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Wake Up Your Senses 2013

Let’s beginn from the start!

Alles begann damit, dass ich eine Bestätigung für das Workcamp bekommen habe. Ich war überwältigt, da ich nicht damit gerechnet hatte, doch sollte es noch viel überwältigender werden!

Name:Daniela GrütznerAlter:20 JahreEinsatzstelle:Wake Up Your Senses 2013Inhaltliche Ausrichtung:Cultural

Sofort begann ich meinen Flug zu planen. Den ersten Tag des Camps war Anreise und der letzte Abreise. Sonderlich viele Gedanken darum machte ich mir nicht und suchte nach einem Flug, so dass ich am 01. August ankommen und am 14. August wieder gehen würde. Als dann aber das Infosheet der Camp Leader kam, hieß es, dass wir uns um 14:00 Uhr treffen würden, ich aber würde erst um 16:40 Uhr in Incheon landen. Was also tun? Ich schrieb letzten Endes eine der Leader an und sie meinte, dass es kein Problem wäre und gab mir direkt die E-Mail Adresse von Jemanden, der zur gleichen Zeit ankam. Wir waren beide unglaublich erleichtert nicht allein zum Treffpunkt finden zu müssen und standen im stetigen Kontakt.

 

Es geht los!

Als es dann endlich soweit war und ich in Incheon ankam, war ich vollkommen orientierungslos und folgte den Menschenmassen und siehe da, fand ich auch schon mein Gepäck. Nach dem ich mein Gepäck hatte, wechselte ich etwas Geld und machte mich auf der Suche nach meiner Partnerin. Es dauerte nicht sonderlich lange, da hatten wir uns auch schon gefunden und machten und gemeinsam und vollkommen erschöpft auf den Weg zum Treffpunkt. Wir fuhren mit dem Bus von Incheon nach Ansan, was vielleicht 70-80 Minuten dauerte. Doch es sollte nicht unbedingt glatt laufen! Wir fuhren bis zum Ansan Bus Terminal, sollten aber nur bis zur Ansan Station. Also begannen wir uns mit einer neuen Begleiterin und schlechten Koreanisch durchzufragen. Gott sei Dank fanden wir dann aber noch ein nettes Paar, dass Englisch konnte und uns in ein Taxi setzte, was uns zur Ansan Station brachte.

Dort angekommen trafen wir uns dann mit einer der Campleaderinnen und einem anderen Koreanischen Campteilnehmer, die uns ins Gyeonggi Creation-Centre brachten, wo wir kurz die anderen kennenlernten. Es waren zwei aus Frankreich und aus Spanien, eine aus Russland, eine aus Marokko, zwei aus HongKong, eine aus Taiwan, sechs aus Korea und ich aus Deutschland. Nachdem wir uns kurz durch ein kleines Spiel vorgestellt hatten, ging es auch schon ins Bett.

Am nächsten Morgen frühstückten wir zusammen, ehe es dazu ging zwei Gruppen zu bilden und zu arbeiten. Die eine Gruppe machte sich auf ins Archiev und für die Gruppe, in der ich war, ging es in ein anderes Gebäude, wo ein kleiner Raum mit ein paar Regalen und Büchern war, die wir alle in den benachbarten Raum transportieren und dort wieder in die Regale einräumen mussten. Um zwölf aber unterbrachen wir die Arbeit und es gab Mittag. Danach ging es weiter für uns, doch zwei der Koreaner arbeiteten danach mit behinderten Kindern. Ich  muss sagen, dass es mich im Nachhinein unheimlich verblüfft hat, was für ein geniales Team wir wurden.

Die ersten Tage wusste die Organisation nicht so genau, was wir machen sollten und so hatten wir ab und zu unerwartet Freizeit, was schon ziemlich ärgerlich war, aber wir machten das Beste daraus. Dann war es soweit und ein Workshop fand statt, wir wussten nicht so genau, was die Studenten machten, die dafür angereist waren. Das einzige was wir wussten, war, dass verschiedene Künstler Vorträge hielten.

Die Arbeit

Aber zurück zu unserer Arbeit, an dem Tag als diese Studenten anreisten, sollten einige von uns, darunter auch ich, den Studenten den Weg zu ihren Zimmern zeigen/ erklären, doch diese Arbeit wurde dann von Leuten übernommen, die extra dafür organisiert worden waren. Also hatten wir wieder ein wenig weniger zu tun. Doch nach den anfänglichen Schwierigkeiten kamen wirklich schöne Aufgaben, die uns forderten und unglaublich viel Spaß machten. Als erstes entwarfen wir zwei Bilder, die wir auf große Holzplatten brachten, die später noch mit etwas versehen worden, was Wasserbomben zum Platzen brachte, wenn man sie dagegen warf. Natürlich wurden auch große Löcher für die Gesichter von Kindern in die Holzplatten gesägt, damit auch wer nass wurde, wenn man die Wasserbomben warf.

Im Laufe der zwei Wochen wurden wir dann auch in das Architekten Team und das Painting Team aufgeteilt. Das Architekten Team, dem ich angehörte, fing damit an, dass es den Architekten kennenlernte und er uns erklärte, wie die traditionellen koreanischen Häuser gebaut werden, während das Painting Team eine Wand bemalte. So wurde das Architekten Team dazu beauftragt einen traditionellen koreanischen Tisch zu bauen. Also sägten, hobelten und polierten wir fleißig das Holz. Es war unglaublich schweißtreibend, aber es war eine wirklich schöne Arbeit.

