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Pilistverde 2013

Alleine ins Ausland reisen, davon träumte ich – genauso wie viele andere in meinem Alter.

So begab ich mich auf die Suche nach passenden Möglichkeiten – und machte mich selbst mit den Workcamps bekannt.

Name:Sabrina KonradAlter:20 JahreEinsatzstelle:Pilistverde, 2013Inhaltliche Ausrichtung:Construction and Environment

Doch natürlich waren da auch Bedenken. Ganz allein in einem fremden Land sein?! Es gab so viele Krisensituationen, die möglicherweise eintreten konnten. Die Sorge vor dem Ungewissen war größer als mir lieb war. Doch meine Reiselust und die Abenteuerlust waren noch stärker. Also fasste ich mir ein Herz und meldete mich für ein zweiwöchiges workcamp an. Wenig später kam dann auch die Zusage und ich wusste: In diesem Sommer würde es für mich nach Estland gehen.

Ankommen in Tallinn

Nachdem ich mich monatelang auf diese Reise gefreut und alles vorbereitet hatte, wurde ich einen Tag vor meiner Abreise recht aufgeregt. Nun war es also real geworden – ich hatte mich selbst ins kalte Wasser geworfen und mich zur alleinigen Reise ins Ausland bewegt.

Angekommen am meeting point in Tallinn (welchen ich überraschend gut fand), war sofort klar, welcher der dort versammelten Menschen zu meinem workcamp gehörten. Es war einfach offensichtlich ;) Die Anspannung fiel von mir ab – ich hatte meine Gruppe gefunden und war somit gesund und glücklich nahezu an meinem Ziel angekommen. Gemeinsam begaben wir uns auf eine knapp zweistündige Busfahrt ins Landesinnere.

Unser Einsatzort war Pilistvere – ein beschauliches Dorf umgeben von Seen, Wäldern und Feldern. Geprägt von einer Kirche, Sauna und einem gigantischen Friedhof. Unsere Unterkunft befand sich im ehemaligen Pfarrhaus. Bequem mit richtigen Betten und dem Service der Einheimischen, dass wir vor Ort eine Waschmaschine benutzen durften und für uns gekocht wurde.

In dieser Idylle verbrachten 14 andere junge Menschen aus Europa und Asien und ich eine unbeschreiblich schöne Zeit. Täglich arbeiteten wir eng mit den Einheimischen zusammen (sowie in der ersten Woche zusätzlich auch mit einem anderen workcamp) und lernten dadurch so Einiges über die estnische Kultur.

Die Arbeit

Unsere Arbeit fand ausschließlich im Freien statt, was bei mehrmals täglich wechselnder Wetterlage und hohem Mosquitoaufkommen sehr amüsant war ;) Es galt Büsche zu schneiden, Steine aus Beeten zu befreien, Mauern zu errichten, Holz zu hacken und zu stapeln, Wege anzulegen, eine Bushaltestelle zu streichen, Äpfel zu schneiden sowie das Dorffest vorzubereiten. Hierfür mussten Häuser geputzt, Zelte errichtet, Unkraut gejätet und für ausreichende Bestuhlung gesorgt werden. Nach täglich sechs Stunden Arbeit, standen abends und an den Wochenenden Sightseeing (ein großes Dankeschön an die Einheimischen, die uns dies ermöglicht haben!), länderspezifisches Kochen, Lagerfeuer, Sauna, entspannen, traditioneller Tanz und geselliges Beisammensein in und um Pilistvere an.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass während dem Camp nicht alles perfekt gelaufen ist. Besonders der Start ins Camp vor Ort war relativ unorganisiert und meine Gruppe und ich sind uns etwas verloren vorgekommen. Doch davon abgesehen kann ich wirklich nur sagen, dass meine Zeit in diesem workcamp unbeschreiblich schön war. Zusammen in einer kulturell durchmischten Gruppe hatten wir alle unsagbar viel Spaß. Ich bin sehr froh, den Schritt allein ins Ausland gewagt zu haben und ich kann es nur empfehlen. Ich werde immer sehr gerne an meine Zeit in Estland zurück denken. Und um Zweifel auszuräumen: Die Sache mit der Verständigung hat besser geklappt als vermutet ;)

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.