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Mein Workcamp in Belgien!

Meine Erwartungen an dieses Workcamp wurden vielfach übertroffen. Die zwei Wochen waren sehr schnell vorbei und gleichzeitig voller Eindrücke und Begegnungen. Ich bin sehr froh, dabei gewesen zu sein!

Name:Pia W. aus DeutschlandAlter:18 JahreEinsatzstelle:Aufnahmezentrum für junge Geflüchtete in BarvauxInhaltliche Ausrichtung:Arbeit mit jungen Geflüchteten

Über Umwege nach Belgien

Die Anreise lief schon mal total schief. Meine Mitreisende, mit der ich mich am Würzburger Bahnhof verabredet hatte, war so nett, dass wir beim Reden die Zeit vergaßen und der Zug uns vor der Nase weg fuhr, was uns eine lange Reise mit verschiedensten Bummelzügen bescherte. 

Viel zu spät und müde in Belgien angekommen, waren wir sehr froh von einem netten, quirligen Campleiter am Bahnhof abgeholt zu werden. Das Aufnahmezentrum des Roten Kreuzes, in dem wir die nächsten zwei Wochen verbringen sollten, enthüllte seinen Charme erst im Laufe der Zeit. Am ersten Abend kam uns der Ort schmutzig und unangenehm vor. Die jugendlichen Flüchtlinge, die im Aufenthaltsraum herumlungerten, beobachteten uns über ihre Handys hinweg, während wir Nachzügler ein spätes Abendessen verschlangen.

Die anderen Freiwilligen hießen uns mit einem Kartenspiel willkommen und ich schloss diese fröhliche, internationale Runde sofort ins Herz. Um den kleinen Tisch saßen zwei Italiener, zwei Russen, eine Thai und ein Franzose und fluchten lautstark in verschiedensten Sprachen, während sie sich um das Junglespeed-Zepter stritten (dieses Spiel ist eine absolute Empfehlung!).

Das Projekt

Die Arbeit der Woche sollte laut Ausschreibung darin bestehen, beim Durchführen von Ferienaktivitäten mit den 60 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen mitzuwirken und am Vormittag ein Gewächshaus im Garten der Einrichtung zu bauen. 

Am nächsten Tag lernten wir auch die Guys, wie wir die Flüchtlingsjungs nannten, kennen. Die anfänglichen Zweifel, wie wir es schaffen sollten, die Jugendlichen, die überwiegend fast volljährig waren, zum Spielen zu bewegen, lösten sich schon beim ersten Fußballmatch in Luft auf. Sie begegneten uns mit großer Offenheit, Gastfreundschaft und Neugierde und wenn wir es geschafft hatten, die Spielregeln auf Englisch oder Französisch zu erklären, nahmen sie an allem mit großer Begeisterung teil.

Obwohl die Arbeit am Gewächshaus dank der Gespräche mit den anderen Freiwilligen abwechslungsreich war, waren die Stunden, die wir mit den Guys verbrachten, das Highlight dieses Workcamps. Das Rote Kreuz ließ sich vielfältige Aktivitäten für ihre Schützlinge einfallen und so bekamen wir die Gelegenheit, mit ihnen Kajak zu fahren, Konfettiregen bei einem belgischen Karneval zu erleben, eine Schokoladenmanufaktur zu besuchen und Geocashen zu gehen.

Freizeit

Die afghanische Musik, die immer aus irgendeinem Handylautsprecher waberte, wurde nachts im Speisesaal richtig aufgedreht und sobald alle Stühle und Tische aus dem Weg geräumt waren, begannen die Jungs zu den für uns fremden Klängen im Kreis herumzuwirbeln, was so faszinierend anzuschauen war, dass sie uns in Verlegenheit brachten, als sie uns fragten, wie man denn in Europa tanze. 

Mein Fazit

Meine Erwartungen an dieses Workcamp wurden vielfach übertroffen. Statt, wie ich erwartet hatte, nur etwas für die Guys auf die Beine zu stellen, hatten wir so viel von ihnen zurückbekommen. Auch unser Ausflug nach Luxemburg an unserem freien Wochenende war ein schönes Erlebnis, und die Arbeit kam mir nicht wie eine solche vor. Die zwei Wochen waren sehr schnell vorbei und gleichzeitig voller Eindrücke und Begegnungen. Ich bin sehr froh, dabei gewesen zu sein!

Wir bedanken uns bei Elsabea für die tollen Bilder.

 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.