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UVIKIUTA - Early Childhood Education, Mbande

Jetzt bin ich schon wieder seit einem Monat und damit länger als meine Zeit in Tansania war, zurück in Deutschland und der Alltag hier hat mich wieder. Trotzdem bin ich mit den Gedanken noch oft bzw. immer mal wieder da und versuche hier von meinem Workcamp zu berichten...

Name:Christine H.Einsatzstelle:UVIKIUTA - Early Childhood Education, Mbande, Temeke, Dar Es SalaamInhaltliche Ausrichtung:Early Childhood Education, Teaching

...Ich war für vier Wochen in Tansania und habe ein zwei wöchiges Workcamp zum Thema frühkindliche Bildung mit UVIKIUTA in Temeke, Dar es Salaam gemacht.

Auf dem Vorbereitungsseminar und in den letzten Tagen vor dem Camp, nachdem alle Impfungen, die letzten Besorgungen und alles Organisatorische erledigt war, insbesondere dann am Abflugtag hatte ich eher gemischte Gefühle was meine Reise betraf. Wenn ich aber jetzt den Brief an mich selbst von meinem Vorbereitungsseminar ansehe, indem ich Hoffnungen und Befürchtungen vor meinem Workcamp gesammelt habe, kann ich nur sagen, dass alle meine Befürchtungen entweder unbegründet waren also keine Rolle gespielt haben oder aber im Vergleich zur tollen Zeit im Workcamp kaum von Bedeutung waren.

Bevor ich mich für die Teilnahme an einem Workcamp mit ijgd entscheiden habe, hatte ich schon oft mit dem Gedanken gespielt, einen Freiwilligendienst in einem afrikanischen Land zu machen, direkt nach dem Abi und auch im Studium immer mal wieder, aber gemacht habe ich es dann doch nicht, auch da gerade die Langzeitprojekte etwa ‚weltwärts‘ mir irgendwie ‚zu viel‘ waren. So hatte mich die Möglichkeit, ein Workcamp zu machen, sehr interessiert - auch da es mir gefiel in einer Gruppe von Freiwilligen zu sein.

Meinen Flug hatte ich zusammen mit einer weiteren ijgd-Freiwilligen gebucht und so ging es für uns gemeinsam von Frankfurt aus über Addis Ababa nach Dar Es Salaam. Bei unserer Ankunft in Tansania am nächsten Nachmittag wurden wir nach kurzem Warten und kurzer Verunsicherung zwischen all den Namensschildern auf denen wir uns nicht wieder fanden von einem Fahrer von UVIKIUTA abgeholt und ins Center von UVIKIUTA gebracht, wo wir während dem Camp untergebracht waren. Den restlichen Tag verbrachten wir im Center wo alle Freiwilligen eintrafen mit einem großen gemeinsamen Essen und Kennenlernen am Abend. Das ‚eigentliche‘ Workcamp startete dann am nächsten Tag mit dem Orientation Day, wobei einiges hiervon schon Teil der sehr guten Vorbereitung durch ijgd gewesen war.

An unserem ersten Arbeitstag wurden wir von der Direktorin der nursery school, in der wir ursprünglich zu zweit eingeteilt waren dann aber zu dritt als Freiwillige arbeiteten, abgeholt und fuhren mit dem Dalla Dalla nur ein paar Minuten bis zur nursery school. Hier lernten wir die Kinder der beiden Schulklassen und die zwei Lehrerinnen kennen und verbrachten unseren ‚ersten Schultag‘ mit ersten Unterrichtsversuchen und dem Kennenlernen der Abläufe in der nursery school. Da die nursery schools in denen wir arbeiteten nachmittags geschlossen waren, war es hier Teil unseres Workcamps Kinder, die ins Center von UVIKIUTA kamen, in Englisch zu unterrichten oder Freizeitaktivitäten bzw. Spiele für sie anzubieten. Ich war für den Englisch-Unterricht eingeteilt worden und so lernten wir an unserem ersten Arbeitstag auch hier unsere Klasse kennen, eine kleine Gruppe aus Kindern und Erwachsenen mit zum Teil auch sehr unterschiedlichen Englischkenntnissen, so dass wir hier erstmal unsere Schwierigkeiten hatten den Unterricht zu gestalten.

