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Indien

Schon lange hatte ich darüber nachgedacht, einmal einige Wochen im Ausland zu verbringen, am liebsten in Indien. Ich wollte gerne ein anderes Land kennen lernen, auf neue Menschen treffen und meine Sprachfähigkeiten verbessern.

Name:EvaEinsatzstelle:IndienInhaltliche Ausrichtung:Cultural

Ein Workcamp in Indien entsprach genau diesen Vorstellungen, sodass ich mich nach dessen Entdeckung schnell dafür anmeldete. Nach einem guten Vorbereitungsseminar, langer Recherche in Reiseführern und Internet sowie Gesprächen mit Indien-Reisenden, fühlte ich mich bereit für drei Wochen in einem für mich fremden Land.

 

Das Workcamp fand in einem kleinen Ort

namens Parassinikadavu in der Nähe der Stadt Kannur (Südindien) statt. Ich kam einen Tag vor Beginn des Camps am Flughafen in Kochi an. Von dort ging es mit dem Prepaid-Taxi (wird vor Ort im Flughafen bezahlt) nach Ernakalum und dann weiter mit dem Zug nach Kannur (kann über cleartrip.de im Voraus gebucht werden). Dort suchte ich mir eine nette Unterkunft, bevor ich am nächsten Morgen mit der Rikscha zum vereinbarten Treffen mit der Gruppe und den Gruppenleitern fuhr. Ich traf auf 13 aufgeschlossene und sympathische Leute unterschiedlichen Alters (19-66) sowie unterschiedlicher Nationalität (Italien, England, Frankreich, Finnland, Südkorea, Kanada und Indien). Das Camp konnte somit starten.

Untergebracht waren wir

in einem zwei-stöckigen Haus mit vier 4- bzw. 6-Bett-Zimmern (Stockbetten), zwei Badezimmern (je eines im indischen/ westlichen Stil), einer Küche, einem Gemeinschaftraum und einem Balkon mit schöner Aussicht auf einen Fluss. Insgesamt war die Unterkunft super, allerdings war es in den Räumen – trotz Ventilatoren – sehr warm, was vor allem nachts ein wenig unangenehm war.

Tagsüber haben wir uns nie im Haus aufgehalten, da wir immer von morgens bis abends unterwegs waren. Das Camp war ein „special workcamp“, denn im Gegensatz zu anderen, liegt der Schwerpunkt in diesem nicht in der Arbeit, die man leistet, sondern eher in den kulturellen Erfahrungen, die man sammelt. Dazu gehörten in unserem Fall tägliche Unterrichtsstunden in Ayurveda und Yoga sowie einige Ausflüge, wie zum Beispiel zu Tempeln, Kampfkunst-Aufführungen oder auch lokalen Fabriken. Gemeinsam mit der täglichen Arbeit in einer Schule für Kinder mit geistiger Behinderung, füllten diese Aktivitäten den gesamten Tag:

Gegen 8 Uhr ging es los

zum Frühstück in der Kantine der Ayurveda-Uni, in der auch unser Unterricht stattfand. Meistens gab es Brotfladen mit scharfer Soße, woran ich mich bis zum Ende nicht richtig gewöhnen konnte. Zum Glück gab es direkt neben der Kantine einen kleinen Kiosk, in dem wir u.a. Nutella und Kekse kaufen konnten.

Den Vormittag (ca. drei Stunden) verbrachten wir in der Schule, wo unsere Aufgaben darin bestanden, die Hausfront des Schulgebäudes neu zu gestalten sowie die Kinder zu betreuen. Hier spielten, bastelten, malten und tanzten wir mit den Kindern, was eine tolle Zeit war. Auch das Streichen hat viel Spaß gemacht, dennoch empfand ich es als fragwürdig, ob diese Arbeit einen sinnvollen Nutzen für die Schule darstellte, denn es gab bereits etliche Wände, die von vorherigen Gruppen verschönert worden sind. Selbst unsere Wand trug vorher Bilder, welche erst drei Jahre vorher in einem Workcamp entstanden sind. Abgesehen davon hat mir die Arbeit dennoch sehr gefallen, da sich die Kinder über sie gefreut haben und sie uns als Team arbeiten ließ: Die Gestaltung der Wand bedurfte viel Kommunikation und Kooperation, was uns als Gruppe zusammen gebracht hat. Diejenigen, die sich auf eine andere Art von Freiwilligenarbeit eingestellt hatten, waren allerdings ein wenig enttäuscht.

Anschließend fuhren wir wieder mit dem Bus zur Kantine, wo es das Mittagessen gab. Meistens aßen wir Reis oder Brot mit Gemüse und verschiedensten Soßen. Das Essen war zwar nicht sehr abwechslungsreich, aber durchaus in Ordnung. Um 14 Uhr begann unser zwei-stündiger Ayurveda-Unterricht, welcher sehr theoretisch war. Es bedurfte viel Konzentration, den Inhalten zu folgen, dennoch war er sehr interessant und die Lehrerin freundlich und offen für unsere Fragen.

Der danach stattfindende Yoga-Unterricht

war für alle der Höhepunkt des Tages. Der Lehrer, der schon einige Jahre mit FSL-India kooperiert war überaus kompetent und authentisch. Nie hätte ich gedacht, dass mir der Unterricht so viel Spaß machen wird.

Gegen 18 Uhr ging dann entweder zu den jeweiligen Ausflugszielen oder direkt mit dem Bus nach Hause. Dorthin wurde auch täglich das Abendessen geliefert, welches wir im Gemeinschaftsraum zu uns nahmen. Kurz darauf fand der letzte Programm-Punkt des Tages statt, das „daily meeting, in dem wir uns kurz über den vergangenen Tag austauschten und den kommenden besprachen. Auch wenn nicht jeder perfektes Englisch sprach, hat die Verständigung immer gut geklappt.

Obwohl die Tage sehr voll waren,

erlebte ich nie Hektik oder Stress. Ich empfand alles als sehr entspannt, wodurch ich die Zeit sehr genoss. Während ich vor der Abreise noch im Prüfungsstress war, gelang es mir in Indien einmal völlig abzuschalten. Dazu habe ich wahnsinnig viele tolle Momente erlebt, an die ich mich noch lange erinnern werde und die die drei Wochen wirklich zu einem „special workcamp“ gemacht haben.

 

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