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UVIKIUTA - Singida

In meinem Workcamp waren 15 Freiwillige, gemischt aus Tansaniern, Asiaten und Europäern. Wir sind allerdings zusammen mit einer anderen Workcamp-Gruppe, die ebenfalls aus ca. 15 Leuten bestand, untergebracht worden. Unsere Unterkunft war eine Schule für gehörlose Kinder, welche allerdings gerade in Ferien waren und wir somit ihre Räumlichkeiten nutzen durften...

Name:Julia Z.Einsatzstelle:UVIKIUTA - Singida, 2 WochenInhaltliche Ausrichtung:Konstruktion

...Jungs und Mädchen wurden getrennt untergebracht, die Jungs in Mehrbettzimmern und die Mädchen alle zusammen in einem großen Schlafsaal, der allerdings mit ca. 1,50m langen Kinderbetten ausgestattet war. Wir haben uns schnell daran gewöhnt. Die Gebäude waren schön und sauber, da die Schule noch sehr neu war. Fließendes Wasser und Elektrizität gab es allerdings nicht. Wasser gab es nur aus einem im Boden ausgehobenen Loch, an dem sich dann jeder mit Eimern bedienen durfte. Aus diesen Eimern mit  Wasser wurde sich dann gewaschen. Licht gab es nur durch Solarenergie. Tagsüber wurde der Speicher durch die Sonne aufgeladen, welcher allerdings nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr allzu lange angehalten hat und wir dann ab ca. neun Uhr auch gar kein Licht mehr hatten und uns nur noch mit Hilfe von Taschenlampen fortbewegen konnten. Der Tagesablauf war dort etwas anders, als man es vielleicht von zu Hause gewöhnt ist. Frühstück in unserem Camp gab es immer um 7.00Uhr. Da es aber gegen 6.00Uhr schon hell wurde und bei so vielen Menschen in einem Raum, einer dann immer schon wach war, ist man automatisch mit dem Aufgehen der Sonne aufgewacht und aufgestanden. Nach dem Frühstück ging es dann (meistens) gleich zur Arbeit. Es kam öfter mal vor, dass wir noch eine ganze Weile auf einheimische Freiwillige warten mussten, da die Afrikaner ein anderes Zeitmanagement haben, als wir. Unsere „Arbeitsstelle“ war ca. 3km von unserer Unterbringung entfernt, d.h., dass wir jeden Morgen und dann auch jeden Mittag circa eine Dreiviertelstunde laufen mussten. An unserem Projekt (Schulgebäude errichten) angekommen,

konnten wir in den ersten Tagen auch immer sehr gut mit anpacken. Die Arbeit war teilweise schon hart und körperlich sehr anstrengend, aber es hat trotzdem immer Spaß gemacht. Wir haben zum Beispiel Eimer mit Wasser oder Sand transportiert, Ziegelsteine befördert, Zement gemischt, Flächen 

geebnet oder Löcher gegraben. Zum Ende unsere Zeit dort allerdings ging immer mehr das Wasser zur Neige und somit war es leider so, dass wir an machen Tagen erst mal warten mussten, bis überhaupt Wasser von irgendwo gebracht wurde oder wir selber los laufen mussten zum nächsten Brunnen mit Eimern, um uns Wasser zu besorgen. Auch wenn das Gebäude natürlich noch nicht mal annähernd fertiggestellt werden konnte, sieht man zumindest ein kleines Vorankommen. Es war ein tolles Projekt an einer Schule, von deren Lehrern und Schülern wir sehr gut aufgenommen worden sind und sie unsere Arbeit sehr geschätzt haben. Nach Feierabend, der meistens gegen 12.00Uhr war, ging es erst mal wieder zurück ins Camp, wo es dann um 13.00Uhr Mittagessen gab. Danach hatten wir nicht besonders viel Zeit, gerade dann nicht, wenn man fürs ‚cleaning-team’, welches sich um das Säubern des Geschirrs zu kümmern hatte, eingeteilt war. Denn meistens gegen  14.00 Uhr hieß es schon wieder Abfahrt zu den unterschiedlichsten Aktivitäten. An einem Tag z.B. haben wir eine kleine vor Ort angesiedelte Fabrik besichtigt und uns anschließend ein Fußballfreundschaftsmatch gegen ein einheimisches Team geliefert. An anderen Tagen haben wir z.B. eine Art Jugendzentrum besucht, wo Jugendliche und ihr Leiter miteinander Musik gemacht und Tänze einstudiert haben, die sie uns dann präsentiert haben oder wir haben mit Leute (die in diesem Gebiet tätig waren) über HIV/AIDS diskutiert. Wie man sehen kann, waren unsere Nachmittage immer sehr ausgefüllt und abwechslungsreich. Um 19.00Uhr gab es dann Abendbrot. Anschließend hatten wir dann meistens noch  eine sogenannte ‚Culture- Night’, was bedeutete, dass einzelne Teilnehmer ihr Land und ihre Kultur den anderen näher gebracht haben. Da waren dann dem Vortragenden keine Grenzen gesetzt  und somit wurde viel gesungen, getanzt und auch gelacht. Es war eine tolle Möglichkeit noch mal mehr über das Heimatland der einzelnen Teilnehmer zu erfahren. Danach ging dann meistens schon das Licht aus und man war auch eigentlich so müde, von den ganzen neuen Eindrücken, die man jeden Tag wieder aufs neue gesammelt hat, so dass wir dann auch immer sehr zeitig schlafen gegangen sind. Zusammenfassend kann ich sagen, dass es eine tolle Erfahrung war, die ich jedem nur empfehlen kann. Man lernt nicht nur Vieles über das jeweilige Land und den Kontinent in dem man sich gerade befindet, sondern auch zu kommunizieren, wenn einem manchmal die Worte fehlen oder der andere nicht die gleiche Sprache spricht. Man wird offener für so vieles Neues aus anderen Kulturen und erweitert dementsprechend in vielerlei Hinsichten seinen Horizont. Es ist meiner Meinung nach eine einmalige Erfahrung, die einen zu Hause wieder viele Dinge mehr  schätzen lässt und vielleicht einen selbst auch noch mal mehr über seine eigene Kultur nachdenken lässt.

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