Der Workcamp-Alltag in den nächsten zehn Tagen sah dann immer so aus, dass wir morgens nach dem Frühstück mit dem Dalla Dalla in unsere nursery school fuhren, dann gegen Mittag wieder zurück ins Center kamen, etwas Zeit für uns hatten, um Wäsche zu waschen, Besorgungen zu machen, den Nachmittagsunterricht vorzubereiten usw. und dann fanden die Nachmittagsaktivitäten mit den Kindern im Center statt. Die Abende wurden meist in der Gruppe verbracht mit culture nights, Spieleabenden und einfach beisammen sitzen und sich austauschen, wonach ich nur noch müde unters Moskitonetz schlüpfte.

Am Ende der ersten Workcampwoche, das aufgrund von zwei nationalen Feiertagen schon nach 2 Arbeitstagen kam, als ich mich noch beim Eingewöhnen und Einleben in das gesamte Umfeld befand, hatte ich zum Teil auch noch gemischte Gefühle. Ich war enttäuscht erst so wenig Zeit gearbeitet zu haben, da der erste Tag nur für die Anreise eingeplant gewesen war und dann noch der Orientierungstag folgte, verging die Zeit nur langsam und die erste Nacht im Camp war es zu kalt, zu laut, zu eng, das Moskitonetz  störte und so weiter… Aber nach einem sehr schönen Wochenende auf Safari mit einem Teil der Workcampgruppe, der so besonders zusammen wuchs, war die zweite Woche im Camp sehr intensiv an Eindrücken. So kam der Abschied von den Kindern aus der nursery school und dem Nachmittagsunterricht und den Lehrerinnen viel zu schnell. Die Zeit in der wir uns kennengelernt, zusammen Englisch gelernt, Rechnen und Schreiben geübt, gebastelt, gespielt und auch manches Mal Schwierigkeiten gehabt hatten, einander zu verstehen war sehr schön und so war der Abschied insbesondere von den Lehrerinnen sehr herzlich.

Abschied nehmen mussten wir auch von einer toller Workcamp Gruppe mit 26 TeilnehmerInnen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Spanien, und Süd Korea, die in diesen Tagen immer mehr zusammen gewachsen war und innerhalb derer die Verständigung und das Zusammenleben im Camp ohne Probleme lief, den Mitarbeiterin von UVIKIUTA und den Freiwilligen aus Tansania. Mir blieben aber noch 10 Tage zum Reisen im Anschluss mit anderen Freiwilligen, die mir noch mal andere Einblicke in das Land ermöglichten

Meine wichtigste Erfahrung im Workcamp war es, mit den Kindern zu arbeiten bzw. zu unterrichten worin ich in Deutschland schon einige Erfahrung hatte, die ich im Workcamp in einem ganz neuen, unbekannten (kulturellen) Umfeld anwenden konnte. Ich konnte sehen, dass in der Arbeit mit den Kindern in diesem Umfeld  viel anders war, als ich es kannte und mit vorgestellt hatte und so neue Erfahrungen machen, ich konnte aber auch feststellen, dass vieles überhaupt nicht so ‚anders‘ ist.  Ein wichtiger Teil des Workcamps war für mich auch der Austausch und das Aufeinandertreffen und Kennenlernen mit den vielen anderen Freiwilligen.

Meine wichtigste Erfahrung in Tansania war es mich selbst als ‚Mzungu‘  zu sehen bzw. zu erfahren und Eindrücke, die damit in Verbindung standen, einzuordnen zu versuchen und über diese nachzudenken.

Insgesamt waren die zwei Wochen Workcamp sehr schön und ich hatte eine tolle Zeit in Tansania, die so schnell rumging, dass ich gerne noch einmal wiederkommen möchte. Es gibt viele Gedanken und Themen, die ich aus meinem Workcamp mitgenommen habe und die im Alltag in Deutschland hoffentlich nicht zu tief untergehen.

 

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