Der Prozess nahm natürlich ein paar Tage in Anspruch und bei den letzten Schritten kam das Painting Team uns dann zur Hilfe und am Ende schrieben wir alle unsere Namen auf das Meisterwerk nieder und trugen es an seinen Platz, was unglaublich schwer war, da das Meisterwerk nicht wirklich wenig wog und wir ein wenig mit den Steigungen auf dem Weg zu kämpfen hatten. Doch nachdem wir es positioniert hatten, war der Stolz größer als die Anstrengung. Das Painting Team war, während wir den Tisch begannen, damit beschäftigt Wände zu bemalen und so wie sie uns unterstützt hatten im letzten Schritt, hatten auch wir sie unterstützt. Nachdem der Tisch vollendet war, ging es für das Architekten Team damit weiter Schilder aus alten Holzresten zu sägen und zu schrauben und sie danach für die ‚Artfarm‘ zu bemalen. Also setzten wir uns zum Painting Team, was bereits die nächste Wand bemalte, natürlich unter Anweisung einer Künstlerin, und gestalteten unsere Schilder für die Farm. Als dann die Schilder fertig waren, gingen wir dazu über das Unkraut auf der Artfarm zu beseitigen, wobei ein paar Leute des Painting Teams uns zur Hilfe eilten. Es war also ein Geben und ein Nehmen in der Zusammenarbeit!

Doch die Bereiche, in denen wir arbeiteten beschränkte sich nicht allein auf malen und kreativ sein, denn einen Tag waren wir auch unterwegs um Kartoffeln zu ernten und sie zurück zu transportieren. An dem Tag waren zwar nicht alle mit, doch wir hatten unseren Spaß und die Ajumma (ältere Dame) gab uns direkt vor der Arbeit Limonade, Wassermelone und Kekse. Sie war wirklich unglaublich großherzig und lachte gern. So waren wir auch interaktiv mit den Einwohnern der Insel, auf der wir waren, unterwegs. Nachdem wir dann ungefähr 70kg Kartoffeln zusammen hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg ins Centre, wo wir direkt einen Karton voller Kartoffeln geschenkt bekamen.

Manche unserer Workcamper waren auch mit einer holländischen Künstlerin unterwegs und unterstützten sie, indem sie mit riesigen Regenschirmen stundenlang im Wasser hockten, damit ein gutes Bild zustande kam. Die Endprodukte, dieser stundenlangen Arbeit, hatte jedoch niemand zu Auge bekommen, doch die Künstlerin war ihnen dankbar und schien zufrieden.

Ebenso waren wir dafür zuständig das Gyeonggi Creation Centre und das Open Studio vor Ort zu vermarkten. Dazu drehten wir ein kleines Video, was wir später auf Youtube veröffentlicht hatten (http://www.youtube.com/watch?v=lHsy1ksGH9E) und verteilten Flyer und Fächer in Daebudo (ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich vermute, dass dies auch der Name der Insel war) und an einem Rastplatz, eigentlich war der Strand geplant, doch wir waren zu weit gefahren und dann wurde gesagt, dass der Rastplatz auch in Ordnung ist, immerhin waren viele Leute da. Nach dieser Aktion bekamen wir ein Abendessen gesponsert und aßen dies zusammen mit den Künstlern aus dem Open Studio.

Aber wir hatten auch etwas Freizeit, um genau zu sein drei Tage. Einen Tag davon verbrachten wir am Strand. Dann hatten wir einen Nachmittag frei, den wir in Ansan verbrachten und ich habe in meinem Leben noch nie so viel Werbung an Häusern hängen sehen. Und die letzten zwei Tage verbrachten wir gemeinsam in Seoul. Unsere koreanischen Mitcamper führten uns herum und erklärten uns so einiges.

Abschied nehmen

Am letzten Tag kamen wir abends dann aus Seoul zurück und bereiteten internationale Gerichte zu, die wir dann genüsslich mit den Künstlern vor Ort verspeisten. Dabei unterhielt man sich gut und stellte fest, dass der ein oder andere koreanische Künstler auch Deutsch sprechen konnte.
Am nächsten Morgen kam dann der gefürchtete Abschied. Einige von uns blieben noch in Korea, doch manche, genau wie ich, mussten gehen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in Ansan gab es dann einen Tränenreichen Abschied.

Alles in allem muss ich sagen, dass diese Erfahrungen, die ich dort mit allen anderen gesammelt habe, mich im Leben weitergebracht haben. Ich habe nun Freunde auf der ganzen Welt und konnte einen Einblick in verschiedene Kulturen bekommen, vor allem in die Koreanische.

Ich bin unheimlich froh darüber, dass ich die Entscheidung getroffen habe an einem Workcamp teilzunehmen.
Und auch wenn ich weiß, dass es eher der unhöfliche Weg ist auf Widersehen zu sagen, möchte ich den Bericht mit „안녕 (annyeong)“ abschließen, denn es wird sowohl für „hi“ als auch für „bye“ verwendet.

 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.