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Workcamp in Indien

Nach dem Vorbereitungsseminar konnte ich es kaum noch erwarten, endlich aus Deutschland zu "fliehen" und neue Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Ich hatte von Anfang an geplant zwei Workcamps zu machen, um aus meiner verfügbaren Zeit ein Maximum herauszuholen.

Name:Friederike W.Einsatzstelle:FSL-SPL-141Inhaltliche Ausrichtung:Yoga/Ayurveda/Social

Mein eigentlicher Plan war es ein Workcamp in Indien und eines in Thailand zu machen. Da in diesem Jahr nur leider keine Workcamps in Thailand über ijgd angeboten wurden, wurden' s zwei in Indien, wie sich im Nachhinein herausstellte eine sehr glückliche Fügung.

 

Am 01.Juli ging es dann los. Ich war natürlich super aufgeregt, alles schien mir so surreal. Die ersten drei Tage waren dann auch tatsächlich noch etwas fremd, da ich durch meinen Flug bedingt drei Tage alleine in Kochi hatte. Ich habe mich dann aber mit einer anderen Teilnehmerin getroffen und wir haben gemeinsam den Zug nach Kannur genommen. Von dem Moment an fühlte ich mich sehr viel besser.

Weil wir etwas später waren, kannten sich alle schon, aber wir wurden herzlichst aufgenommen. Allgemein war die Atmosphäre in unserem Team die gesamten drei Wochen über sehr, sehr freundlich! Wir waren zwar 23 Personen (plus zwei Teamleiter) was die Kommunikation teilweise etwas erschwert hat, da man mit manchen Personen weniger in Kontakt kam, aber jeder Einzelne war sehr, nett, positiv eingestellt und motiviert.

Die Unterbringung war die erste Woche über in einer Jugendherberge, in Zwei- bis Vier-Bett-Zimmern. Die Zimmer hatten natürlich einen anderen Standard als in Deutschland (Hocktoilette, ein wenig schmutzig), aber ich denke darauf stellt man sich vor einer solchen Reise ein. Auch das Essen war weniger abwechslungsreich als wir es von zuhause kennen, aber auch so etwas sollte kein Problem sein und hat auch nie zu Beschwerden geführt.

Unser typischer Tagesablauf sah so aus, dass wir nach dem Frühstück zu Fuß zur Schule aufgebrochen sind. Die Schule haben wir in den drei Wochen mit Sandpapier bearbeitet, um die alte Farbe zu entfernen und anschließend wurde sie von uns gestrichen. Nach getaner Arbeit gab' s immer ganz viel Chai und Kekse. Dann ging' s mit dem Bus zurück in' s Ayurveda-College, wo wir Unterricht bekamen (alles sehr theoretisch, wie in der Schule/Uni). Danach haben wir meistens noch einen Chai getrunken, immer schön viel Chai, und sind zur Yogastunde gegangen, bzw. den Yoga-Stunden. Vom Yoga aus sind wir meistens auf direktem Wege zum Abendessen in einem kleinen Restaurant im Ort Parassini gelaufen, um danach in der Jugendherberge unsere Gruppensitzung abzuhalten. Wir waren dann von acht bis zehn Uhr abends auf den Beinen. Alles hat sehr viel Spaß gemacht. Sowohl die Arbeit an der Schule, als auch der Unterricht. Die Lehrer, die wir hatten, waren in ihrem Fach kompetent. Man sollte sich aber nicht auf einen lockeren Urlaub einstellen, da der Tagesablauf doch schon sehr anstrengend ist!

Außer dem Streichen der Schule haben wir auch ein paar andere Schulen besichtigt und teilweise auch Unterrichtsstunden gegeben. Unsere Teamleiter, die wirklich super (!!!) waren, haben sich zudem sehr viel Mühe gegeben, uns einen tieferen Eindruck in ihre Kultur zu geben. Abends wurden häufig noch Geschichten erzählt oder mit Vorurteilen über die indische Kultur aufgeräumt, wir haben Ausflüge gemacht usw.

In Indien habe ich während des Workcamps sehr viel über Teamarbeit, Zusammenhalt und über mich selbst in einer Gruppe gelernt, da man immer mit anderen zusammen ist und kaum Zeit für sich hat. Die Inder sind super freundlich und hilfsbereit, kommen sofort auf einen zu und quetschen einen zu allen möglichen Themen aus. Auch das könnte den einen oder andern stören. Ich persönlich fand es ganz toll, wie nahe sich die Menschen in Indien sind ... und finde auch das in Deutschland solche Nähe zwischen Fremden oft nicht da ist, das hat mir sehr imponiert.

Ein Workcamp in diesem Projekt ist meiner Meinung nach absolut lohnenswert, die Vorbereitung durch ijgd war gut und man lernt auf jeden Fall über sich und sein Leben eine Menge.

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.