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Amanohashidate, Kyoto 2009

Das Land in dem die Sonne aufgeht, das sollte mein Ziel in den Sommerferien 2009 werden. Ein weiter Weg, aber nach einer sorgfältigen Planung kein schwerer. Zu mindestens nicht bis man aus dem Flugzeug steigt.

Name:Julian SanderAlter:18 JahreEinsatzstelle:Amanohashidate, Kyoto 2009Inhaltliche Ausrichtung:Cultural

Die neun Stunden warten in Peking hatte ich mir mit schlafen und Vokabel lernen vertrieben. Die Müdigkeit kommt bei einer solchen Aufregung ganz gut, und vom Fliegen incl. Jet Lack wird man müde. Aber auf den letzten Kilometer hilft wirkt auch die nicht mehr, zum Glück. Denn jetzt muss man sich mit unbekannten Schildern rum schlagen, den unbekannten Mechanismen und Verfahren von Bus, Bahn und Taxi. Aber das alles lässt sich durch behändes Erfragen ganz leicht klären. Die Hinreise bis zum Treffpunkt war damit kein großes Problem, auch nicht das ich statt 13 Uhr um 22 Uhr ankam, da meine Flüge sich geändert hatten, was mir aber schon im vornerein bewusst war und ich auch das vorher mit der japanischen Organisation abgeklärt hatte. Es sei noch gesagt das Reisen in Japan in vgl. zu anderen Ländern sehr leicht ist. Wer also halbwegs mit der DB klar kommt, der kommt in Japan auf jeden Fall zurecht.

 

Am ersten Abend lernte ich auch den anderen Freiwilligen kennen.

Atsushi war 22, japanischer Student und konnte zu meinem Glück hervorragend Englisch. Zwar ist das auch bei den meisten Leuten in der Großstadt kein Problem, vor allen nicht bei welchen die mit Touristen zu tun haben, außer Taxifahrer, aber auf dem platten Land wo es uns am nächsten Tag hinführte mehr als hilfreich. Da mein Japanisch auch nicht so gut war das ich alles verstehen konnte oder komplizierte Sachverhalte erklären konnte war Atsushis Hilfe ein Segen. Man sollte jedoch keine Angst haben alleine dazustehen, da, so habe ich die Erfahrung gemacht, alle japanischen Freiwilligen sehr gut Englisch können.

Mein Ziel in Japan

war ein kleines, aber auch durch aus berühmtem Dorf in Japan, direkt am japanischen Meer. Die Jugendherberge wurde von einem Ehepaar geleitet, und die waren wirklich nett. Die beiden hatten schon Erfahrung mit ausländischen Freiwilligen, und konnten sogar ein bisschen Englisch. Unser Arbeitsablauf war wirklich in Ordnung: Morgens 6 Uhr aufstehen und beim Frühstück helfen, gefrühstückt wurde meistens zwischen 9-10, danach die Zimmer sauber machen, Toiletten putzen, Dusche und Bad säubern. Das hört sich hart an, war es aber nicht. Um die 14 Uhr waren wir fertig und hatten den Rest des Nachmittags frei. Mittag gab es dort nicht, aber wir haben Geld von der Organisation bekommen umgerechnet 5 € pro Tag und davon lässt es sich voll und ganz leben. In unserer freien Zeit haben wir die Umgebung besichtigt.

Dabei zeigt sich der ganz besondere Reiz eines Workcamps

in fremden Kulturen zu machen. Man ist hier nicht nur ein Freiwilliger sondern auch Botschafter für die eigene Kultur. Da ich blond bin, sehe ich für die Japaner typisch deutsch aus, man ist nun nicht mehr einer von Millionen die so durch die Straßen laufen, sondern man ist jetzt der Europäer, der durch die Straße voller Japaner geht. Die Leute zeigen dabei ganz besonderes Interesse an einem, und man wird sich auch erst einmal seinen eigenen Eigenarten ganz bewusst. Ich sehe solch eine Begegnung als die beste Chance einen guten Eindruck zu hinterlassen und damit auch Nachfolgenden ein herzliches Willkommen zu ermöglichen. Und ich bin mir sicher, dass solche Eindrücke und Begegnungen sei es mit dem Priester des Tempels, den Schulkindern auf der Straße oder den älteren Herrschaften im Park  oder im Supermarkt prägend sind.  In den japanischen Großstädten ist das nichts Besonderes, aber auf dem Lande, wo ich war, schon.

Sogar einen Kurzurlaub von 2 Tagen

haben uns die Herbergseltern, auf eigenen Willen, gegeben. Diesen haben wir genutzt und sind in die berühmte Stadt Kyoto gefahren. Zu dieser Zeit fand dort auch ein religiöses Fest statt und ich konnte noch mehr Einblicke von der Religion und Kultur erhalten. Dabei ist natürlich immer pures Interesse gefragt, und alle Scheu sollte bei einem solchen Urlaub verloren gehen, denn gerade die Eigenarten und Sitten eines Landes sind es die einen solchen Urlaub so einmalig machen, ob es das Nacktbaden in den öffentlichen Badeanstalten ist, oder die Teilhabe an religiösen Festen. Mach mit weil du da bist, aber lass ihnen auch ihre Bereiche die sie sich vorbehalten und respektiere das. In der zweiten Woche kam es sogar dazu, das noch ein zweiter deutscher Jugendliche im Rahmen eines Schulaustausches in der Jugendherberge arbeitete. Nach eine kurzen Begrüßung auf Deutsch und einer kleinen Einweisung ging es aber sofort Atsushi zu Liebe auf Englisch bzw. Japanisch weiter. Hier habe ich auch gemerkt wie sehr so eine Reise einen verändert. Ein extremes Beispiel war dieser Jugendliche. War am Anfang noch recht schüchtern auch den Japanern gegen über, so war  er am Ende unserer gemeinsamen Woche viel aufgeschlossener. Man wächst also doch mit seinen Herausforderungen, was ich natürlich auch von mir sagen kann.

Was vor allen aus diesen zwei Wochen hervorgeht

ist ein erster Einblick in die Kultur und dem Bewusstsein von Unterschieden zwischen Kulturen (schon bei den banalsten Dingen), ein Gewisser Stolz zu wissen das alles organisiert zu haben, aber exzellenter Eindruck von Japan und auch ein bisschen Demut, darüber dass ich keinen „worst case“ erfahren habe ( nicht einmal stellenweise), oder irgendeine nennenswerte Panne. Und so etwas schult einem gewaltig, für Kampf gegen den Stress auf der nächsten großen Reise. Ich kann es nur empfehlen: BE BIG IN JAPAN!

 

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