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Workcamp in Indonesien

Aufgrund meines Lehramt-Studiums habe ich schon verschiedene Praktika in deutschen Schulen gemacht. Doch schon lange war ich daran interessiert, wie der Schulalltag in anderen Ländern aussieht, wie dort unterrichtet wird und welche Unterschiede es zum deutschen Schulsystem gibt.

Name:Charlotte S.Einsatzstelle:IIWC - Semoya Camp 1317Inhaltliche Ausrichtung:Teaching

Und da ich schon lange gerne mal nach Asien reisen wollte, sah ich die Teilnahme an einem 
Workcamp in Indonesien als gute Gelegenheit für mich, ein neues Land, neue Menschen und ein völlig anderes Schulsystem kennenzulernen.

 

Das Workcamp fand in dem kleinen Dorf Semoya, nahe der Stadt Yogyakarta, auf der Insel Java statt.' Wir waren fünf Teilnehmer_innen und zwei Campleader mit unterschiedlichem Alter (19-29) und verschiedenen Nationalitäten (Indonesien, Japan, Frankreich, Deutschland). Untergebracht waren wir in einer Gastfamilie. In dem Haus unserer Gastfamilie hatten wir einen eigenen Raum, in dem wir schliefen, aßen und andere Aktivitäten (z.B. Unterrichtsvorbereitung) durchführten. Die Küche und das Bad teilten wir uns mit zwei anderen MTVs, die für drei Monate in der Familie lebten.

Das erste Mal fand in Semoya ein Workcamp im Jahr 2006 statt, nachdem Yogyakarta und Umgebung nach einem Erdbeben stark zerstört wurde. Freiwillige halfen gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung Wohnhäuser und öffentliche Einrichtungen wieder aufzubauen. Nachdem wieder Normalität in diese Region eingekehrt war, entwickelte sich zwischen IIWC und der lokalen Grundschule SD Muhammadiyah Semoya eine Partnerschaft. Seitdem finden hier immer wieder Workcamps statt, wo es darum geht Englischunterricht an der Grundschule zu geben und einen kulturellen Austausch mit der örtlichen Bevölkerung zu ermöglichen.

Unsere Aufgabe bestand demnach darin Englischunterricht in verschiedenen Jahrgangsstufen der Grundschule zu geben, nachmittags Aktivitäten mit den Kindern der Nachbarschaft durchzuführen sowie bei anderen, im Dorf anfallenden Aktivitäten, zu unterstützen. Zweimal besuchten wir auch den örtlichen Kindergarten, um dort gemeinsam mit den Kindern zu spielen und zu basteln.

Meistens sah unser Tagesablauf so aus, dass wir morgens aufgestanden sind, gemeinsame frühstückten und anschließend in die Schule gegangen sind um zu unterrichten. Nach ca. 2-3 Stunden Unterricht sind wir auf den lokalen Markt gegangen, um dort für unser Mittag- und Abendessen einzukaufen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen hatten wir meistens eine kurze Pause. Nachmittags spielten wir entweder mit den Kindern aus der Nachbarschaft oder bereiteten den Unterricht für den nächsten Tag vor. Nach dem Abendessen hatten wir meistens frei, manchmal  mussten aber auch noch weitere Vorbereitungen qetroffen werden.

Innerhalb der zwei Wochen halfen wir auch auf der nahegelegenen Farm aus, indem wir beispielsweise die Kühe wuschen oder die Tiere fütterten. Außerdem halfen wir auch die schulische Bibliothek wieder auf Vordermann zu bringen, indem wir die Bücher sortierten und ein Buchregister anfertigten.

Doch ein kultureller Austausch fand nicht nur zwischen der örtlichen Bevölkerung und uns statt. Auch innerhalb des Camps veranstalteten wir regelmäßig kulturelle Abende, an denen wir uns über unsere Kulturen und Länder austauschten und auch Sprachkurse durchführten. So erhielt ich einen kleinen Sprachkurs in Indonesisch, Japanisch und Französisch, konnte den anderen aber auch etwas Deutsch beibringen. Zudem kochten wir auch in unterschiedlichen Teams, sodass ich auch viel über die indonesische und japanische Küche erfuhr.

Mir hat die Zeit in diesem Workcamp sehr gut gefallen und ich habe viele neue Erfahrungen gemacht. Ich habe einen guten Einblick in den indonesischen Schulalltag erhalten und konnte mich mit Lehrern vor Ort über das indonesische Schulsystem austauschen. Desweiteren habe ich viele neue nette Menschen kennengelernt, mit denen ich bestimmt noch weiterhin in Kontakt bleiben werde. Auch das Leben in einer einheimischen Gastfamilie gefiel mir gut, da man so noch ganz andere Eindrücke in das "normale" Leben erhalten hat, als wenn man z.B. nur als Tourist vor Ort ist.

Innerhalb unseres Teams haben wir uns alle sehr gut verstanden, was die zwei Wochen noch schöner gemacht haben. Vor allem die Vorbereitung des Unterrichts hat viel Kommunikation und Teamarbeit erfordert, was bei uns aber sehr gut geklappt hat. Auch die Verständigung auf Englisch war kein Problem, auch wenn nicht jeder perfekt Englisch sprechen konnte.

Besonders beeindruckt hat mich die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der örtlichen Bevölkerung. Egal wo wir hinkamen, überall wurden wir herzlich empfangen, sodass wir uns sofort wohl fühlen konnten.

Für mich war es eine tolle Erfahrung und ich habe viele Momente erlebt, an die ich mich noch lange zurück erinnern
werde.

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