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UVIKIUTA - Youth and Human resource sustainability, South Pemba-Zanzibar

Als ich das erste Mal den Flyer vom ijgd in den Händen hielt, wusste ich, dass das genau das richtige wäre, um einen unvergesslichen Sommer zu erleben und meinen Traum in Afrika aktiv zu werden, verwirklichen würde...

Name:Harriet S.Einsatzstelle:UVIKIUTA - Youth and Human resource sustainability, South Pemba-Zanzibar, 2 WochenInhaltliche Ausrichtung:Aufbau einer Grundschule und Bepflanzung des Strandes zum Schutz vor Hochwasser

Ich schickte sogleich alle nötigen Unterlagen nach Berlin und hoffte auf Bestätigung. Nach einer Woche langem Wartens, war es endlich so weit: Ich erhielt die Zusage für ein Workcamp auf Sansibar, Tansania.

Ich wollte nicht wie ein gewöhnlicher Tourist am Strand liegen, sondern etwas verändern und etwas für das Land tun. Zudem wollte ich Land, Menschen und Kultur auf diesem Weg intensiv kennen lernen.

 

Die Zeit verging wie im Flug und schon stand das Vorbereitungsseminar vor der Tür. Nach ausgiebigen Gesprächen, Diskussionen und Rollenspielen erhielt ich am Rückkehrerinnen-Abend zahlreiche, informative Tipps von einer ehemaligen Teilnehmerin.

Nach der guten Vorbereitung vom ijgd fühlte ich mich sicher und bereit für mein großes Abenteuer.

 

Nach den vielen Impfungen, der Buchung des Fluges und letzten Reisevorbereitung war es soweit. Der 07.08. war gekommen und ich stand voller Vorfreude am Hamburger Flughafen.

Die Reise ging als erstes nach Amsterdam. Von da aus stieg ich in den Flieger nach Nairobi. Am frühen Morgen, kurz vor unserer Landung in Nairobi Airport, konnte ich schon vom Flugzeug aus die wunderschöne Landschaft sehen und meine Vorfreude stieg weiter.

Endlich hatte ich es geschafft: Ich war in Afrika!

 

Nach meinem Anschlussflug nach Sansibar wurde ich von einem netten Taxifahrer mit Namen Sharif, ebenfalls Freund der UVIKIUTA Organisation, abgeholt.

Die Fahrt ging durch Stonetown, ein Stadtteil im Zentrum von Sansibar. Sharif erklärte mir viel über einzelne Teile der Stadt und half mir bei der Suche meines Hotels. Meine Ansicht über die Warmherzigkeit und der Hilfsbereitschaft der Afrikaner bestätigt sich. Zwar wurde ich intensiv von den Menschen beäugt, doch kam meist ein freundliches „Jambo“ und ein Lächeln über ihre Lippen.

 

Am darauf folgenden Morgen auf der Fähre mit Kurs auf Pemba Island, entdeckte ich schnell den nicht zu übersehenden Haufen großer Rucksäcke und die dazugehörigen Volounteers. Zudem sah ich zwei, die ich bereits auf dem ijgd Vorbereitungsseminar kennen gelernt hatte. Das Wiedersehen war groß und schnell wurde ich den anderen vorgestellt. Die dreistündige Fahrt nach Pemba konnte beginnen.

 

Langsam liefen wir in Pemba ein und am Hafen herrschte ein großes Durcheinander. Viele Einheimische warteten am Hafen und jeder versuchte als erster auf das Boot zu drängeln. Es gab ein großes Gedränge und Geschiebe, bis jeder von uns seinen Rucksack hatte.

Dann teilten die Leader, die insgesamt 27 Volounteers, in die kleinen Busse, „Dala Dalas“ genannt, ein. Man spürte gleich die große Freude auf der Seite der Camp Leader über unser Kommen und sie machten auf uns einen sehr sympathischen Eindruck.

Das Gepäck wurde kurzerhand aufs Dach geschnürt und los ging die Fahrt mit gefühlten 90 km/h (Die Tachoanzeige hatte ihren Geist aufgegeben).

 

In unserer Unterkunft, ein altes, heruntergekommenes Hotel mit 8 Zimmern und einem Essenssaal, sowie einer Dachterrasse von der man den atemberaubenden Sternenhimmel sehen konnte, den man nur in Afrika so erleben kann, angekommen, wurden wir in die Zimmer eingeteilt. Sie waren mit jeweils 6 Personen belegt und bestanden aus einem Raum sowie einem kleinem Bad ohne fließendes Wasser und einem Loch im Boden welches das Klo darstellte. Doch da wir darauf schon vorbereitet waren, hatten wir sogar mit schlimmeren Verhältnissen gerechnet.

