Zum Inhalt springen

Obrenovac 2014

Sehr gerne berichte ich euch von den Erlebnissen in Serbien, da ich äußerst dankbar bin diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen. Es war eine komplett andere Workcamp-Erfahrung, weil es oft eine echte Herausforderung darstellte. Zum einen war die Arbeit körperlich sehr schwer, zum anderen gab es häufiger Momente wo man an gewisse Grenzen gestoßen ist... 

Name:Jacob BehrendtAlter:23 JahreEinsatzstelle:Obrenovac 2014Inhaltliche Ausrichtung:Renovation and Restoration

An die eigenen Grenzen stoßen

Mit den Grenzen meine ich Gerüche und Konsistenzen von Gegenständen, die in einer komplett überfluteten Wohnung verrotten. Ich bin aber genau aus diesem Grund dorthin gefahren, weil ich körperlich anpacken will und kann. Und ich hab auch kein Problem Dinge anzupacken, die andere nicht mal anschauen können. Zusätzlich habe ich die Möglichkeit gehabt mit allerlei technischem Gerät zu hantieren und meine Fertigkeiten zu verbessern, beispielsweise am Presslufthammer oder am Druckwasserreiniger. Ich hatte mich in der Hoffnung angemeldet, das wir richtig anpacken dürfen und voll ausgelastet sind. Das wäre nämlich ein wunderbarer Ausgleich für mein doch sehr kopflastiges Studium. Und ich sollte bekommen, was ich verlangte. Wundervoll!

Ein Anfang ist gemacht

Ich war im dritten und letzten Camp in Obrenovac. Wir waren laut unseren Organisatoren die arbeitsstärkste Gruppe, was mich auch ein bisschen stolz machte. Wir haben im Endeffekt 19 Häuser fertiggestellt. Fertiggestellt in dem Sinne, dass man jetzt keine schimmeligen Wände mehr hat und es komplett neu verputzen könnte. Da wären wir dann auch schon bei der Sinnhaftigkeit. Wir haben häufig eher destruktive Arbeit verrichtet, dass heißt Putz abgeschlagen, Schutt entfernt und Häuser entrümpelt bzw. geleert. Diese Arbeit ist absolut notwendig, dennoch verlässt man die Arbeitsstätte genauso unbewohnbar wie man sie vorgefunden hat. Es sind noch eine Menge weiterer Schritte nötig, damit die Menschen wieder in diesen Häusern leben können. Ich persönlich hätte manche Häuser gerne wirklich bis zu diesem Punkt begleitet, aber das war in dieser kurzen Zeit nicht möglich. Dennoch haben wir als Gruppe das Bestmögliche getan.

Welche Erfahrungen ich mitgenommen habe

Dass das Dasein als Teilnehmer eindeutige und nicht zu unterschätzende Vorzüge birgt. Und das ich mich weiter mit dem Balkan beschäftigen möchte. Außerdem finde ich WORK-Camps, also Camps in denen man richtig arbeitet, sodass man abends immer erst mal eine Stunde komatös in seinem Stuhl sitzt bevor der Afterwork-Spaß beginnen kann, super.

Letztlich kann ich sagen:

Ich würde jederzeit wieder an so einem Camp teilnehmen oder bei Gegebenheit leiten. Ich danke euch und den Leuten von VSS!

 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.