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Wir haben viel zusammen gelacht, voneinander gelernt, miteinander gelernt, gegenseitig aufeinander aufgepasst und so unsere Perspektive auf viele Dinge nachdrücklich geweitet. Ich werde die anderen auf jeden Fall ungemein vermissen und bin dankbar für die gelebte Offenheit.

Name:Larissa M.Alter:25Einsatzstelle:Photography & Environment during New YearsInhaltliche Ausrichtung:Study / Envi

Island ist ein Land voller Gegensätze. Aber eins ist immer sicher: es ist überwältigend – in jeglicher Hinsicht. Es gibt viele verschiedene Orte, die man erkunden kann – von gewaltigen Wellen an schwarzen Stränden, zu Vulkanen, Lavafeldern, Gletschern und (abhängig von der Jahreszeit) endlos weite Flächen von grünem Gras, die von freilaufenden Schafen belebt werden. Während des Workcamps haben wir die Golden Circle-Tour gemacht (Geysire, Wasserfälle und Nationalpark Pingvellir), sowie die Southshore-Tour (Black Beach, Gletscher, Wasserfälle - ist dabei freiwillig und muss noch zusätzlich bezahlt werden). Neben der Natur Islands haben wir die Hauptstadt Reykjavik oft besucht und unseren Silvesterabend in den Bars verbracht. Außerdem gehört es in Island zum alltäglichen Leben dazu in den beheizten Freibädern die Stunden zu verbringen, und dies haben wir auch so oft wie möglich im nahegelegenen Pool gemacht – bei Schnee und Eiseskälte und das gibt einen ein richtig verbundenes Gefühl mit der Natur! Insgesamt gibt Island einem ein ganz anderes Gefühl und rückt einiges in Perspektive. Ich glaube (weiß), man kann sehr viel dort lernen und für sich selbst mitnehmen.

 

Camp

Fotografie und Umwelt waren die übergeordneten Themen des Workcamps. Dazu haben wir in den morgendlichen Stunden Fotografie-Workshops in unserem Wohnzimmer gehabt. Hier haben wir die Basics kennengelernt und uns  diese auch gemeinsam durch die Besprechung von eigenen Bildern erarbeitet. Insgesamt hat es viel Spaß gemacht und eine gute Einführung in die Fotografie gegeben. Zum Thema Umweltschutz haben wir einen Recyclinghof in Reykjavik besucht und dort einen Vortrag angehört, der auch die individuellen Möglichkeiten zur Integration des Recyclinggedankens im Alltag angesprochen hat. Außerdem haben wir einen Cleaning-Up-Day in der Stadt mitgemacht und so insbesondere die Silvesterüberbleibsel eingesammelt. Insgesamt waren die beiden Themenbereiche integriert, aber auch eher so angelegt, dass sie eine allgemeine Einführung in die Thematik geben und nicht sehr weit in die Tiefe gehen. Da ich noch keine wirkliche Erfahrung im Bereich Fotografie hatte, war es für mich persönlich sehr gut. Insgesamt kam für mich der Bereich Umwelt allerdings relativ kurz, was allerdings auch daran liegen kann, dass bspw. Recycling in Deutschland schon sehr gut integriert ist und für mich kein Neuland war, für viele andere Teilnehmer war dies allerdings anders und hat sie in einem guten Maße eingeführt. Im Großen und Ganzen hatte ich auch das Gefühl, dass die anderen Teilnehmer eher aus Gründen der Fotografie und Islands gekommen sind und deswegen eher selten Gespräche im Bereich des Umweltschutzes aufgekommen sind und das natürlich immer unterschiedlich sein kann.

Wir haben in einem eigenen Haus am Rande von Reykjavik gewohnt (ca. 40 Minuten zu Fuß bis zum Zentrum). Das Haus ist allerdings unglaublich gemütlich eingerichtet und bietet eine große Küche und ein großes Wohnzimmer zum zusammen sitzen und lachen. Wir haben alle abwechselnd gekocht und Spezialitäten aus unserem Land vorgestellt.

 

Organisation

Die Organisationen in Island sind anders als ich das aus anderen Workcamps kenne. Die Workcampleader sind beispielsweise für eine lange Zeit (für ungefähr 6 Monate) dort anwesend und nicht nur für das eine Workcamp. Insgesamt weist SEEDS eine große Einheit an Organisation vor, sodass es im Großen und Ganzen sehr professionell wirkt. Die Leute, die zu der Organisation gehören habe ich als sehr, sehr freundlich und hilfsbereit kennengelernt. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich das Gefühl hatte, dass durch den hohen Grad der außerhalb des eigentlichen Workcamps stattgefundenen Organisation viel Flexibilität und Eigeninitiative verloren geht. Die Tage sind vorher festgelegt (auch insbesondere da meistens ein Auto benötigt wird und SEEDS ein eigenes „Logistik“-Team an Langzeitfreiwilligen hat, die die Gruppen abholt und zu den entsprechenden Orten fährt). Für Island und die Wetterverhältnis ist allerdings ein gewisses Maß an Flexibilität notwendig – so haben wir beispielsweise am einzigen richtigen Tag voller Schneefall versucht den City-Cleaning-Day zu machen und unser einziges Aurora-Hunting, sowie unseren Night-Photography-Workshop bei bewölktem Himmel gehabt, obwohl andere Nächte viel bessere Möglichkeiten geboten hätten.

 

.. aber das Wichtigste ist immer das TEAM:

Und das vom ersten Tag voller Überforderung und dem Gedanken „What?-Den-Namen-kann-ich-mir-niemals-merken“ bis zu einem tränenvollen Abschied und langen Umarmungen. Wir waren insgesamt dreizehn Teilnehmer aus zehn Ländern (Hongkong, Schweiz, Korea, Italien, England, Belgien, Polen, Mexiko, China und Deutschland). Dieses Mal war nicht nur die Herkunft sehr unterschiedlich, sondern auch die Altersspanne und man kann dadurch so unglaublich viel voneinander lernen und hat ganz andere Gespräche als in seiner sozialen Blase im Alltag. Wir haben viel zusammen gelacht, voneinander gelernt, miteinander gelernt, gegenseitig aufeinander aufgepasst und so unsere Perspektive auf viele Dinge nachdrücklich geweitet. Ich werde die anderen auf jeden Fall ungemein vermissen und bin dankbar für die gelebte Offenheit.

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