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”Do you like making piles?”

Eine der zentralen Fragen großartiger zwei Wochen im Nationalpark De Groote Peel in den Niederlanden. 

Yes, we like making piles! 

And we also like Appelstroop, Hagelslag and Bossche Bollen,... .

Name:Maike KondradiAlter:22 JahreEinsatzstelle:Groote Peel 2014Inhaltliche Ausrichtung:Umweltschutz, Artenvielfalt

Nach meiner Infektion mit dem sogenannten Workcamp-Virus im vorigen Jahr in Polen, kam für mich für meine Feriengestaltung in diesem Jahr gar nichts anderes in Frage, als wieder ein Workcamp. 
“In die Niederlande fahren? Warum eigentlich nicht?”, dachte ich mir beim Durchstöbern der Angebote.

 

"In the middle of nowhere"

Wenn...

 15 junge Leute aus Spanien, Japan, der Türkei, Frankreich, Tschechien, Großbritannien und Deutschland, sowie zwei niederländische Campleiter in einem kleinen Pfadfinderhaus leben, ist ordentlich was los. Auch wenn besagtes Haus sich in einem kleinen Ort “in the middle of nowhere”, um es mit den Worten unserer Campleiterin zu sagen, befindet. Dieser kleine Ort, Nederweert, liegt im Südosten der Niederlanden zwischen Belgien und Deutschland und ist im Übrigen gar nicht so verschlafen und wirklich hübsch.

Unsere Aufgabe

war es auf einer 10 Hektar großen Fläche unter anderem junge Birken abzuschneiden bzw. -zusägen, um zu verhindern, dass die Bäume die Heide verdrängen und das Moor austrocknen.
Die abgesägten Bäume haben wir dann zu großen Haufen – Piles – aufgetürmt und zum Teil mit gemähtem Gras bedeckt. Diese sollen einer einheimischen Schlangenart, Eidechsen und anderen Kleintieren als Überwinterungs- und Brutquartier dienen.

Fahrräder

gibt es in den Niederlanden so viele, wie wahrscheinlich nirgendwo sonst. So war es für niemanden verwunderlich, dass auch für uns eine Radtour auf dem Programm stand. Wir haben mit dem Drahtesel die Stadt Maastricht erkundet, sind auf einen Sprung nach Belgien gefahren und haben sogar die wahrscheinlich einzigen niederländischen Berge erklommen. Das allerdings zu Fuß, denn es ging doch ziemlich steil aufwärts.
Außerdem waren wir für einen Tag in der belgischen Stadt Liége (Lüttich), haben einen Kunst- und Spezialitätenmarkt in Maastricht besucht, sowie eine Bootstour durch beziehungsweise unter s' Hertogenbosch, auch Den Bosch genannt, gemacht. Dort haben wir außerdem die städtische Spezialität “Bossche Bollen” probiert. Das sind große Kugeln aus einer dünnen Schicht Teig, prall gefüllt mit Sahne, überzogen mit Schokoglasur und jede Kalorie wert. Womit ich bei einem anderen zentralen Punkt des Camps wäre: dem Essen. 

Viel Neues kennengelernt und ausprobiert

haben haben wir nämlich nicht nur, was nützliche und unnütze Wörter in den jeweils anderen Sprachen angeht, sondern auch kulinarisch. Angefangen beim Frühstück mit Hagelslag (Schokostreusel) und Appelstroop (Apfelsirup), als Brotbelag und -aufstrich, sowie dem grandiosen niederländischen Käse, bis hin zu spanischer Tortilla, französischem Tartar und tschechischem Strudel, die wir zu den Abendessen der verschiedenen Länder genießen durften. Auch Natto, fermentierte Bohnen aus Japan, zu probieren haben wir uns nicht gescheut, wenn auch mit eher erschrockenen Reaktionen und Gesichtsausdrücken, was die Japanierinnen sehr amüsiert hat.
Ein Highlight war, dass wir die Möglichkeit hatten in Zweier- bis Vierergruppen einen Abend in einer niederländischen Familie zu verbringen und mit ihnen zu reden, essen und lachen.

Das Tüpfelchen auf dem i

war das Grillfest am letzten Abend, was vom Nationalpark organisiert wurde. Der Anlass war ein Jubiläum, denn wir waren bereits die 10. Gruppe Freiwilliger, die in den letzten 20 Jahren im Groote Peel zwei tolle Wochen mit Muskelkater, Schweiß und Unmengen von Spaß verbracht hat. 

 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.