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Workcamp in Tansania

Schon seit längerer Zeit hatte ich immer wieder über eine Reise in ein afrikanisches Land nachgedacht, und die Entscheidung fiel für mich als ich auch nach meinem FSJ in Deutschland noch nicht wusste was ich danach studieren wollte. Da ich lieber reisen und etwas von der Welt sehen wollte...

Name:Lena K.Einsatzstelle:Dar es Salaam - Cultural ExchangeInhaltliche Ausrichtung:Cultural Exchange

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als versuchsweise ein Studium oder eine Ausbildung zu beginnen, entschloss ich mich mir noch ein halbes Jahr Zeit zu nehmen um Tansania und Südafrika zu bereisen.

Bei der Recherche nach geeigneten Freiwilligenprojekten stieß ich auf ijgd und deren umfassendes Workcampprogramm. Zusammen mit meiner Freundin Laura entschied ich mich schließlich für ein Workcamp in Tansania, und nach einem umfangreichen und gelungenen Vorbereitungsseminar ging es bald auch schon los.

Direkt nach unserer Ankunft am Flughafen Dar es Salaam wurden wir zum Center von UVIKIUTA gebracht, einer schönen Gartenanlage etwas außerhalb der Stadt, mit mehreren Gebäuden und Hütten darauf. Dort lernten wir die 7 anderen Freiwilligen kennen die allesamt MTV-leistende in den umliegenden Schulen waren. Somit waren Laura und ich die einzigen Teilnehmer in diesem Workcamp, was ein bisschen schade war.

Unser Cultural Exchange-Programm umfasste verschiedene Unterrichtseinheiten. Montags und dienstags lernten wir bei einem Straßenkünstler traditionelles Kunsthandwerk – wir knüpften Armbänder, kreierten eine Tasche aus alten Gürteln und bestickten Schuhe mit Perlen. Mittwochs lernten wir auf traditionellen Instrumenten wie der Marimba und verschiedenen Trommeln zu spielen, und zusammen mit Gitarre und Gesang klang das richtig gut. Am Donnerstag stand Zeichenunterricht und Kochen auf dem Programm und am Freitag nahmen uns die anderen Freiwilligen mit in die verschiedenen Schulen. Diese Unterrichtsstunden fanden immer vormittags statt, und nachmittags hatten wir manchmal ein bisschen Swahili-Unterricht mit den andern Freiwilligen.

So blieb tagsüber noch viel Zeit um sich mit den anderen Freiwilligen zu unterhalten, kleinere Ausflüge zu machen oder sich auf dem Center die Zeit zu vertreiben.

Wir wohnten zusammen in einer Hütte nahe bei der unserer Betreuer, der Terrasse wo wir immer zusammen aßen, und einer einfachen Toilette.

Mit den anderen Freiwilligen konnten wir zum Großteil Deutsch sprechen, mit allen anderen auf dem UVIKIUTA-Center Englisch. Schwierig wurde es erst wenn wir uns mit der lokalen Bevölkerung verständigen mussten. Mit den wenigen Brocken Swahili die ich zu dieser Zeit sprechen konnte, war es möglich sich zu begrüßen, Obst zu kaufen und Bus zu fahren, mehr aber auch nicht. Ich bemühte mich möglichst schnell möglichst viele neue Wörter zu lernen, aber selbst eine so einfache Sprache wie Swahili braucht ihre Zeit bis man sie beherrscht, und nicht nur ein paar Wochen.

Rückblickend wusste ich durch die Seminartage und das Infomaterial zwar viel Allgemeines über mein Workcamp, aber wie diese vier ersten Wochen in Tansania für mich sein würden, darauf hätte mich niemand „vorbereiten“ können. ijgd hat mir Hintergrunddaten, Denkanstöße und Zuversicht gegeben, und ich hatte ein bestimmtes Bild im Kopf was auf mich zukommen würde, aber am Ende war die Realität im Workcamp doch eine ganz andere – und das war auch gut so!

Welche Erfahrungen habe ich nun mitnehmen können? Zunächst das intensive Zusammenleben und -arbeiten mit völlig verschiedenen Persönlichkeiten unterschiedlicher Herkunft und Kultur, aus dem so viele schöne Freundschaften entstanden sind die - hoffentlich - auch zuhause fortbestehen werden. Dann die ungewohnten Lebensbedingungen: Die Küche in Tansania ist eine völlig andere, die Dusche besteht aus einem Eimer Wasser, die Temperaturen sind am Tag und auch in der Nacht stets drückend heiß und der Transport erfolgt meist in überfüllten Bussen mit halsbrecherischem Fahrstil. Ich habe gelernt all das anzunehmen, das Beste daraus zu machen und es irgendwann als Teil eines unvollkommenen und umso liebenswerteren Landes zu schätzen. Und zu wissen, dass ich mit solchen Dingen, auch wenn sie mich anfangs in Grauen versetzen, irgendwann sehr gut zurechtkommen kann, gibt mir Optimismus, Mut und Selbstvertrauen.

Für mich ging die Reise nach dem Workcamp noch weiter, und rückblickend waren diese vier Wochen nur der Anfang einer vielseitigen und unvergesslichen Zeit in Tansania. Allen die überlegen an einem Workcamp teilzunehmen kann ich nur raten es zu tun, sich aber zusätzlich ein paar Tage zum Reisen zeitzunehmen, um sich nach dem Projekt“alltag“ noch etwas zu gönnen, bevor es mit dem Rucksack voller Geschichten auf den Heimweg geht.

 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.