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Nova Borova & Lviv 2008

Der Sommer 2008 führte einen Freund und mich einmal mehr in die Ukraine. Wir folgten dem Ruf von „Ecoclub“, einer ukrainischen Umweltorganisation um mit Handkreissäge, Fräser, Isolierband, gutem Willen und ausreichend Improvisation die Holzfenster zweier ukrainischer Waisenhäuser zu isolieren.

Name:Mathias GlöcknerAlter:23 JahreEinsatzstelle:Nova Borova & Lviv 2008Inhaltliche Ausrichtung:Work with Ment/Phys Disabled

Um die Anreise nicht zu einfach zu gestalten, fuhren wir mit dem eigenen Auto. Trotz einstündiger Diskussion mit den ukrainischen Grenzbeamten auf Grund eines fehlenden Dokumentes für unser Auto wurde uns die Einreise gewährt. „Auf eigene Gefahr“, so die letzen Worte des Beamten, begaben wir uns auf nächtlichen Straßen und wurden auch prompt mit einem blauen Discoleuchtstab von der ukrainischen Polizei angehalten, die uns aber ohne genauere Kontrolle weiterfahren ließ. Nach Übernachtung bei „Ecoclub“ in Rivne erreichten wir nach ca. 1500 km unser Ziel, das Waisenhaus in Nova Barova, einem kleinem Dorf in der großen Ukraine.

 

Uns erwarteten weit über 20 Mädchen

verschieden Alters mit mehr oder weniger ausgeprägter geistiger Behinderung und 80 unisolierte Fenster, in zu meist nicht so gutem Zustand. Unser Team bestand leider nur aus einer Kanadierin und einigen Ukrainern so dass das Workcamp nicht gerade sehr international war. Trotzdem gestalteten sich die Tage als sehr angenehm, da die Stimmung in der Gruppe gut war, die Arbeit fordernd war, aber auch Spaß gemacht hat. Der Umgang mit dem Waisen stellte für uns eine neue, einprägsame Erfahrung dar und für die Mädchen war es allemal eine willkommene Abwechslung des sonst sehr durchorganisierten Alltages im Waisenhaus. Das Wochenende führte uns an einem See, an dem wir auf ukrainische Art Picknick gemacht haben. Nachdem wir mehrmals auf die Liebe angestoßen haben, ging es am nächsten Tag mit einigen Liebesbriefen in der Tasche nach Lviv, dem alten Lemberg.

Das Workcamp

wurde nun International durch die Verstärkung aus Holland und dem Aserbaidschan. Die Unterkunft war ein Schulinternat, dass den Vorteil von fließendem Wasser und einer Dusche hatte, direkt im Zentrum von Lviv gelegen. Nach dem Frühstück ging es auf Arbeit mit dem Taxibus mit ukrainischer Pünktlichkeit. In diesem Waisenheim lebten Jungs und Mädchen bis sieben Jahre. Auch hier bot sich, neben Sägen, Fräsen, Isolierbandeinziehen und Holzleisten austauschen, die Möglichkeit, mit den Kindern zu spielen, aus englischen Kinderbüchern vorzulesen oder mit den Angestellten des Hauses den ein oder anderen Kaffee zu trinken. Den Höhepunkt stellte ohne Zweifel der Besuch von Fernsehen und Radio dar, der uns einem dreiminütigen Auftritt im ukrainischen Regionalfernsehen verhalft. Davon motiviert konnte wir auch hier einige mehr Fenster isolieren, als durch Ungeschick zu Bruch gingen. In unserer Freizeit konnten wir das Kulturleben von Lviv genießen und haben sogar eine gratis Stadtführung von einem unserer Volontäre bekomm, welcher in Lviv lebt.

Abschließend möchte ich noch sagen,

dass Volontäre sich in der Ukraine auf einfache Verhältnisse einstellen sollten. Manche bei uns so selbstverständliche Dinge wie fließendes Wasser für die Toilette, können sich zu wirklichen Problemen entwickeln, bei denen man die Nerven behalten muss. Wer sich darauf aber einstellen kann, wird ein richtiges Abendteuer erleben und viele zu meist positive Erfahrung sammeln können. Ich hoffe, dass ich den ein oder anderen Lust auf ein Workcamp in der Ukraine machen konnte und vielleicht im nächsten Sommer treffe.

Bunte Grüße, Mathias

 

Der Inhalt der Berichte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Autorin / des jeweiligen Autors.