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Kita-Kyushu, Fukuoka, 2013

Ich habe dieses Work Camp in Japan gewählt, weil ich das Land und meine Freunde besuchen wollte. Ich hatte aber auch geplant, länger in Japan zu bleiben um die Kultur und die Lebensarten dieses fernen Landes richtig kennen zu lernen.

Name:Alba RauAlter:22 JahreEinsatzstelle:Kita-Kyushu, Fukuoka, 2013Inhaltliche Ausrichtung:Kids

Ich habe mich für ein Work Camp entschieden, weil es eine preiswerte Alternative zum normalen Reisen ist. Ich bin zwei  Wochen durch Japan gereist und habe dann noch zwei Wochen  in Süd-Japan in einem Work Camp verbracht.  Und das Camp war das Beste was ich bei meinem einmonatigen Aufenthalt  in Japan erlebt habe!!

 

Aber jetzt ganz der Reihe nach:

Das Work Camp befand sich mitten in den Bergen in Süd-Japan. Wir waren 11 internationale Workcamper: aus Spanien (1), Tschechien(2), Russland(2), Taiwan(1), Deutschland(1) und Japan(4). Die Workcampleiterin war auch Japanerin. Wir traffen uns in einem wirklich winzigen Bahnhof (es gab dort nur die Eisenbahnschienen). Als wir da ankamen, waren wir 11 ganz allein mit großen Koffern und niemand wartete auf uns. Wir wussten nicht, wohin wir gehen sollten. Dann kam ein modernes Bus,  holte uns ab und brachte uns zu einer alten Schule, in der wir die nächsten zwei Wochen zusammen mit noch anderen 20 Japaner (von der lokale Organisation Upple) und 40 Kinder leben würden.

Die Aufgabe des Workcamps war es, ein Sommercamp für Kinder zu organisieren und durchzuführen.

Die Schule war aus Holz gebaut, und hatte ein Metalldach. Es gab zwei große Zimmer, eine große Küche, zwei Toiletten und ein Badezimmer. Und alles war voller Insekten. Schon am ersten Tag fanden wir eine riesige Grille auf unserem Klo, die beisste, eine Gottesanbeterin so gross wie ein Hand, Motten und Mosquitos. Mosquitos überall, wohin das Auge blickte. Am Ende des Workcamps waren alle übersäht von Mosquitostichen. Aber am gefährlichsten waren die Skolopender. Das sind große und giftige Tausendfüßler. Ich wurde eines Nachts von einem Skolopender gebissen. Mein ganzer Arm schwoll an und es war so schmerzhaft, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte und mich nur im Schmerz winden konnte. Aber zum Glück wurde ich gestochen, und nicht eines der Kinder. Das hätte problematisch werden können, da das nächste Krankenhaus über 1 Stunde mit dem Auto entfernt war. Aber ansonsten war das Workcamp sehr lustig.

Die ersten 4 Tage

verbrachten wir (Internacional Workcampers) mit Putzen und Aufräumen. Wir mussten selbst kochen, was viel Spass machte. Die Japaner von der lokalen Organisation kammen am 3. Tag. Sie waren sehr nett, aber sie konnte überhaupt kein Englisch (kein einziges Wort, wirklich). Wir konnte auch kaum oder  gar kein japanisch. Aus diesem Grund war es während des Workcamps oft schwierig, mit Ihnen zu kommunizieren. 3 Japaner aus unserem Team (International WC) haben immer übersetzt, wenn es wirklich nötig war. Ansonsten haben wir einfach durch unsere Gestik gesprochen. Für die Kinder habe ich zum Beispiel nur 6 Wörte benutzt: Matte! Sugoi. Kanbatte. Arigatou. Dame! Abunai! Das heisst: Warte mal! Super!! Nur mut. Danke. Nein. Achtung! Es war sehr lustig, weil wir uns jedoch immer sehr gut verstanden haben.

Mit den Kindern haben wir alles mögliches gemacht, wie zum Beispiel: Bamboo schneiden, Wasserkämpfe, Höhle besuchen, Grillparty veranstalten, Laternen bauen, und immer wieder  Spiele gemeinsam mit ihnen durchführen.  Das war unsere eigentliche Aufgabe. Die Japaner haben wirklich alles organisiert und auch für uns gekocht. Wir (die internationalen Workcampers) waren nur da,  um die Kindern zu unterstützen und auf sie aufzupassen. Die Japaner haben sich um die gesamte  Organisation gekümmert. Ihre Job war auch sehr anstrengt.

Aber das Beste war zweifellos, das Katastrophen-Überlebenstraining!

Wir mussten drei Tage ohne Wasser, ohne Strom und ohne Gas leben, so als hätte es  ein Erdbeben gegeben  oder eine ähnliche Katastrophe wäre  passiert. (Note: wir waren isoliert mitten in den Bergen, alles war ganz realistisch =P). Jede Gruppe musste, ihre Verpflegung rationieren. Zum Beispiel, in meiner Gruppe hatten wir Energiekekse, Reis und Tuna- und Fleischdosen. Aber andere Gruppen hatten nur trockene Kekse oder nur Reis und Wasser. Für drei ganze Tagen!!! Wir mussten z.B. Feuer anzünden, um den Reis zu kochen. Wir, die Internationale Workcampers, haben immer ein bisschen gehungert, weil wir  den Kindern zuerst Essen gegeben haben. Aber es war ok, weil wir auch ein paar Süssigkeiten hatten, haha. Am Ende des Trainings haben wir uns alle so sehr gefreut!! Besonders weil wir uns endlich duschen konnten. Drei Tage ohne Dusche bei 40ºC ist zu viel!! =D

Am letzten Tag,

als alle Kinder wieder zurück nach Hause gefahren sind, waren wir sehr traurig. Aber das ist normal. Wir haben 8 Tage lang,  24 Stunden mit ihnen verbracht. Wir haben zusammen gespielt, gegessen, geschlafen, Spaß gehabt, und auch nicht so gute Momenten zusammen ertragen. Die Verabschiedung war sehr bewegend. Zum Schluss gab es eine Abschiedsparty (die Japaner der lokalen Organisation und die Internationale Workcampers). Wir haben Sushi gegessen, Bier und Sake getrunken, Karaoke gesungen, getanz und viel gelacht. Es war sehr lustig.

Im Grossen und Ganzen, kann ich nichts Schlechts berichten.

Es waren nur gute Erlebnisse. Ich konnte viele Erfahrungen sammeln und habe gelernt, mit anderen Leuten umzugehen, Geduld und Spass mit den Kinder zu haben, eigene Initiative zu entwickeln,  bis zur Erschöpfung zu arbeiten und weiter zu spielen, und  immer zu  lächeln. Wir mussten lernen mit anderen zu kooperieren, und ich habe eine neue Familie entdeckt. Mit den anderen KommilitonenInnen während des Work Camps waren wir wie eine grosse Happy Family. Nach nur zwei Wochen von Zusammenleben war die Trennung wircklich hart. Niemand von uns hat sich mit „Sayounara“ (Tschüss) verabschiedet, sonder mit „Matane!“, d.h. „bis nächstes Mal!“ Und ich hoffe, dass wir alle nochmal treffen werden. Natürlich wäre es besser gewesen, wenn ich ein bisschen mehr in Japanisch verstanden hätte. Dann hätte ich mich mit den Kindern unterhalten können. Aber es war wirklich eine wunderbare Erfahrung. Die Beste seit Jahren! Und ich kann es allen nur weiterempfehlen!

 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.