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Close to Nature: Einsatz im Osten Islands

Gummistiefel, schlabbernde Regenhose, Rollkragenpulli - Auf geht's nach Island! In unsere stylischen Outfits eingepackt, warteten wir im Worldwide Friends Hostel in Reykjavík auf den Bus, der uns nach Eskifjörður in unser Workcamp bringen sollte...

Name:Lena H. und Sandra W.Alter:18 und 18 JahreEinsatzstelle:East of IcelandInhaltliche Ausrichtung:Umweltschutz

Doch das isländische Wetter hatte andere Pläne für uns und so verhinderte ein heftiger Sturm unsere 13-stündige Busreise gen Osten und wir blieben vorerst im Hostel. Nachdem der Sturm am nächsten Tag allerdings nicht nachließ, wurden wir (die einzigen beiden Volunteers und unser Campleader) kurzerhand für zwei Tage in ein anderes Workcamp, ein Health&Care Center in Hveragerði, verfrachtet. Außerhalb der Hauptsaison ist es in den isländischen Workcamps nicht ungewöhnlich, dass sich pro Camp nur eine handvoll Volunteers bewerben. Nach den zwei Tagen in Hveragerði konnten wir endlich unsere Reise in den Osten Islands antreten und erreichten spätabends nach einer kräftezehrenden, aber lohnenden Fahrt mit vielen schönen Stopps an Sehenswürdigkeiten das kleine Fischerdorf Eskifjörður. Hier ein kurzer Hinweis: Um nach Eskifjörður zu gelangen, sollte auf jeden Fall der Minibus von Worldwide Friends gebucht werden, auch wenn der Preis im ersten Moment etwas abschreckend wirkt. Alle anderen Verbindungen, ob Linienbus oder Inlandsflug, sind noch sehr viel teurer und zudem ohne die vielen tollen Zwischenstopps.

 

Arbeit und Unterkunft

Die verbliebenen 7 Tage des insgesamt 11-tägigen Workcamps hausten wir in einer alten Schule in Eskifjörður. Nachdem am ersten Tag erst einmal das örtliche Schwimmbad getestet wurde, vorallem um ausgiebig zu duschen (in der alten Schule gibt es derzeit keine Duschen), ging es am Montag auch schon zur Arbeit auf die andere Seite des Fjords. Hier trafen wir auf Yo, eine herzensgute und sehr weise Isländerin, die uns zu einem kleinen Waldgrundstück brachte.

Dieses sollte aufgeforstet werden und so bekam unsere Dreier-Crew ein paar hundert Nadelbaum-Säuglinge vor die Füße gestellt, die wir enthusiastisch in die Erde buddelten. Auch am Dienstag ging es wieder in den Baumkindergarten und so konnten wir am Ende der beiden Tage stolz auf 700 eingepflanzte Setzlinge blicken. Am Mittwoch wartete dann eine andere Aufgabe auf uns: Müllsammeln an der Küste. In äußerst geschmackvolle Arbeitskluft eingekleidet, stürzten wir uns in das Plastikmeer und tauchten erst nach geschlagenen 7 Stunden wieder auf. Kaputt, aber zufrieden machten wir uns auf den Heimweg und entspannten (wie jeden Tag) den Rest des Abends im Swimmingpool (in Island ein ganz besonderes Abenteuer).

Island Extrem: Der Mülltütenkampf

Am Donnerstag wurden wir vom pfeifenden Sausen des Windes vor unseren Fenstern geweckt. Doch für Island gilt, wie Yo so schön sagte: Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung, und so wurden wir, nachdem unser Campleader Marcin uns aus den Betten gezerrt hatte, wieder auf die andere Seite des Fjords gefahren. Doch der Sturm war auf unserer (müden) Seite, und so kam es, dass sich nach 30 qualvollen Minuten selbst der übermotivierte Marcin eingestehen musste, dass es einfach zu heftig war. Als er sich gerade ins Auto gerettet hatte, um Yo anzurufen und nach einer Alternative in geschützten vier Wänden zu fragen, geschah etwas Dramatisches... Lena, welche sich gerade einen erbitterten Kampf mit ihrer Mülltüte lieferte, wurde schlichtweg der Boden unter den Füßen weggerissen. Wehrlos von der Mülltüte eingewickelt, ging sie zu Boden. Vermutlich war dies der Grund, warum auch Yo bereit war, dem Müllkampf ein Ende zu bereiten und uns nach Hause zu schicken. An unserem letzten Arbeitstag kratzten wir noch einmal unsere letzten Energiereste und den verbliebenen Müll an der Küste zusammen und gaben anschließend widerwillig unsere Outfits wieder in Yo's Obhut. Den Samstag entspannten wir den ganzen Tag planschend im Schwimmbad und traten am darauffolgenden Tag nach einer tollen Wochen leider auch schon die Rückreise nach Reykjavík an (diesmal fuhren wir über den Norden und sahen weitere Naturwunder Islands). Vielleicht sieht man sich ja nächstes Jahr! ;) Bye bye!

 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.