 

Am ersten Tag war der sogenannte „Orientation Day“, an dem wir viele Informationen über die Organisation, das Dorf in dem wir lebten, die Arbeit die wir machen sollten, einige Details über Regeln und Gesetze im Camp und Tansania bekamen. Zudem besprachen wir unsere Wochenendtrips.

 

Am ersten Arbeitstag wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine sollte den Aufbau einer Grundschule fortführen, ein begonnenes Projekt des Workcamps 2007. Die andere Truppe sollte am Strand Bäume pflanzen, da viele Fischer die Bäume, die als Schutz vor Hochwasser stehen, fällten.

 

Es kamen viele Männer und Kinder aus dem Dorf, die uns bei unserer Arbeit unterstützten. Trotz leichter Verständigungsschwierigkeiten aufgrund mangelnder Englischkenntnisse der Tansanier, sowie mangelnder Swahilikenntnisse unsererseits, hatten alle wahnsinnigen Spaß an der Arbeit.

Die Verständigung unter den Volounteers war zu meinem Erstaunen sehr gut, trotz unterschiedlicher Herkunft aus Irland, Polen, Korea, Japan, US, Niederlande usw. Alle kommunizierten problemlos miteinander auf Englisch.

 

Morgens standen wir gegen halb sieben auf, Frühstück gab es um sieben Uhr. Um acht trafen sich alle vor dem Hotel, um den Weg zur 10 Minuten entfernten Arbeitsstelle in Angriff zu nehmen. Um 12 Uhr waren wir fertig und gingen zurück zur Unterkunft. Um 13 Uhr gab es Mittagessen bestehend aus Kartoffeln, Nudeln, Reis, Gemüse und frischem Obst. Ab 14 Uhr hatten wir bis ca. 19 Uhr „freetime“, in der wir Ausflüge zu tollen Stränden unternahmen, Krankenhäuser und Schulen besuchten. Es gab Sportaktivitäten, Besuche bei verschiedenen Gruppen, z.B. einer HIV-positiv Gruppe, die uns ein Theaterstück und Lieder aufführten. Um 19 Uhr gab es Abendessen. Anschließend konnten wir den Abend gemütlich auf unserer Dachterrasse mit einem afrikanischen „Safari“ Bier oder verschiedenen Diskussionen, Spielen ausklingen lassen.

 

Am Wochenende ruhten wir von der Arbeit aus und unternahmen wunderschöne Ausflüge. An einem Samstag fuhren wir in einen Dschungel, in dem wir mit einem Ranger eine Tour erlebten und viele verschiedene Arten von seltenen Bäumen und Pflanzen aber auch Affen und Flughunde zu sehen bekamen.

Anschließend fuhren wir zu einem Strand, der laut unserer Leader einer der längsten Strände Ostafrikas sein sollte. Als wir den kleinen Weg zum Strand fuhren und sich vor unseren Augen der weiße Strand und das türkise, klare Wasser auftat, waren wir vor Begeisterung sprachlos. Wir konnten nicht anders als sofort ins warme Wasser zu springen. Mittags bekamen wir frisch gegrillten Fisch und frische Mangos, die wir am Strand aßen.

 

Am folgenden Sonntag fuhren wir mit einem kleinen Boot auf eine winzige Insel, auf der wir die einzigen Menschen waren. Wir konnten Schnorcheln und die farbenreichsten, außergewöhnlichsten Fische beobachten. Anschließend konnten wir uns auf Korbliegen, unter Palmen, bei fast 40°C sonnen und ausruhen.

 

Die darauf folgende Woche verging einfach viel zu schnell und so stand nach 2 Wochen schon der 23.08. vor der Tür und es hieß unter Tränen Abschied nehmen von den neugewonnen Freunden.

 

Diese 2 Wochen waren die besten, die ich jemals erlebt habe. Manche werden denken, ich übertreibe, doch es ist die Wahrheit. Als „normaler Tourist“ würde man nie einen solch intensiven und tiefen Einblick in diese vielfältige Kultur bekommen. Man lernt mit wenig auszukommen und den ganzen Überfluss, den man im eigenen Land besitzt, zu vergessen. Man spürt, dass dieses Land außerordentlich froh und begeistert ist von unserer Hilfe. Zudem kann man sehr viel lernen über all die verschiedenen Kulturen der Teilnehmer, die man kennen lernt.

Der ein oder andere hat, so wie ich, herausgefunden, dass diese Arbeit Einfluss auf die spätere Berufswahl haben kann.

Ich kann abschließend nur sagen, Ihr werdet das Workcamp, die Menschen und das Land einfach alles, lieben!

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.