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Putzig, fortschrittlich und wunderschön- Japan das Land der aufgehenden Sonne

Die Erinnerungen die ich in Imabari gemacht habe sind unbezahlbar. Schon bei meiner Ankunft wusste ich, dass diese Entscheidung die richtige war.

 

 

Name:Yasmin G.Alter:18Einsatzstelle:ImabariInhaltliche Ausrichtung:Soz. Arbeit

Da stand Ich nun also am Kansai Flughafen, ganz alleine in einer riesigen Menschenmasse umgeben von vielen Sprachen von denen ich keine verstehen konnte. Nach 11 Stunden im Flugzeug war ich meinem Ziel 9.317 km nähergekommen. Direkt nachdem ich aus dem Flieger stieg kam mir eine Hitzewelle entgegen, die mich fast umgebracht hat. So nah und doch so fern, denn Imabari war ein ganzes Stück von Osaka entfernt. Mit meinem riesigen Koffer quetschte Ich mich durch die Horden an Menschen und schaffte es zu einem Ticketautomaten für die Bahn. Zum Glück hatte Ich alles an dem Tag davor gegoogelt.

Ich hatte mein Ticket, welches ich nicht lesen konnte und meine Endstation, doch wo musste Ich nun hin? Deshalb mein Tipp an euch: Immer die Polizisten in der Nähe fragen. Nach etwas Zeichensprache und gebrochenem Englisch mit dem Polizisten wusste ich also, Gleis 1 war mein Ziel. Mein erstes von sehr, sehr vielen und gleichzeitig mein Katapult in eine unglaublich spannende Reise am anderen Ende der Welt. Es gab riesige Insekten, die ich nie zuvor gesehen hatte, die Währung sah ein bisschen aus wie Kunst und Niemand konnte mich verstehen. Und ich wusste plötzlich, dass ich ganz wo anders war.

Nach einer Nacht im Hotel folgte das Ankunftsseminar in Wazuka. Ich war zuallererst unglaublich stolz auf mich es bis dahin geschafft zu haben und zweitens unglaublich erschöpft nachdem ich, in einer Kleingruppe, stundenlang Unkraut von Teefeldern in der prallen Sonne ausrupfen musste. Mr.Shi (der Gruppenführer) reservierte ein Ticket für mich in einem Travelbus und plötzlich war ich dem Kindergarten, in dem ich arbeiten sollte, viel näher. Es war eine holprige Reise und ich hatte noch nie so viel Angst davor gehabt in den falschen Bus zu steigen.

Doch 6 Stunden später war ich um 0 Uhr an der Bushaltestelle in Imabari angekommen. Dort wartete eine kleine schwarzhaarige Frau auf mich und begrüßte mich herzlich. Mir wurde ihre Familie vorgestellt und ich bekam mein eigenes Zimmer in deren Haus. Auch die Arbeit im Kindergarten wurde mir gezeigt. Es gab viele Babys und 2-3-jährige, um die man sich kümmern musste. Windeln wechseln, Kinder füttern, weinende Kinder trösten, ab und zu von Essen beworfen werden, Kinderwägen schieben, Gutenachtgeschichten vorlesen, Lieder singen, spielen und ja niemanden fallen lassen. Das waren so meine Aufgaben, die ich Montag-Samstag von 10-16 Uhr zu erledigen hatte. Manchmal hat es mehr und manchmal weniger Spaß gemacht.

Doch nach der Arbeit konnte ich meine Zeit so nutzen wie ich wollte. Das war oft in einem Einkaufszentrum in der Nähe, namens Fuji Grand, oder ich fuhr auf meinem Fahrrad durch die kleine Stadt und bewunderte alles um mich herum, da es so anders war. Jeden freien Sonntag ging ich mit meiner Gastfamilie an einen neuen Ort. Mal war es ein Sushirestaurant mit einem Roboter als Kellner und mal ein japanisches Barbecue mit lebendigen Fischen und Krabben. Sie zeigten mir viele Hotspots für Touristen und so konnte ich Japan eindrücklich erleben. Ich sah viele Tempel auf riesigen Bergen beschmückt mit Götterstatuen, Mönche, Museen mit traditioneller japanischer Kunst und unendlich erscheinende grüne Landschaften mit vielen Flüssen und Reisfeldern. Ich durfte auch die japanische Küche täglich neu beim Abendessen kennenlernen. Es war immer überraschend lecker mit Wurzeln und Gemüse, welche ich vorher ebenfalls nie gesehen hatte. Die Sprachbarriere war stetig da, doch ich hatte das große Glück, dass die Kleinkinder ungefähr so viel sprechen konnten wie ich und Babys keine Fragen stellen können. Die Zeit verging sehr schnell in Japan ich hatte mich nach einem Monat komplett eingelebt, viel Japanisch dazugelernt und von Heimweh war ebenfalls keine Spur. Sehnsucht nach weniger Arbeitsstunden war aber täglich vorhanden. So war der Abschied nicht ganz so schwer, aber dennoch traurig. Mir wurde gesagt, ich soll wiederkommen und wenn ich die Möglichkeit hätte würde ich meine Familie dort liebend gerne wiedersehen.

Die Erinnerungen die och in Imabari gemacht habe sind unbezahlbar. Schon bei meiner Ankunft wusste Ich, dass diese Entscheidung die richtige war. Die Zeit dort hat mir vieles gelehrt, unter anderem auch anderen Kulturen gegenüber offener zu sein und mehr an meine Mitmenschen zu denken. Auch mein Selbstbewusstsein hat sich durch meine Reise gesteigert. Deswegen lege ich es jedem ans Herz so eine Reise für sich selbst anzutreten.

Es ist eine einzigartige Erfahrung, die einen prägt und zum Nachdenken anregt. So eine lange Zeitspanne, in der man tun kann was man will, wie nach dem Schulabschluss, gibt es nur einmal im Leben also nutzt Sie!

 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.