kann noch offener geworden und kann den Menschen in meinem näheren Umfeld mein ganz eigenes Bild von Tansania vermitteln!


Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.