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Janowice Wielkie 2011

Janowice Wielkie liegt in Polen, relativ nah an der tschechischen Grenze. Ich habe mich für dieses Workcamp unter anderem deswegen entschieden, weil ich selbst polnische Wurzeln habe, das Land aber nur von Besuchen bei Verwandten kenne.

Name:Sabine FossAlter:20 JahreEinsatzstelle:Janowice Wielkie 2011Inhaltliche Ausrichtung:Renovation

Unser Camp war ein Renovation Camp. Wir sollten einen alten Spielplatz wieder herrichten. Dazu gehörte das Säubern und Anmalen der Geräte sowie etwas Gartenarbeit. Alles in allem war es sehr leichte Arbeit, e r s c h i e n u n s a b e r e h e r a l s Beschäftigungstherapie, da der Spielplatz zu einem Rehazentrum gehört, dessen Patienten Erwachsene und alte Leute sind. Wir waren eine Gruppe von neun Leuten aus sieben verschiedenen Ländern: ein Mädchen aus Quebec, zwei Mädchen aus der Türkei und zwei aus Südkorea, ein Junge aus der Slowakei, ein Junge aus Frankreich, die Campleiterin war natürlich aus Polen und schließlich noch ich aus Deutschland.

 

Unterkunft?

Wir haben zwei Zimmer, eines für die Mädchen und eines für die Jungen, in einem alten Korridor des Rehazentrums bekommen. Geschlafen haben wir auf Krankenhausbetten, die relativ bequem waren. Duschen mussten wir in einem anderen Stockwerk, weil das Bad neben unseren Zimmern noch nicht renoviert war. Aber unsere Zähne konnten wir dort putzen und auch eine Toilette befand sich in unserem Gang. Und wir durften sogar die Waschmaschine der Krankenschwestern benutzen:)

Gegessen haben wir gemeinsam mit den Patienten im Speisesaal. Es war zwar abwechslungsreich, aber oftmals sehr weichgekocht, da – wie schon gesagt – vorwiegend Senioren im Rehazentrum wohnen. Allerdings war das kein großes Problem und wir mussten uns nicht um's Kochen kümmern;) Janowice Wielkie ist ein sehr kleiner Ort. Dementsprechend war auch sehr wenig los. Die Landschaft war dafür umso schöner, da wir uns im Riesengebirge befanden. Die Gegend ist beliebt bei Touristen und so gab es in der Umgebung viel zu sehen und zu unternehmen.

Tagesablauf?

Frühstück gab es ab acht Uhr, sodass wir meist um ca. neun Uhr anfingen zu arbeiten und das dann immer bis zum Mittagessen. Ab ca. 14 Uhr hatten wir Feierabend. Und auch das Wochenende hatten wir frei:) Zu Beginn hat unsere Campleiterin einen „international evening“ organisiert, damit wir einander und die jeweiligen Kulturen besser kennen lernen konnten. Jeder hat auch etwas zum Probieren aus seinem Heimatland mitgebracht, meist typische Süßigkeiten. Einige haben auch Musik mitgenommen oder ihre Landeshymne vorgesungen. Zum Schluss haben wir gemeinsam ein Plakat mit dem wichtigsten Begriffen in allen Sprachen, die wir sprechen können, gestaltet. Gemeinsam haben wir Ausflüge in die nähere Umgebung gemacht, unsere Campleiterin hat sich sehr gut vorbereitet, uns immer verschiedene Möglichkeiten angeboten und sich um die Fahrgelegenheiten gekümmert. Wir sind zu Ruinen, „bunten“ Seen und auf einen kleineren Berg gewandert. Natürlich sind wir auch nach Jelenia Góra gefahren, die nächste größere Stadt. Wir waren in Western City, wo wir beim Lassowerfen und Bogenschießen zu Cowboys und Indianern wurden und in einem Miniaturmuseum, in dem wir an einem einzigen Tag die wichtigsten Gebäude Polens bestaunen konnten. Abends saßen wir meist beim Kartenspielen und haben Musik gehört. Als es das Wetter erlaubt hat, haben wir ein Lagerfeuer gemacht und Würstchen gegrillt. Das war eines der Highlights  :)

Land und Leute?

Alle waren unglaublich nett und hilfsbereit, vor allem die Krankenschwestern, die ihr Schwesternzimmer in unserem Korridor hatten. Wir hatten auch einen tollen Betreuer. Mit ihm war es immer besonders lustig, man hat richtig gemerkt, dass er gerne mit jungen Menschen arbeitet. Schon seit mehreren Jahren betreut er die Workcamps in Janowice Wielkie.

Fazit?

Wenn du gerne ins Ausland gehen willst, dir ein ganzes oder auch ein halbes Jahr zu lange ist, du aber gerne Leute aus aller Welt und fremde Kulturen kennenlernen willst, dann ist ein Workcamp perfekt für dich! In meinen Augen ist es eine großartige Erfahrung:) Ich selbst kannte das Gastland ja bereits, konnte es aber von einer etwas anderen Seite erleben. Im Allgemeinen hilft ein Workcamp, seine Sprachkenntnisse zu verbessern, unsere Campsprache war zum Beispiel Englisch. Da zwei Teilnehmer aus Quebec und Frankreich kamen, konnte ich zusätzlich noch an meinem Französisch feilen. Für mich war auch besonders wichtig, dass ich mein Polnisch aufbessern konnte. Ich habe viele nette Leute getroffen und sogar eine sehr gute Freundin gefunden. Drei Monate nach dem Workcamp habe ich die Campleiterin für eine Woche in Polen besucht:) Die Entscheidung, an einem internationalen Workcamp teil zu nehmen, habe ich keinesfalls bereut. Ich konnte unglaublich viel mitnehmen, neue Erfahrungen sammeln und habe nun tolle Erinnerungen an meine zwei Wochen in Janowice Wielkie. Sollte es mir zeitlich möglich sein, möchte ich im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder an einem Workcamp teilnehmen:)

 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.