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Mikulov 2011

Ich weiß nicht genau wieso, aber eigentlich wollte ich schon immer mal nach Tschechien. Das Workcamp in Mikulov schien mir eine gute Gelegenheit, dies auf eine preiswerte und besondere Weise zu machen, die über bloßen Tourismus hinausgeht.

Name:Laura EigbrechtAlter:22 JahreEinsatzstelle:Mikulov 2011Inhaltliche Ausrichtung:Environmental

Nach zwei Tagen Prag macht ich mich also auf nach Mikulov, was in Südmähren liegt, nur zwei Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Eine gute Entscheidung, denn Mikulov und Umgebung sind einerseits landschaftlich wunderschön, sehr sympathisch und auch perfekt gelegen, um Städte wie Brno, Bratislava und Wien zu besichtigen, was wir zum Teil im Rahmen des Camps auch gemacht haben.

 

Außerdem hatte ich das Glück

einer relativ komfortablen Unterkunft (eine Pension mitten im Stadtzimmer, Mehrbettzimmer und Frühstück vom Pensionspersonal zubereitet, außerdem ein Aufenthaltsraum und eine Küche für uns) und einer herrlich gemischten Gruppe. Bei 14 Campteilnehmern brachten wir es tatsächlich auf stolze elf Nationen! Ich zähle mal auf: Russland, Frankreich, Japan, Mexiko, Litauen, Italien, Weißrussland, Spanien, Tschechien, China und eben Deutschland. Da gab es natürlich unglaublich viel zu reden und zu lernen, was wir dann auch ausführlichst taten. Das war auf Englisch nicht immer so einfach, hat meistens aber gut geklappt und für einige Lacher gesorgt. Ganz nebenbei lernte ich so ein paar Worte in den verschiedenen Sprachen und kann jetzt zum Beispiel „Marienkäfer“ auf Russisch sagen. Bei den „Nationalen Abenden“ hat außerdem jeder kurz kulinarisch, kulturell und bisweilen politisch sein Land vorgestellt, und beim Essen kochen war sowieso jeder mal dran. So kam ich in den Genuss von leckeren Spezialitäten aus aller Welt.

Unsere Arbeit

wurde von Eva koordiniert, einer unglaublich engagierten Dame, die im Namen des ökologischen Bildungszentrums mit Hilfe ihrer Familie und des Workcamps quasi die ganze Gegend Pálava (Pollauer Berge) schützt. Englisch konnte sie zwar nicht, aber die Kommunikation wurde durch Evas ausgefuchste Mimik und Gestik und Übersetzungen der Campleiter trotzdem möglich gemacht.

Die Arbeit an sich war oft anstrengend, vor allem wegen des warmen Wetters, nicht immer spannend, durch das tolle Team meist aber trotzdem erträglich und spaßig. Meistens haben wir Heu zusammen gerächt oder schädliche Pflanzen beseitigt und verbrannt oder Müll gesammelt. Interessant zu erfahren, dass Umweltschutz ganz schön komplex sein kann und nicht immer so einfach ist wie Pflanzen = gut, Pflanzen fällen = böse. Und es hat schon was für sich, nach der Arbeit gemeinsam verschwitzt die liebevoll zubereiteten Butterbrote zu knabbern und nach der Arbeit mit Heugabeln durch die Dörfer zu laufen und Bus zu fahren. Wegen der Hitze mussten wir bisweilen sehr früh aufstehen, was aber auch bedeutete, dass wir durch sehr faire Arbeitszeiten am frühen Nachmittag fertig waren und Freizeit hatten. Die wurde mit viel lesen, spielen und mit Supermarkt- und Badeseebesuchen gefüllt. Mikulov ist zwar klein und ruhig, andererseits ist auch immer Musik in der Luft und es kann einem kaum langweilig werden. Zudem organisierte Eva tolle Exkursionen, Infoveranstaltungen zum Thema Umweltschutz und tolle Workshops, bei denen man zum Beispiel lernen konnte, wie man eine Maultrommel spielt.

Positiv zu erwähnen

sind auch die Campleader, die sich nie aufspielten, aber immer ein offenes Ohr hatten. Allgemein habe ich Tschechien als ein gastfreundliches und offenes Land erleben dürfen, was für so ein Camp natürlich herrlich ist. Und dieses kann ich bedingungslos weiter empfehlen – mir hat es auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht.

 

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