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O Pico Scaro

Galicien.. Wo liegt das denn? Ehrlich gesagt, konnte ich mir zu Beginn des Workcamps auch nichts darunter vorstellen. Doch schon bald stellte ich fest, dass diese kleine autonome Gemeinschaft im Nordwesten Spaniens viel mehr zu bieten hat als Tapas, Strand und Churros!

Name:Linda B.Alter:18 JahreEinsatzstelle:BoqueixonInhaltliche Ausrichtung:Kulturell

Anreise

Nach einer zugegeben recht kurzen Nacht in der fast menschenleeren Flughafenhalle Barcelonas und einem schnellen Frühstück aus dem überteuerten Süßigkeitenautomaten, konnte es für mich endlich weitergehen nach Santiago de Compostela. Direkt aus dem Flughafengebäude heraus wurde auch schon mein naiver Gedanke, alle Spanier könnten Englisch sprechen, zu nichte gemacht. Tatsächlich war dies aber kein großes Problem, da jeder extrem freundlich ist und man sich zur Not auch mit Händen und Füßen verständigen kann. Voller Begeisterung erkundete ich den Pilgerort Santiago, wobei mir das heiße spanische Wetter ganz schön zu schaffen machte. Um 16 Uhr war es dann endlich so weit: Man hatte uns versprochen uns vom Busbahnhof der Stadt abzuholen. Zuvor hatte ich glücklicherweise schon 2 andere Mädchen aus Spanien kennengelernt, sodass ich nicht alleine warten musste.

Arbeit

Die Gruppe bestand aus 6 Spanier(inne)n aus allen Ecken Spaniens, einer Schweizerin, einem Taiwaner und mir. Zudem waren noch 4 spanische Jugendliche aus der Region dabei, die freiwillig beim Camp mithalfen. Geleitet wurde das Workcamp von zwei engagierten spanischen Frauen. An sich war unsere "Arbeit" nicht besonders anspruchsvoll. Neben vielen Besichtigungen der Kleinstadt Boqueixon, in der wir untergebracht waren, bestand der Hauptteil unserer Arbeit darin, den Berg Pico Sacro, das Wahrzeichen der kleinen Stadt zu promoten und damit den Tourismus zu fördern. In den zwei Wochen wurden Werbefilme produziert, englische Handbücher für das städtische Museum geschrieben und Sachverhalte beruhend auf selbst durchgeführten Umfragen analysiert.

Freizeit

Tatsächlich habe ich das Camp eher als Jugendbegegnung mit vielen Ausflügen wahrgenommen. Fast jeden Tag wurde uns ein Wunsch erfüllt und wir hatten die Möglichkeit extrem viel von der Region zu sehen.
Neben Bungee Jumping, Rafting, Sightseeing in Santiago und vielen kleineren Exkursionen wie Kanu fahren auf dem nahgelegenen Fluss, entschieden alle Campteilnehmer sich dafür auch eine Bootstour auf die Cies Inseln zu organisieren. Dieser Ausflug war ein wirklicher Höhepunkt des Workcamps, denn die paradiesischen Strände und die unberührte Natur waren einfach spektakulär. Doch nicht nur die Ausflüge trugen dazu bei, dass ich dieses Camp nicht so schnell vergessen werde. Es waren vor Allem die Begegnungen mit den anderen Jugendlichen, die mir so sehr gefielen. Während den 2 Wochen lernte ich nicht nur ein bisschen Spanisch, sondern auch viel über Asien und die Schweiz und natürlich über Spanien an sich. Ich war so viel unterwegs, habe aber gleichzeitig auch gemerkt, dass auch wenig Arbeit anstrengend werden kann, wenn mal wieder der Computer nicht funktioniert oder jemand der Campteilnehmer nicht versteht, was man zu ihm sagt. Auch muss ich bemängeln, dass die generelle Umgangssprache im Camp eher Spanisch als Englisch war, so dass wir "Internationals" sehr vielzusammen standen und immer um eine Übersetzung bitten mussten. Doch auch dies hat meine Erfahrung auf keinen Fall getrübt und ich bin mir sicher, dass dieses Camp perfekt war (eben auf seine ganz besondere Weise). Ich kann mir nicht vorstellen, was ich ohne die ganzen tollen Menschen machen würde, die ich dort kennengelernt habe. Gerade vor einigen Tagen habe ich eine Postkarte aus Teneriffa erhalten und während ich diesen Text schreibe, höre ich mir spanische Lieder an und suche nach Busverbindungen in die Schweiz. Danke an alle, die es geschafft haben dieses Camp einzigartig zu machen!

 

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