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Workcamp in Indien

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, meinen eigenen Einsatz und nicht nur mein Geld an Menschen zu spenden die Unterstützung brauchen, stieß ich auf die Internetseite der ijgd. Ich war sofort begeistert von dem Konzept und einige Zeit später saß ich bei dem Vorbereitungsseminar und entschied mich, mein Workcamp in Indien zu verbringen.

Name:Kim Veronique D.Einsatzstelle:FSL-WC-464Inhaltliche Ausrichtung:Social/Kids

Mein Interesse für dieses Land wurde geweckt, als ich mich einmal mit einem Bekannten, der einige Jahre in Indien gelebt hat, unterhielt und feststellen musste, dass ich viel zu wenig über diese so faszinierende und andere Kultur weiß. So kam es, dass ich gut einen Monat nach meiner Bewerbung für das Workcamp im Flieger nach Chennai saß. Leider hatte ich einen ganzen Tag Verspätung, da unsere Maschine in London einen De\ekt gehabt hatte und ich noch die Bekanntschaft mit einem londoner Hotel machen durfte. Endlich auf indischem Boden stürzten die Eindrücke von allen Seiten auf mich ein und ich war froh ein amerikanisches Mädchen kennen gelernt zu haben, das ebenfalls als Volontärin in Indien arbeiten wollte.

 

Glücklicherweise gab es offizielle "Touristguides" die uns direkt zu einem Hotel brachten, von wo aus wir am nächsten Tag nach Pondicherry, meinem Zielort, aufbrachen. Es ist wirklich nicht einfach im indischen Verkehrssystem seinen Weg zu finden, doch die Menschen sind alle sehr hilfsbereit, sodass man eigentlich gar nicht verloren gehen kann. Erschöpft aber glücklich kam ich dann am 6. Juli am Waisenhaus an und die Kinder liefen sofort auf mich zu, nahmen mich an der Hand und führten mich zu den anderen Freiwilligen. Insgesamt waren wir 15 internationale Volontäre. Im Waisenhaus wohnten ca. 50 Jungs, die größtenteils schon zur Schule gingen. Die die noch zu jung waren, blieben im Waisenhaus, erhielten vormittags Unterricht und spielten nachmittags mit uns Volontären. Während die Kleinen lernten, schmirgelten wir die Tische und Bänke der vier Klassenräume und alle Spielgeräte ab und strichen sie anschließend neu. Diese Arbeit nahm die ganzen zwei Wochen in Anspruch und war schweißtreibend. Doch am Ende glänzte alles in neuen bunten Farben.

Um fünf Uhr Nachmittags kamen dann auch die Schulkinder zurück und es wurde sehr chaotisch. Nach einigen gemeinsamen Spielen war dann Waschzeit, bei der wir die Kinder abseiften und neue Klamotten anzogen ­ danach war man komplett nass und erschöpft und war froh wenn um sechs Uhr der Bus kam, der uns zu unserer Unterkunft brachte. Die Unterkunft war sehr gut. Ein Schwimmvereinshaus, das den Mädchen und Jungs jeweils einen Raum mit Hochbetten zur Verfügung stellte. Auch wenn es bei jeder Mahlzeit Reis mit scharfer Soße gab (auch morgens!) war das Essen sehr lecker und keiner von uns hatte irgendwelche Magenprobleme. Die Verständigung mit unseren Campleadern Deepak und Dinesh war gut, wenn auch nicht immer ganz einfach, da das indisch akzentuierte Englisch einfach eine Sache für sich ist. Doch beide Seiten waren immer bemüht sich zu verständigen und jeden Abend gab es eine Besprechung, bei der sehr offen über den Tag gesprochen werden konnte.

Ich habe mich während der ganzen zwei Wochen immer wohl gefühlt, gerade weil die Arbeit mit den Kindern sehr viel Spaß gemacht hat, die Gruppe der Freiwilligen sehr sympathisch war und die Angestellten des Waisenhauses und unsere Campleader sehr offen und kommunikationsfreudig waren.

Für mich war die Vorbereitung durch die ijgd wichtig und ausreichend. Natürlich muss man bedenken, dass man sich gerade in Indien nur auf weniges wirklich vorbereiten kann, aber durch das Vorbereitungsseminar wusste ich, wie ich mich in den verschiedenen Situationen am besten verhalten kann. Immer in Erinnerung wird mir der Moment bleiben, als ich erschöpft von der Anreise am Waisenhaus ankam und die Kinder mich so freundlich willkommen geheißen haben, oder als ich zwei Stunden lang still sitzen musste, weil ein kleiner Junge in meinen Armen eingeschlafen war. Doch auch der Austausch unter uns Freiwilligen, gerade wenn wir unsere "Country Presentation" gemacht haben, hat mir viele neue Perspektiven eröffnet.

Ich denke, dass ich durch dieses Workcamp ein neues Bewusstsein für andere Kulturen, aber auch für die schockierende Armut in anderen Ländern entwickelt habe. Durch dieses Workcamp habe ich einmal mehr begriffen wie komplex diese Welt ist und ich hoffe, dass ich in Deutschland so handeln werde, dass es die schwierige Lage in anderen Ländern nicht noch verschlimmert.

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.