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HIV/Aids Prevention Campaign 2008

Mein Name ist Linda, ich bin 19 Jahre alt und habe diesen Sommer an einem Workcamp in der Ukraine teilgenommen. Natürlich werden sich die meisten Leute fragen, wie das auch bei mir der Fall war, wieso man um an einem Workcamp teilzunehmen, ausgerechnet in die Ukraine fährt.

Name:Linda RöhlAlter:19 JahreEinsatzstelle:HIV/Aids Prevention Campaign 2008Inhaltliche Ausrichtung:HIV/Aids Prevention

In der Ukraine herrscht schlechtes Wetter, es ist äußerst unsicher dort, überhaupt kriminell und generell lauern dort eine Menge Gefahren. An Vorurteilen über dieses Land mangelt es jedenfalls nicht. Doch gerade deshalb ist es umso interessanter dort an einem Workcamp teilzunehmen. Ich jedenfalls habe die Chance bekommen, ein Land von dem die meisten Leute so gut wie gar nichts wissen, auf eine ganz besondere Art kennenzulernen.

Die Basis meines Workcamps

lag nur wenige Kilometer außerhalb von Kiev, der Hauptstadt. Gemeinsam mit sieben anderen jungen Leuten aus Finnland, Portugal, Spanien, Frankreich, Finnland und der Ukraine, sowie mit unseren beiden Camp-Leitern, wohnte ich in einem ehemaligen Sportzentrum für das Ukrainische Olympia Team.

Das Thema meines Workcamps

lautete Aids/HIV- Prävention. Da die Verbreitung von Aids ein großes Problem in der Ukraine darstellt, sollten wir mit Hilfe eines Theaterstücks dazu beitragen, Kinder und Jugendliche über diese Bedrohung aufzuklären. In der ersten Woche war es also unsere Aufgabe selbstständig ein Theaterstück einzuproben, um es dann in der zweiten Woche vor Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Ferienlagern aufzuführen. Einfach war das nicht und es gab Momente in denen die Stimmung scheinbar ihren Tiefpunkt erreicht hatte und jegliche Motivation entschwunden war, doch wir haben uns immer wieder aufgerappelt und das Ergebnis vor dem wir am Ende standen, hat uns mehr als belohnt.

Der Höhepunkt

waren dann natürlich die Aufführungen selber. Vor diesen Kindern zu stehen, die einen so offen und herzlich entgegenkommen, mit ihnen zu kommunizieren und zu spielen, allen sprachlichen und kulturellen Barrieren zum Trotz, das war ein wirklich beeindruckendes Gefühl.

Durch die Arbeit im Workcamp

habe ich so viele unterschiedliche Menschen kennengelernt und so viele Orte gesehen, die mir ein Reiseführer nie hätte aufzeigen können. Das Workcamp hat mir einen wirklichen Einblick in das ukrainische Leben vermittelt, so wie ich es in einem normalen Urlaub nie hätte bekommen können. Natürlich ist nicht alles so perfekt, wie man es (gerade als Deutscher), vielleicht gewohnt ist. Der erste Eindruck der sich mir auflud war: Chaos. Die Unterkunft war auch nicht gerade eine angenehme Überraschung, sondern ein Schock, der erst einmal überwunden werden musste. Aber gerade diese Erfahrungen sind es, über die ich mich im Nachhinein am meisten freue. Wer kann schon erzählen, dass er in einer abschreckend ekligen Dusche, in eiskaltem Wasser, in völliger Dunkelheit (dank einem Stromausfall), mit sich ständig öffnender Tür geduscht hat? In der Ukraine herrschen andere Umstände als hier, aber es ist nicht das gefährliche, unterentwickelte Land für das es alle halten. Es lohnt sich definitiv, einen Versuch zu machen und einen Einblick in die ukrainische Gesellschaft und ihre Menschen zu erlangen.

Doch nicht nur das Land, auch der Umgang mit den anderen Teilnehmern

im Camp war etwas Besonderes. So viele verschiedene Kulturen auf einen Haufen geworfen, dass führt manchmal auch zu Ungereimtheiten. Doch die Offenheit und der Begeisterung aller Teilnehmer hat zu einer einmaligen Zeit geführt. Ich war überrascht wie sehr eine so unterschiedliche Gruppe in nur zwei Wochen zusammenwachsen kann. Der Abschied war nicht nur traurig, sondern auch wirklich schwer.

Mit ein paar Wochen Abstand

kann ich nun wirklich sagen, dass ich eine einmalige Zeit durchlebt habe. Ich habe ein fremdes Land auf seine ganz eigene Art und Weise kennen gelernt, neue Freunde gefunden und eine Menge über mich und andere gelernt! Und natürlich jede Menge Spaß gehabt!

Ich würde es jedenfalls jedem von euch empfehlen! Fahrt auf ein Workcamp in die Ukraine!

Falls ihr noch irgendwelche Fragen haben solltet, meldet euch einfach bei mir!

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.