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Sanamin 2006

Bei Sanamin handelt es sich um eine Art Ruheort für ehemalige drogenabhängig Jugendliche und junge Mütter. Hier sollen sie Zeit und Raum finden ihr eben neu zu ordnen.

Name:Laura KrzykowskiAlter:24 JahreEinsatzstelle:Sanamin 2006Inhaltliche Ausrichtung:Social

Die Anlage in Karlov ist, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, ein Landsitz aus dem 19. Jahrhundert. Alle Gebäude werden nach und nach durch die Klienten, so werden die Teilnehmer des Anti-Drogen-Projekts bezeichnet, renoviert.

 

In der Mitte der Anlage

hängt eine Glocke, gleich neben dem kleinen Spielplatz. Sie ruft uns zur Arbeit, zum Essen und die Klienten zu regelmäßigen Therapiesitzungen. Sie läutet aber manchmal auch außerhalb des Zeitplans, wenn jemand ein Problem hat, über das er mit allen sprechen möchte. Die Glocke ist so für mich ein Symbol der Pünktlichkeit und des Zusammenhaltes geworden.

Morgens ruft sie zur Arbeit.

Ich habe die meiste Zeit mit Leuten aus Belgien, Tschechien, Spanien und Amerika einen Bürgersteig gepflastert. Es war harte Arbeit, aber man hat uns mit Begleitung an allen Phasen der Entstehung mitwirken lassen. Erst Schubkarre für Schubkarre, dann Reihe für Reihe wuchs unser Weg. Nachmittags schweigt die Glocke zu meist. Wir verbrachten die gemeinsame Zeit mit Fahrradtouren, mit Volleyball- und Fußballwettkämpfen sowie mit Tischtennis spielen. Soviel bewegt habe ich mich als ein abstraktes-Wissen-anhäufender Student schon lange nicht mehr.

Für mich besonders wichtig,

war der Kontakt mit den Leuten von dort. Ich erinnere mich gerne an ein kleines Mädchen, welches dort mit ihrer Mutter wohnte. Wie alle anderen Klienten auch hat sie uns Eindringlinge zuerst misstrauisch beäugt, hat sich dann näher herangewagt und dann mir das Spiel ?Mas Babu? (Rechtschreibfehler nicht ausgeschlossen) beigebracht.

Ich vermisse den Ort und die Menschen, die ich kennen gelernt habe. Wegen Krankheit musste ich früher aufbrechen und das Gruppenkuscheln hat mir den Abschied von dieser Zeit nicht leichter gemacht.

 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.