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Man wird in Newport vom ersten Tag an Teil einer großen, sehr herzlichen Familie und bei Problemen ist man nie allein. Ich kann das Workcamp jedem empfehlen, der nicht nur nach neuen Erfahrungen sucht, sondern sich auch persönlich weiterentwickeln will. Ich bin sehr dankbar für diese Zeit und bin als viel selbstständigerer und selbstbewussterer Mensch nach Hause gekommen.

Name:Lena F.Alter:18Einsatzstelle:Bringing the World to NewportInhaltliche Ausrichtung:Soz. Arbeit

Bringing the World to Newport- mehr als ein Workcamp
Eine Auszeit nach dem Abitur und gleichzeitig etwas Gutes tun- mit diesem Ziel bewarb ich mich für das Workcamp in Newport, New Hampshire. Am 24.07. begann dann mein erstes großes Abenteuer allein. Nach einer fast 22 Stunden langen Reise mit Auto, Bus, Bahn und Flugzeug kam ich endlich in Newport an. Schon vor Beginn meiner Reise plagten mich Zweifel: kann ich diese weite Reise wirklich ganz allein bewerkstelligen? Werde ich mein zu Hause nicht vermissen? Und werde ich mich in dem Camp überhaupt wohlfühlen?


Ein herzliches Willkommen in einer großen Familie
Schon in den ersten paar Tagen wurden mir all diese Zweifel genommen: die Reise verlief super, die Campleiterin, Charen, kümmerte sich wie eine Mutter um uns und die Bewohner der kleinen Stadt Newport empfingen uns Freiwillige mit offenen Armen. Schon von Anfang an wurde klar: in diesem Workcamp arbeitet man nicht nur an einem Projekt mit einer kleinen Gruppe von Menschen, sondern wird voll und ganz in das Leben der Gemeinschaft integriert. Die Campleiterin sorgte dafür, dass jeder im Ort wusste, wer wir waren und was wir taten- auch wenn das bedeutete, dass man sich im Laufe des Camps 100 Mal vorstellen musste.  Die Bewohner des Ortes empfingen uns mit einer enormen Gastfreundschaft und Herzlichkeit, sodass jedwedes Heimweh sofort verflog. Durch diverse Einladungen zum BBQ, Dinner oder zum Bootfahren auf Lake Sunapee ließen uns die Bewohner von Newport wissen, wie sehr sie unser Engagement schätzten und gaben uns die Möglichkeit, die amerikanische Kultur aus einem ganz neuen Blickwinkel kennenzulernen. So kam es, dass jeder von uns am Ende des Camps fast 30 neue Freunde jeden Alters gewonnen hatte.


Abwechslungsreiche Projekte mit kleinen und großen Überraschungen
Schon die Camp-Beschreibung ließ erahnen, dass man in Newport nicht nur an einem Projekt arbeitet- doch wie abwechslungsreich die Aufgaben tatsächlich waren, hatte ich nicht erwartet. Oft arbeiteten wir in zweier Gruppen an verschiedenen Projekten, die vom Anstreichen der Umkleideräume im Opernhaus(in dem es angeblich spukt) bis hin zur Arbeit mit Kindern im Day Camp reichten. An manchen Tagen packten wir aber auch alle mit an, zum Beispiel als wir beim Sunshine Diner in der Kirche Mahlzeiten verteilten oder als wir gemeinsam 12 Apple- und Blueberry Pies  gebacken und bei einem Fest im Ort verteilt haben. Und unsere Arbeit wurde belohnt- sei es mit einem Dunkin' Donuts- Gutschein (unserem zweiten zu Hause) oder der Möglichkeit, in einem kleinen Flugzeug über die atemberaubende Landschaft New Hampshires zu fliegen. Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal in so ein Flugzeug steigen würde- doch durch das Workcamp habe ich gelernt, dass man manchmal über seinen Schatten springen muss, um sich neue Blickwinkel und einmalige Möglichkeiten zu eröffnen. 

Entspannende Freizeitaktivitäten in der Natur
Doch natürlich kam auch der Ausgleich zur Arbeit nicht zu kurz. Nicht nur einmal wurden wir zu BBQ's mit anderen Jugendlichen oder Bootstouren über den nahliegenden See eingeladen, bei denen wir die sommerlichen Temperaturen genießen konnten. Bei einer Wanderung auf Mount Sunapee konnten wir die Wälder, Seen und Berge von New Hampshire von oben betrachten und uns im Anschluss über ein "kleines" Eis freuen, das in Deutschland einem halben Eisbecher entsprechen würde. Und wenn die Zeit mal nicht für einen längeren Ausflug reichte, hatten wir immer die Möglichkeit an dem 5 Minuten Fußweg entfernten Fluss zu entspannen oder uns im nahgelegenen Dunkin'  Donuts mit ein paar Leckereien zu belohnen. Doch unsere Freizeitgestaltung beschränkte sich nicht auf Newport: Eine Exkursion ans Meer Richtung Portsmouth gab uns die Möglichkeit, im eiskalten Ozean zu baden und sogar einen kleinen Spaziergang nach Maine zu machen.

Kultureller Austausch und interessante Erkenntnisse
Bei den zahlreichen Treffen mit den Bewohnern ergaben sich oft interessante Gespräche und Diskussionen über politische oder kontroverse Themen. Dies gab uns die Möglichkeit, diese Problematiken aus einem anderen Blickwinkel  zu betrachten und unseren Standpunkt zu überdenken. Auch hat mir persönlich der Kontrast zwischen dem Leben jener bedürftigen Menschen, denen wir mit Lebensmittelpaketen eine große Freude machten und den riesigen Häusern, in denen wir teilweise eingeladen waren, noch einmal bewusst gemacht, wie groß die Schere zwischen Arm und Reich innerhalb eines kleinen Ortes doch sein kann.    Doch nicht nur im Austausch mit den Amerikanern gab es neue Erkenntnisse: auch innerhalb unserer Gruppe, die neben mir aus zwei Italienern, zwei Chinesinnen und einer Russin bestand, gab es häufig neugierige und wissbegierige Fragen über die Kultur des anderen und so manche überraschende Antwort. So haben wir wirklich viel über die verschiedenen Kulturen innerhalb unserer Gruppe dazugelernt und sind wohl dadurch alle zu offeneren und unvoreingenommeneren  Menschen geworden.

Fazit
Das Workcamp in Newport ist eine hervorragende Möglichkeit, das amerikanische Leben in einem kleinen Ort aus erster Hand kennenzulernen. Die Arbeit ist unglaublich abwechslungsreich und die freie Zeit wird nie langweilig. Man wird in Newport vom ersten Tag an Teil einer großen, sehr herzlichen Familie und bei Problemen ist man nie allein. Ich kann das Workcamp jedem empfehlen, der nicht nur nach neuen Erfahrungen sucht, sondern sich auch persönlich weiterentwickeln will. Ich bin sehr dankbar für diese Zeit und bin als viel selbstständigerer und selbstbewussterer Mensch nach Hause gekommen.

 

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